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Russlands Leichtathletik-Verband bleibt gesperrt

Der russische Verband bleibt für die Leichtathletik-WM suspendiert - und auch dem gesamten russischen Sport drohen harte Sanktionen: Russland ist zurück im Fadenkreuz der internationalen Dopingjäger und muss nach neuen Manipulationsvorwürfen weitreichende Konsequenzen befürchten.

Der Doping-Skandal wirft seine Schatten auf den Weltcup
Quelle: ZDF

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF bleibt bei seiner harten Haltung und hat die Suspendierung Russlands zum zwölften Mal verlängert. Bei der am Freitag beginnenden WM in Doha darf kein russisches Team starten.

Hat Russland getrickst?

Viel schmerzhafter könnten allerdings die Konsequenzen sein, wenn sich die Vorwürfe bestätigen, Russland habe an den Daten des Moskauer Kontrolllabors herumgetrickst. Dann könnten am Ende alle russischen Sportler betroffen sein - so wie bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, als sie nur unter neutraler Flagge an den Start gehen durften.

"Die Situation ist ernst. Uns drohen Sanktionen, obwohl wir für die Gründe nichts können", sagte Stanislas Posdnjakow, Präsident des russischen olympischen Komitees ROC, und forderte die Verantwortlichen auf, "überzeugende Antworten" zu finden.

Drei-Wochen-Frist

Und die sind nötig, denn die Vorwürfe wiegen schwer. "Experten haben sich die Daten angesehen, die wir von Whistleblowern bekommen haben, und die Daten, die wir von Russland erhalten haben. Es gibt Fragen, die gestellt werden müssen", sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli. Moskau hat drei Wochen Zeit, um auf die Unregelmäßigkeiten zu reagieren.

Konkret geht es um Daten, die das Ausmaß des vermeintlich institutionalisierten Dopingprogramms belegen sollen. Nach Angaben des Vorsitzenden des zuständigen WADA-Gremiums, Jonathan Taylor, sollen positive Dopingtests gelöscht worden sein. "Die Frage ist nun, warum?", zitierte die "New York Times" Taylor. Wenn Russland Sanktionen vermeiden wolle, müsse das Land eine Erklärung "aus dem Hut zaubern".

Tests vertuscht?

Die Übergabe der Daten aus dem Labor-Informations- und Management-System (LIMS) des Moskauer Labors war eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA in die WADA.

Darin enthalten sind die Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015, in diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein.

Erst nach langen Verhandlungen gab Russland Anfang 2019 die Daten heraus, dafür wurde RUSADA in einem vielkritisierten Tauschhandel wieder aufgenommen. Bisher wurden aus den Daten 298 besonders verdächtige Fälle bekannt. Die WADA hatte im Vorfeld gewarnt, "strengste Sanktionen" zu ergreifen, falls sich herausstellt, dass die Daten manipuliert seien. Nun könnte eine erneute Suspendierung der RUSADA ein Thema werden.

Als "neutrale Athleten" nach Doha

Im Gegensatz zur WADA hatte die IAAF immer durchgängig hart auf den russischen Dopingskandal reagiert, inzwischen ist der russische Verband RUSAF seit fast vier Jahren suspendiert - und bleibt es erst einmal auch.

Russische Leichtathleten dürfen derzeit nur nach eingehender Prüfung durch die IAAF als sogenannte "Neutrale Athleten" bei internationalen Wettbewerben starten. Die bisher letzte russische Mannschaft hatte bei der WM 2015 in Peking an einem internationalen Großereignis teilgenommen. Für Doha sind 29 "Neutrale Athleten" gemeldet.

Quelle: SID

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