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Der Umsteiger und der Spezialist

Leichtathletik-WM | Stabhochsprung

Die Stabhochspringer Torben Blech und Bo Kanda Lita Baehre sind in Leverkusen Kumpel und Konkurrenten. Der ehemalige Zehnkämpfer und das hoch gehandelte Talent wollen es bei der Leichtathletik-WM in Doha ins Finale schaffen.

Torben Blech (li) und Bo Kanda Lita Baehre
Torben Blech (li) und Bo Kanda Lita Baehre
Quelle: imago

Bo Kanda Lita Baehre hätte allen Grund, seinen neuen Trainingspartner doof zu finden. Denn Torben Blech, der Umsteiger, der im vergangenen Herbst vom Zehnkampf zum Stabhochsprung wechselte, hat den Überraschungs-Deutschen-Meister von 2017, das vielversprechende Talent mal eben überflügelt. Aber Lita Baehre sagt: „Ich bin nicht sauer.“ Und die gemeinsame Trainerin Christine Adams bestätigt: „So etwas wie Zickenalarm gibt es nicht, die Jungs sehen das sportlich, die wissen, dass sie voneinander profitieren.“

In der Tat. Die Leverkusener haben sich in dieser Saison gegenseitig gepusht und nun treten beide neben Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) in Doha an. Die Qualifikation der Stabhochspringer findet am Samstag (16:30 Uhr im ZDF-Livestream) statt, das Finale am Montag (19:05 Uhr im ZDF-Livestream).

Die Weltspitze ist den Deutschen aber enteilt. In diesem Jahr sind mit Sam Kendricks (USA, 6,06 Meter), Piotr Lisek (Polen, 6,02) und dem schwedischen Überflieger Armand Duplantis (6,00), der so alt ist wie Lita Baehre, schon drei Athleten über die magische Sechs-Meter-Marke geflogen. Aber zumindest formiert sich so langsam wieder ein leistungsstarke Truppe im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

Vom Zehnkampf zum Stabhochsprung

Torben Blech ist der neuester Joker im Team. Bis zum vergangenen Herbst war der 24-Jährige Zehnkämpfer. Ein nicht besonders auffälliger, von Verletzungen geplagter Zehnkämpfer, der über sich selbst sagt: „Talent wurde mir als Zehnkämpfer immer bescheinigt. Vielleicht hätte mal jemand Großes aus mir werden können.“ Vielleicht. Wenn da nicht der ewig stressende Rücken gewesen wäre. Die vielen Verletzungen auf Grund der enormen Trainingsbelastungen. Und das daraus resultierende Motivationsproblem. „Ich habe in fünf Jahren nur sechs Zehnkämpfe durchgebracht“, erzählt Blech.

Im vergangenen Sommer nahm er dann öfter mal an Stabhochsprung-Meetings teil. Das war seine Lieblingsdisziplin, da konnte er auf kleineren Meetings halbwegs mithalten. Und da bekam er ein paar Euro an Prämien und viel Nähe zu den Fans. „Das waren Zückerchen, die er so nicht kannte“, sagt Adams. Im Herbst 2018 fiel die Entscheidung: Blech wollte sich künftig ganz auf den Stabhochsprung konzentrieren. Seine Bestleistung stand bei 5,42 Metern.

Konkurrenz, die beflügelt

Er begab sich in Leverkusen unter Adams Fittiche und wurde zum Trainingspartner des 20 Jahre alten Lita Baehre. Dessen höchste Sprünge hatten sich so um die 5,60 Meter eingependelt, in diesem Jahr sollten die 5,71 Meter fallen - die WM-Norm. Die Vorgabe für Blech lautete: Lernen, lernen, lernen – und irgendwann in diesem Jahr 5,50 Meter schaffen. Der Umsteiger erledigte diese Aufgabe Ende Januar und machte dem Spezialisten, der inzwischen nicht nur Trainingskollege und Konkurrent, sondern auch Kumpel geworden ist, mächtig Druck: Denn entgegen aller Erwartungen seiner Trainerin steigerte sich Blech in der Freiluftsaison schnell bis zur WM-Norm. Lita Baehre sei danach im Training „krass konzentriert“ gewesen. Und schaffte schließlich auch 5,72 Meter.

Und machte dem Spezialisten, der inzwischen nicht nur Trainingskollege und Konkurrent, sondern auch Kumpel geworden ist, mächtig Druck: Denn entgegen aller Erwartungen seiner Trainerin steigerte sich Blech in der Freiluftsaison schnell bis zur WM-Norm. Lita Baehre sei danach im Training „krass konzentriert“ gewesen. Und schaffte schließlich auch 5,72 Meter.

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