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IAAF: Strenger als der Rest der Sportwelt

Leichtathletik-Weltverband hält am Doping-Bann für Russland fest

Anders als IOC und WADA hält der Leichtathletik-Weltverband IAAF an der seit November 2015 geltenden Suspendierung der russischen Mannschaft fest. Ob das bewirkt, was es soll, ist allerdings fraglich.

Das Logo der IAAF.
Das Logo der IAAF.
Quelle: reuters

Der Leichtathletik-Weltverband bleibt hart. Seit die russischen Betrugs-Praktiken aufgedeckt wurden, ist der russische Leichtathletik-Verband RusAF aus der internationalen Gemeinde der Läufer, Werfer und Springer ausgeschlossen. Die WM 2015 in Peking ist die bis heute letzte, an der eine russische Mannschaft teilnahm. Und ob im September bei den Titelkämpfen in Doha wieder ein Team unter der weiß-blau-roten Flagge antreten darf, ist ungewiss. Die IAAF hat nach einer Council-Sitzung Anfang März erneut betont, die Suspendierung erst nach vollständiger Erfüllung aller Forderungen aufheben zu wollen.

Neue Fragen stellen sich

Es fehlen noch: Zum einen die Zahlung der Verfahrenskosten durch die Russen. Da ist von knapp drei Millionen Dollar die Rede. Zum anderen die Daten aus dem Moskauer Dopinganalyselabor. Diese sind inzwischen bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eingegangen und werden dort auf ihre Authentizität geprüft und ausgewertet. Dann sollen sie an die unabhängige Integritätskommission (AIU) der IAAF gehen.

So weit, so gut. Doch der russische Verband hat nicht nur Forderungen nicht erfüllt, sondern gleich noch eine neue Frage aufgeworfen: Hat man sich tatsächlich von den Führungsfiguren aus der Doping-Ära getrennt? Das hatte der russische Verband der IAAF versichert. Doch die ARD behauptete jüngst anderes. Demnach seien jene Trainer, die für das flächendeckende Doping verantwortlich waren, weiterhin tätig. Etwa Valentin Maslakov, einst Cheftrainer der russischen Leichtathleten. Im Trainerstab 2019 wird er offenbar als Coach der russischen Sprinter aufgeführt. „Die Taskforce wird RusAF um eine dringende Klärung bitten“, heißt dazu es vonseiten der IAAF. Für Klarheit zu sorgen, scheint allerdings bislang trotz aller Enthüllungen und Sperren nicht unbedingt ein Anliegen der Verantwortlichen im russischen Sport zu sein.  

Zuspruch aus Deutschland

So lässt die IAAF also mehr Strenge walten als das IOC, das Russland kurz nach Ende der Winterspiele von Pyeongchang wieder aufnahm. Und auch als die WADA, die im vergangenen September die russische Anti-Doping-Agentur Rusada wieder zuließ, obwohl Russland weder das Staats-Doping zugegeben noch den Bericht des Sonderermittlers Richard McLaren anerkannt hat. 

In Deutschland findet die Entscheidung der IAAF viel Zuspruch. „Die Haltung ist absolut konsequent, denn wenn nicht alle Bedingungen erfüllt sind, um Russland wieder aufzunehmen, muss der Welt-Leichtathletik-Verband an der Suspendierung festhalten“, sagte Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. „Das sind wir schon allein den Athleten schuldig, die im Sport nicht manipulieren, sondern auf saubere und faire Leistung setzen.“

"Neutrale" Russen: Tendenz steigend

Andrea Gotzmann, die Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur NADA, sagte: „Es ist aus unserer Sicht richtig, erst eine Zulassung auszusprechen, wenn alle Punkte der Roadmap erfüllt und umgesetzt sind.“ Für sie sei das die „Grundvoraussetzung für eine glaubhafte und nachhaltige Aufarbeitung des Dopingskandals im russischen Sport, insbesondere in der Leichtathletik“.

Russische Athleten dürfen aktuell nur nach gesonderter Prüfung als „neutrale Athleten“ an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Für Olympia 2016 in Rio war lediglich die Weitspringerin Darja Klischina zugelassen. Bei der WM 2017 in London starteten 19 „neutrale“ Russen, bei der EM 2018 im vergangenen Jahr in Berlin waren es bereits 72 – die auch unter neutraler Flagge natürlich als russische Athleten erkennbar waren.

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