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Mihambo holt Gold mit Riesen-Satz

Leichtathletik-WM in Doha | Speer-Bronze für Vetter

Malaika Mihambo

Mission erfüllt: Malaika Mihambo hat sich 26 Jahre nach Heike Drechsler zur zweiten deutschen Weitsprung-Weltmeisterin der Geschichte gekrönt. Die Topfavoritin siegte mit einem Satz auf 7,30 Meter. Im Speerwerfen holte Johannes Vetter Bronze.

06.10.2019
06.10.2019
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Maryna Bech-Romantschuk aus der Ukraine (6,92) wurde Zweite, die Nigerianerin Ese Brume (6,91) gewann Bronze.

Nummer 2 hinter Heike Drechsler

Mihambo verbesserte sich hinter Drechsler (7,48) auf Platz zwei der "ewigen" deutschen Bestenliste. Bei einer WM sprang nur US-Ikone Jackie Joyner-Kersee bei ihren Titelgewinnen 1987 (7,36) und 1991 (7,32) weiter als Mihambo.

Malaika Mihambo hatte zunächst mehr Probleme als erwartet. Im ersten Versuch landete sie bei 6,52 m, allerdings war sie deutlich vor dem Brett abgesprungen. Der zweite Versuch war ungültig - doch dann hatte sie ihr Timing gefunden. Mihambo segelte im dritten Durchgang auf 7,30 m, so weit wie nie zuvor. Auch bei der EM in Berlin im Vorjahr hatte sie mit ihrem dritten Sprung den Titel klargemacht.

"Jetzt bin ich eigentlich sicher, dass nichts mehr passieren kann. Da müsste jetzt schon ein Wunder passieren, dass das schiefgeht", sagte ihr Trainer Ralf Weber im ZDF.

Drechsler zittert mit

Mihambo veredelte mit WM-Gold ihre herausragende Saison und blieb auch im wichtigsten Wettkampf des Jahres ungeschlagen. Oben auf der Tribüne im Khalifa-Stadion jubelte ihre Mutter mit Mihambo, zu Hause in Oftersheim verfolgten Freunde und Fans den nächsten Triumph der Europameisterin bei einem Public Viewing im Rose-Saal.

Drechsler zitterte zu Hause in Helsinki vor dem Fernseher mit. "Ich freue mich wahnsinnig für sie, das hat sie sich verdient", sagte Drechsler dem Sport-Informationsdienst (SID) und feiert standesgemäß. "Ich mache mir jetzt eine Flasche Champagner auf", sagte die Olympiasiegerin von 2000: "Ich gönne es ihr von Herzen."

Als Nummer 1 nach Doha

Mit 7,16 m war Mihambo als Nummer eins der Welt nach Katar gereist, schon vor der WM legte sie die drei weitesten Sprünge des Jahres hin, und so war es kein Wunder, dass sie sich in den vergangenen Tagen sehr siegessicher gegeben hatte.

Vor dem Wettkampf schrieb sie bei Instagram: "Lasst uns herausfinden, wer die Beste der Welt ist." Wohlwissend, dass der Titel nur über sie vergeben wird.

Seit dem ersten 7-Meter-Sprung ihrer Karriere Anfang Juni in Rom war Mihambos Selbstvertrauen von Tag zu Tag größer geworden. Aus ihrem Gold-Anspruch machte sie auch keinen Hehl mehr. "Ich finde es schön, in der Favoritenrolle zu sein", sagte sie dem SID, "und habe auch den Ansporn, dieser gerecht zu werden". Sie schaffte es souverän.

Bronze als Trostpflaster

Speerwerfer Johannes Vetter sackte kurz enttäuscht auf der Tartanbahn zu Boden, dann schnappte er sich aber doch die schwarz-rot-goldene Flagge und marschierte in die Fankurve: Zwei Jahre nach seinem WM-Triumph von London hat der deutsche Speerwurf-Rekordler die erfolgreiche Titelverteidigung verpasst, sich mit Bronze nach einer schwierigen Saison aber ein dickes Trostpflaster geholt.

Der 26-Jährige kam in einem durchwachsenem Finale nur auf für ihn enttäuschende 85,37 Meter - mehr als vier Meter weniger als in der Qualifikation (89,65). Gold sicherte sich überraschend Anderson Peters aus Grenada (86,89) vor dem Esten Magnus Kirt (86,21). Julian Weber aus Mainz belegte in Doha Rang sechs (81,26).

"Ich habe heute nicht unbedingt Gold verloren, sondern Bronze gewonnen", sagte Vetter im ZDF: "Es war ein heftiges Jahr."

Vom Podest in den OP-Saal

Vetter hatte einen schweren Weg nach Doha hinter sich, Verletzungen bremsten ihn immer wieder aus, vor allem der Fuß seines linken Stemmbeins machte Ärger. Die auch im Hinblick auf Olympia 2020 dringend nötige Operation verschob Vetter auf kurz nach der WM, die er ansonsten hätte sausen lassen müssen. Aufgrund der Schwächung dieses für einen Speerwerfer so entscheidenden Körperteils verlief die Vorbereitung alles andere als ideal. Aber Vetter stellte sich trotzdem der Herausforderung.

Quelle: SID/dpa

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