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Leipziger Charme-Offensive

RB mit großer Imagekampagne vor DFB-Pokalfinale

RB Leipzig steht zum zehnten Geburtstag im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern und zeigt dabei seine Marketing-Muskeln. Die polarisierende Konzerntochter will das größte Spiel der jungen Klubgeschichte auch dazu nutzen, ihr Renommee weiter zu steigern.

RB Leipzigs Timo Werner macht Fotos mit Fans
RB Leipzigs Timo Werner macht Fotos mit Fans
Quelle: imago

Der akkurat gemähte Trainingsrasen von RB Leipzig ist normalerweise heilig. Keiner darf die Plätze am Cottaweg mit Straßenschuhen betreten, weil die Leipziger Greenkeeper sonst Verunreinigungen durch Bakterien fürchten. Zu Beginn dieser so speziellen Woche für RB Leipzig, an deren Ende der Gewinn des DFB-Pokals stehen könnte, machten die Ordner eine Ausnahme. Zwei Vertreter der aktiven Fanszene von RB durften die Mannschaft auf dem Platz mit emotionalen Worten auf das Endspiel gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München einschwören. Kapitän Willi Orban überreichten sie zum Ende der Trainingseinheit eine Kapitänsbinde als Talisman. Etwa 500 Fans stimmten das Team mit ersten Gesängen ein.

Neue Begeisterung

Am Samstag in der Hauptstadt werden es etwa 24.000 Zuschauer sein, die im Olympiastadion die Leipziger anfeuern. Zwar waren zu Leipzigs Liga-Gastspielen bei der Hertha in den vergangenen Jahren bereits 8.000 bis 10.000 Leipziger im Berliner Stadion. Doch 24.000 RB-Auswärtsfans sind ein Novum. Innerhalb von weniger als drei Stunden waren die Tickets vergriffen. Die Begeisterung in der Messestadt, die zwischenzeitlich auch schon mal etwas abgeflacht war, als Zuschauer vor allem bei Europa-League-Spielen wegblieben, ist wieder so prickelnd wie beim Bundesliga-Aufstieg.

Die Leipziger wollen dabei sein, wenn ihr Klub keine zehn Jahre nach dem ersten Spiel der Klubgeschichte im Landespokal gegen den damaligen Sechstligisten Blau-Weiß Leipzig am 31. Juli 2009, nun die Chance auf den ersten großen Titel der kurzen Klubgeschichte hat.

Gewaltige Imagekampagne

Doch nicht nur sportlich und atmosphärisch ist dieses Pokalfinale das größte Spiel der Vereinsgeschichte. Für Rasenballsport und seinen potenten Sponsor, einem österreichischen Getränkehersteller, ist diese Partie die größtmögliche Bühne, um sich mit einer gewaltigen Imagekampagne zu präsentieren. Insgesamt 4000 Plakatflächen hat der Klub in ganz Berlin angemietet. Unter anderem mit dem Social-Media-Slogan #WirPokalisieren, der darauf hinweisen soll, dass RB Leipzig laut Umfragen hinter Bayern München der polarisierendste Klub hierzulande ist. Zu- oder Abneigung – dazwischen gibt es wenig.

Zudem veranstaltet RBL in den Vierteln zwischen Ku’damm und Breitscheidplatz an diesem Samstag mithilfe einer Marketingagentur Guerilla-Marketing-Aktionen. „Mit dieser Kampagne geben wir unsere Visitenkarte in Berlin ab, wo wir bereits jetzt viele Fans haben”, sagt RB-Marketing- und Kommunikationschef Florian Scholz. Es gehe um „Emotionalisierung und Aktivierung der Fans”.

Verbesserte Umfragewerte

So werden Berliner und Besucher Zeugen einer rund um das Pokalfinale großen Werbeveranstaltung. So omnipräsent war wohl noch kein Finalist. Wenngleich bei vielen Kritikern das Bild vom Kommerzklub vorherrscht, ist die Zeit der ganz großen Anfeindungen allmählich vorbei und Umfragen von Marketingagenturen weisen stetig steigende Bekanntheits- und Beliebtheitsgrade nach. Auch deswegen will der Klub die Gunst der Stunde nutzen, um Vollgas zu geben, wie die Marketing-Leute im Verein sagen.

Zehnter Geburtstag, als Tabellendritter eine Erfolgssaison gespielt, der zumindest vorläufige Abschied von Ralf Rangnick als Trainer: Perfekter hätte sich kein Drehbuchautor den Zeitpunkt dafür ausdenken können, die Marketingmaschine ganz nach dem Vorbild des Mutterkonzerns zum ersten Mal so richtig anzuwerfen und dafür mehrere hunderttausend Euro aufzuwenden.

Blaupause für andere Erstligisten?

Auch hinter den Kulissen soll der Endspieleinzug RBL jede Menge Renommee einbringen. Seit Freitag nehmen die Klubbosse in engem Takt Medientermine wahr, sind bei Verlagen und Sportvermarktern zu Gast. Das einst geschmähte RB dient offenbar als Vorbild für Imagekorrekturen anderer Bundesligisten. Laut zdfsport.de-Informationen haben zwei andere Erstligaklubs sich diesbezüglich Rat bei Rasenballsport eingeholt.

Wenn es nach dem Willen der Leipziger geht, ist das Pokalfinale nur der Vorgeschmack auf viele weitere große Spiele. Der künftige Trainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rangnick kündigten nach Saisonende in der Liga unisono an, in den kommenden Jahren Deutscher Meister werden zu wollen. Und die derzeit überbordend selbstbewussten RB-Kicker wollen in der kommenden Saison auch in der Champions League ähnlich geschlossen, abwehrstark und dominant auftreten wie in den meisten Bundesligaspielen.

Zunächst aber wäre der erste Titel der Vereinsgeschichte nicht nur hoch emotionalisierend für alle Beteiligten, sondern auch hilfreich für die Visitenkarte, um neue Spieler nach Leipzig zu locken und titelhungrige zu halten. Mal sehen, ob die Kapitänsbinde der Fans Orban & Co. gegen die favorisierten Münchner Glück bringt.

Das Finale im Liveticker

Di, 29.10.2019
Di, 29.10.2019
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