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Drei Favoriten und vier Außenseiter

Sport - Drei Favoriten und vier Außenseiter

Mit Glück und Können: Severin Freund gewinnt das Auftaktspringen der Vierschanzentournee

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.12.2016, 15:51

Dank Severin Freund ist den deutschen Skispringern zum ersten Mal seit 13 Jahren ein Sieg beim Tournee-Auftaktspringen gelungen. ZDF-Experte Toni Innauer erwartet vor dem Neujahrsspringen (14 Uhr/live im ZDF) nun einen Dreikampf um den Gesamtsieg.

Severin Freund triumphierte in Oberstdorf vor Michael Hayböck (Österreich) und Peter Prevc (Slowenien). Einer aus diesem Trio werde nach Meinung von Innauer auch die Gesamtwertung gewinnen. "Die drei sind einfach richtig stark", sagt Innauer. Realistische Chancen auf den goldenen Tournee-Adler haben jedoch noch vier weitere Flieger.

Vier weitere Kandidaten

Titelverteidiger Stefan Kraft (Österreich) liegt als Siebter nur 19,5 Punkte hinter Spitzenreiter Freund. "Das ist noch aufzuholen. Aber da muss viel zusammenkommen", so Innauer. Interessantes Detail: Im vergangenen Winter standen die ersten Drei des Tournee-Auftaktspringens (Kraft - Hayböck - Prevc) am Ende auch in exakt dieser Reihenfolge auf dem Podest der Gesamtwertung.

Großer Favorit auf den Triumph ist für die österreichische Skisprung-Legende jetzt Severin Freund (307,2 Punkte). "Mit dieser Rolle muss er jetzt leben. Freund traue ich definitiv den Tournee-Sieg zu. Er ist Olympiasieger, Weltmeister im Skifliegen und Skispringen, Gesamtweltcupsieger - und dazu noch ein sehr konstanter Springer", analysiert Innauer.

Freund und das Momentum

Freunds Sprung im ersten Durchgang in Oberstdorf sei nicht optimal gewesen: "Trotzdem hat er sich nicht abhängen lassen. Das zeigt seine beeindruckende Substanz. Außerdem kommt das Momentum dazu. Sonst war immer nach dem Auftakt der Tournee schon alles ad acta gelegt für ihn. Das ist diesmal komplett anders. Das ist die ideale Konstellation, obwohl er kein großes Polster hat."

Nur drei Punkte zurück liegt nämlich Michael Hayböck (304,2) auf Platz zwei. Der Mann mit dem Hai auf dem Helm war schon im vergangenen Jahr Tournee-Zweiter und will in diesem Jahr endlich ganz nach oben. "Er ist mit dem typisch österreichischen Tournee-Selbstbewusstsein an die Sache rangegangen. Nach sieben Austria-Siegen in Folge hat er für sich entschieden, dass er jetzt an der Reihe ist", sagt Innauer.

Mit Hayböck müssten die als große Favoriten ins Rennen gegangenen Severin und Peter Prevc in jedem Fall rechnen: "Er ist noch nicht am Limit. Michael ist extrem schnell im Anlauf, dass ist immer ein Zeichen, dass er gut in Form ist. Zudem war er im letzten Winter am Ende der Tournee extrem stark." Beim Finalspringen in Bischofshofen feierte Hayböck seinen ersten und bis dato einzigen Weltcup-Sieg.

Prevc "der Stärkste"

Toni Innauer
Toni Innauer Quelle: imago sportfotodienst

Einen großen Titel hat er genau wie Peter Prevc (299,9) noch nicht gewonnen - ganz im Gegensatz zu Severin Freund. Prevc war in Oberstdorf in allen Sprüngen die Nummer 1 - bis auf den entscheidenden zweiten Durchgang. Nach zuvor drei Weltcup-Siegen in Serie war der Slowene deshalb über Platz drei enttäuscht - zumal er zum dritten Mal in Folge in Oberstdorf auf dieser Position landete.

"Prevc ist momentan wahrscheinlich immer noch der stärkste Springer. Aber der Druck ist schon sehr groß geworden. Jeder hat darauf gewartet, dass seine Erfolgsserie reißt. Aus dieser Position kann man nur enttäuschen", sagt Innauer. Das sei jetzt anders: "Vielleicht befreit ihn dieses Ergebnis sogar und macht ihn noch stärker." Die andere Möglichkeit sei allerdings, dass er aus Flow heraus sei.

Die Norweger

Bei den Norwegern Anders Fannemel (Vierter/295,8) und Kenneth Gangnes (Sechster/288,6) reicht die Leistungskraft nach Meinung von Innauer "momentan noch nicht ganz aus, um aus eigener Kraft zu gewinnen." Der fünftplatzierte Japaner Noriaki Kasai (Fünfter/290,6) sei mit seinen 43 Jahren ein Phänomen: "Vor ihm kann man sich nur verbeugen. Seine Leistung ist Wahnsinn."

Dass Titelverteidiger Stefan Kraft (Siebter / 287,7) schon so viele Punkte verloren hat, ist für Innauer eher überraschend. Allerdings hatte er neben Prevc auch die schlechtesten Windbedingungen beim Auftaktspringen in Oberstdorf.

Innauer: "Kraft hat mich beeindruckt. Er war gerade dabei, sich wieder in einen Tourneerausch zu springen. Es ist für Michi Hayböck extrem wichtig, dass er auch gut springt. Die beiden sind ja gut befreundet, das nimmt etwas Druck von Hayböck."

Sperre gelöst

Beim Neujahrsskispringen erwartet Innauer erneut ein spannendes Springen mit starken deutschen Fliegern: "Ich glaube, dass der Erfolg von Freund diese psychische Sperre für  das gesamte deutsche Team bei der Tournee aufhebt. Ich würde auch einen Richard Freitag nicht abschreiben - und auch Andreas Wellinger ist einer, der künftig gewinnen kann."

Für den Sprung ins neue Jahr ist leichter Regen vorhergesagt, deshalb könnte auch das Wetter Einfluss nehmen. Innauer: "Freund hat dort vor ein paar Wochen mit großem Vorsprung die deutsche Meisterschaft gewonnen. Prevc ist immer stark genug, um zu gewinnen. Und auch Hayböck passt es."

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