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Fernweh in Serie

Sport - Fernweh in Serie

Aufregung beim VfL Wolfsburg: Julian Draxler will den Verein schon wieder verlassen. Nach nicht mal einem Jahr. Nichts da, sagt der VfL. Die Wölfe beharren auf Erfüllung des Vertrages.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.08.2017, 19:37

Den VfL Wolfsburg plagt ein kurioser Aderlass. Immer mehr Könner verlassen den ambitionierten Verein. Dass jetzt auch Julian Draxler auf seinen Abgang drängt, stellt das Miteinander beim VfL in Frage.

Mal ist von einem Umbau die Rede. Dann wieder von einer Umstrukturierung. Die personellen Veränderungen, mit denen der VfL Wolfsburg nach einer mageren Saison in der Fußball-Bundesliga zu kämpfen hat, wachsen sich zu einem größeren Problem aus. Nach Abwehrchef Naldo (Schalke 04), André Schürrle (Borussia Dortmund) und Max Kruse (Werder Bremen) drängt ein weiterer, als Hoffnungsträger eingeplanter Profi auf seine Demission.

Klub lehnt lehnt einen Draxler-Verkauf ab

„Ich habe klar geäußert, dass ich den VfL Wolfsburg verlassen möchte“ – mit diesen Worten hat Draxler seinen Verein ausgerechnet per Zeitungsinterview wissen lassen, was er künftig vorhat. Zwischen dem VfL und seinem eigentlichen Hoffnungsträger bahnt sich ein Streit an, der grundlegende Fragen aufwirft. Der Verein lehnt einen Verkauf von Draxler in der aktuellen Transferperiode in jedem Fall kategorisch ab.

Vor allem für Klaus Allofs hat es schon deutlich fröhlichere Zeiten in Wolfsburg gegeben. Vizemeister, Pokalsieger, Teilnahme an der Champions League: Einem erstaunlich Aufschwung unter der Regie des VfL-Geschäftsführers ist eine ziemliche missratene Saison 2015/16 gefolgt – mit weitreichenden Problemen, die aufhorchen lassen. Draxler behauptet nämlich, dass ihm mündlich zugesichert worden sei, den Verein bei einem attraktiven Angebot vorzeitig verlassen zu dürfen.

Weitreichende Probleme

Die Fakten in dem gemeinsam ausverhandelten Arbeitsvertrag legen dagegen fest, dass der Nationalspieler ohne Ausstiegsklausel bis 2020 an den VfL gebunden bleibt. Allofs sieht in Draxler ein Gesicht und einen Leistungsträger, um den eine neue Mannschaft mit internationalen Ambitionen aufgebaut werden soll. Entsprechend hartnäckig beharrt er darauf, was vor gerade einmal einen Jahr mit Draxler rund um seinen Wechsel vereinbart worden sein soll.

Die Vielzahl an hochkarätigen Spielern, die sich in Wolfsburg nicht mehr wohlfühlen, kommt nicht gerade einem Adelsschlag für die Entscheider des VfL gleich. Allofs gilt als gewiefter Gesprächspartner mit viel Charme, aber auch mit Ecken und Kanten. Mit Dieter Hecking weiß er einen Cheftrainer an seiner Seite, der es nicht geschafft hat, teure Neuzugänge wie Kruse und Schürrle zum Vorteil des Teams zu integrieren.

Draxler hat in seiner ersten Saison nach dem Wechsel vom FC Schalke 04 nach Wolfsburg gut, aber nicht überragend gespielt. Jetzt erscheint dem Spieler der VfL nicht mehr gut genug. Dass Draxler schwere Vorwürfe gegen Hecking und Allofs erhebt, sorgt für eine pikante Note. Beide will er schon kurz nach der Europameisterschaft darüber informiert haben, dass ihn das Fernweh plagt.


Marktwert bei fast 60 Millionen Euro

Wenn Hecking über die aktuellen Gepflogenheiten im Profifußball und die konkreten Personalien in Wolfsburg spricht, klingt er ernst und verärgert. „Wir erwarten Einsatzbereitschaft und Leistung, auch wenn es mal nicht läuft - und keine Wechselgedenken. So eine Einstellung gefällt mir nicht“, sagt der erfahrene und geradlinige Trainer.

Mit Draxler wird nun zu besprechen sein, ob es überhaupt noch eine sinnvolle Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit gibt. Angeblich ist sein Marktwert auf fast 60 Millionen Euro gestiegen. Aber wer diesen Betrag überweisen soll oder kann, bleibt offen. Der VfL Wolfsburg beteuert, dass ihm kein konkretes Angebot für einen kurzfristigen Wechsel von Draxler vorliege. Er bestreitet zudem, dass Draxler ein vorzeitiger Vereinswechsel schriftlich oder mündlich zugesichert worden sei.

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