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IPC suspendiert Russland von den Paralympics

Sport - IPC suspendiert Russland von den Paralympics

Nach dem Dopingskandal um Russlands Sportler steht Kenia im Fokus. Und: Bei den Paralympics sind die Russen komplett gesperrt - auch eine Ohrfeige für das IOC.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2016, 19:15

Die Paralympics in Rio de Janeiro finden ohne russische Sportler statt. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) beschloss am Sonntag in der Affäre um vermeintliches Staatsdoping einen Komplett-Ausschluss der russischen Athleten.

278 russische Athleten hatten sich für die Spiele am Zuckerhut qualifiziert. Der russische Sportminister Witali Mutko kündigte bereits an, vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Urteil vorzugehen.

Die Entscheidung sei gegen den gesunden Menschenverstand, sagte Sportminister Mutko der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Der Schritt sei politisch motiviert und nahezu willkürlich. Russland werde gegen die Sperre juristisch vorgehen.

Notfalls vor ein Zivilgericht

"Wir werden Klage beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einreichen. Wir werden für unsere Athleten kämpfen", sagte Mutko. Das russische Sportministerium und das Paralympische Komitee des Landes würden sich mit Macht gegen den Ausschluss stemmen. "Falls wir vor dem CAS nicht gewinnen, ziehen wir vor ein Zivilgericht", kündigte
der Ressortchef an. Ihm sei unklar, worauf die Sperre basiere.

Wegen der schweren Doping-Anschuldigungen auch gegen russische Behindertensportler im McLaren-Bericht hatte das IPC ein Ausschlussverfahren gegen den russischen Nationalverband eingeleitet. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte im Vorfeld einen Total-Ausschluss gefordert.

McLaren-Report als Grundlage

Das IPC hatte vor seiner Verkündung noch weitere Informationen des kanadischen Juristen Richard McLaren erhalten, der die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum vermeintlichen Staatsdoping leitete. Seine Ermittlungen nahm das IPC nun als Grundlage für die Kollektivstrafe. Formal ging es darum, ob die Mitgliedschaft des
russischen Verbandes bestehen bleibt oder aufgehoben wird. Die Paralympics in Rio finden vom 7. bis 18. September statt.

"Der McLaren-Report markierte meiner Ansicht nach und auch der Ansicht des IPC-Vorstands nach einen der dunkelsten Momente des Sports", sagte IPC-Chef Philip Craven. Russland sei "nicht in der Lage, dem Anti-Doping-Code des IPC und dem Anti-Doping der WADA zu entsprechen." Auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte ihn bestärkt, ein «klares Zeichen» in der Dopingbekämpfung zu setzen.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Ende Juli noch auf einen historischen Komplett-Ausschluss Russlands verzichtet.

Alle Athleten in Sotschi manipuliert


Dem McLaren-Report zufolge waren im Zusammenhang mit den Winterspielen in Sotschi nicht nur Dopingproben von Olympia-Teilnehmern, sondern auch von Paralympics-Startern manipuliert wurden. Bei den Winter-Paralympics 2014 hatte der Gastgeber die Nationenwertung haushoch gewonnen.

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