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Klinsmann fünfter DFB-Ehrenkapitän

Merkel hält Laudatio

Jürgen Klinsmann

Sport - Klinsmann fünfter DFB-Ehrenkapitän

Jürgen Klinsmann ist neuer Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der Kapitän des Europameisters von 1996 und ehemalige Bundestrainer erhielt vor dem 42. DFB-Bundestag in Erfurt die Auszeichnung.

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Die Laudatio hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie würdigte Klinsmann als "großartigen Sportler, echten Sympathieträger und wunderbares Vorbild, weit über den Fußball hinaus" gewürdigt. Während der Heim-WM 2006 habe er das ganze Land mitgerissen: "Ihnen ist als Bundestrainer etwas Großes gelungen", sagte die Kanzlerin.

Jürgen Klinsmann
DFB-Kapitän 1998: Jürgen Klinsmann Quelle: dpa

Bislang gab es mit Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus vier Ehrenspielführer. Klinsmann löste 1995 Matthäus als Spielführer der DFB-Auswahl ab. Ein Jahr später erhielt er im Londoner Wembley-Stadion aus den Händen der englischen Königin Elizabeth II. nach dem Finalsieg gegen Tschechien (2:1 nach Golden Goal) den EM-Pokal. Seine letzte von insgesamt 36 Partien als DFB-Kapitän bestritt er im WM-Viertelfinale 1998 beim 0:3 gegen Kroatien, nachdem er seine Länderspiellaufbahn nach insgesamt 108 Partien beendete. 1990 war Klinsmann mit Deutschland Weltmeister geworden.

Zum DFB kehrte der Schwabe 2004 zurück und erlebte mit dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 den Höhe- und Schlusspunkt seiner zweijährigen Amtszeit als Bundestrainer. Den Traum vom nächsten WM-Titel für Deutschland konnte sich erst Klinsmann-Nachfolger Löw erfüllen - Klinsmann hatte seinen Co-Trainer selbst in die Spur gebracht. Der einstige Angreifer trainiert nach einer wenig glücklich und erfolgreichen Zeit als Coach des FC Bayern inzwischen seit 2011 die US-Nationalmannschaft.

Vom TB Gingen bis zum DFB-Team

Für den TB Gingen hatte Jürgen Klinsmann in der E-Jugend seine ersten offiziellen Wettkampfspiele bestritten, in 18 Partien schoss der schlaksige Junge seinerzeit 106 Tore. Auch später spürte der Stürmer eine besondere Befriedigung, wenn er den Ball ins gegnerische Gehäuse beförderte. In 221 Bundesliga-Partien gelang ihm das 47-mal. In Italiens Serie A markierte er 36 Treffer, in der Premier League 29 und in Frankreichs 1. Liga auch noch einmal 29. Doch seine wichtigste Mannschaft war immer das DFB-Team. 47 Tore in 108 Länderspielen machten Klinsmann zu einem deutschen Ausnahmespieler, der jetzt mit 52 Jahren als Ehrenspielführer in einer Reihe mit Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus steht.

Deutsche Fußballnationalmannschaft jubelt über WM-Titel 1990
Jürgen Klinsmann (3.v.l.) freut sich mit der Nationalmannschaft über WM-Titel 1990 Quelle: dpa

„Generell war die Nationalmannschaft für mich ein großes Ausgleichsbecken. Sie war immer der Gegenpol zum Verein, egal wie es lief“, schilderte Klinsmann das besondere Verhältnis. Der VfB Stuttgart, Inter Mailand, der AS Monaco, Tottenham Hotspur, Bayern München und Sampdoria Genua waren die wichtigsten Stationen seiner Klub-Karriere. „Ich brauchte immer diese zwei Pole, Nationalmannschaft und Klub, daraus habe ich Energie getankt“, sagte der zweifache Familienvater. Bei drei Welt- und drei Europameisterschaften war er dabei. Der WM-Triumph 1990 und der EM-Titel 1996 waren für ihn die bewegendsten sportlichen Momente. „Jürgen war ein Turnierspieler. Er hat sich immer auf die Turniere fokussiert, auf die Rampenlicht-Spiele“, erklärte sein einstiger Trainer Berti Vogts.

Neid und Hrubesch geehrt

Geehrt wurden in Erfurt auch die frühere Frauen-Bundestrainerin Sliva Neid und der ehemalige U21-Coach Horst Hrubesch für die überragenden Auftritte ihrer Teams bei den Olympischen Spielen. "Sie haben den deutschen Fußball in ihren Bereichen maßgeblich geprägt", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel, der Olympiasiegerin Neid und Silbermedaillen-Gewinner Hrubesch die DFB-Verdienstspange verlieh.

Sport - DFB-Bundestag: "Der kuschelige Teil"

ZDF-Sportreporter Nils Kaben berichtet vom DFB-Bundestag in Erfurt

Videolänge:
1 min
Datum:

Bundestag im Blickpunkt

Der DFB-Bundestag in der thüringischen Landeshauptstadt ist die erste ordentliche Hauptversammlung des Verbandes seit Aufdeckung des Skandals um Mauscheleien und dubiose Millionenüberweisung durch das Organisationskomitee der WM 2006 im Herbst 2015. Bei der Plenarsitzung am Freitag will sich DFB-Präsident Grindel als einziger Kandidat im Amt von den 260 Delegierten bestätigen lassen. Zudem wird der DFB eine Ethikkommission gründen.

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