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Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

Sport - Russlands Leichtathleten bleiben gesperrt

Der Leichtathletik Weltverband IAAF hat die Sperre für den russischen Verband wegen systematischen Dopings verlängert. Damit kann der Verband wohl nicht an den olympischen Spielen in Rio teilnehmen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.06.2017, 19:00

Der russische Leichtathletik-Verband RUSAF bleibt bis auf Weiteres für internationale Wettkämpfe gesperrt. Der Weltverband IAAF bestätigte die Suspendierung der RUSAF wegen systematischen Dopings. Damit droht den russischen Leichtathleten das Aus für Olympia in Rio de Janeiro.

Allerdings öffnete das Council der IAAF auch eine Hintertür für nachweislich saubere Athleten: Der Olympia-Start einzelner Sportler unter neutraler Flagge sei möglich, sagte der Norweger Rune Andersen, der Chef der IAAF-Taskforce zur Beobachtung der russischen Reformfortschritte.

IOC nun am Zug

Sebastian Coe und Rune Andersen
IAAF-Präsident Sebastian Coe (l.) Quelle: reuters

Die schwierige Entscheidung von sporthistorischer Dimension muss nun das Internationale Olympische Komitee (IOC) um seinen deutschen Präsidenten Thomas Bach fällen. Für Samstag kündigte das IOC denn auch umgehend eine Telefonkonferenz seines Exekutivkomitees an. Das IOC kann nun eigentlich nicht anders, als dem IAAF-Verdikt zu folgen. IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach nach der einstimmigen Entscheidung der 24 Council-Mitglieder von einer "machtvollen Botschaft".

Das russische Sportministerium reagierte unmittelbar auf die Entscheidung. Diese habe zu "einer beispiellosen Situation" geführt, hieß es. "Die Träume vieler unserer Sportler sind wegen des falschen Verhaltens einzelner Athleten, Trainer und Experten zerstört worden."

Putin bestreitet Beteiligung des Staates

Zwei Stunden vor der Entscheidung hatte sich sogar Russlands Präsident Wladimir Putin noch einmal zu Wort gemeldet und eine Beteiligung des russischen Staates an Dopingvergehen von Sportlern bestritten. "Von staatlicher Seite haben wir gegen Doping im Sport gekämpft und werden das auch in Zukunft tun", sagte Putin in St. Petersburg. "Es kann nicht sein, dass das gesamte Team die Schuld für Einzelne tragen muss", zitierte ihn die Agentur Interfax. "

Der völlige Ausschluss eines Verbandes ist laut Regel 45 im Ethik-Code des Weltverbandes bei gravierenden Verstößen gegen Anti-Doping-Regularien zulässig. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte am 9. November 2015 einen 323-seitigen Bericht vorgelegt, der ein Schreckensbild der Doping-Praktiken in der russischen Leichtathletik zeichnet. Am 13. November suspendierte die IAAF den nationalen Verband WFLA.

Prokop: "Nachvollziehbar und konsequent"

"Ich halte die Entscheidung der IAAF für nachvollziehbar, konsequent und im Interesse aller Sportler, die einem gut funktionierenden Anti-Doping-Kontrollsystem unterliegen", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. "Der Arbeitsauftrag an den internationalen Sport lautet: Weltweit Strukturen aufzubauen, die weltweit einen glaubwürdigen Kampf gegen Doping zu gewährleisten."

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