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Der Masterplan für die Mission Titelverteidigung

Bundestrainer Joachim Löw

Sport - Der Masterplan für die Mission Titelverteidigung

Nie hat ein Team eine bessere WM-Qualifikation gespielt: 30 Punkte und 43:4 Tore sprechen für sich. Der Bundestrainer fürchtet sich nicht vor schweren Gruppengegnern bei der WM, möchte aber wieder eine "übermenschliche Motivation" wecken. Aus gutem Grund.

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Robert Prosinecki sah sichtlich geschafft aus, als er nach der 1:5-Niederlage seine Ausführungen in deutscher Sprache beendet hatte. Der Nationaltrainer Aserbaidschans, in Villingen-Schwennigen geboren, fuhr sich immer wieder durchs verschwitzte Haar, ehe er 48-Jährige sein sehr staatliches Körpergewicht vom Podium des Presseraumes schwang.

Ab jetzt im Tunnel

Joachim Löw hatte eine Weile am Stehtischchen gewartet, als sich die beiden Trainer kräftig umarmten. Wer weiß, wann man sich wiedersieht? Prosinecki will sich in zwei, drei Tage entscheiden, ob er weiterhin am Kaspischen Meer als Entwicklungshelfer arbeitet. Löw ist da längst mehrere Schritte weiter und kurz davor, endgültig in den Tunnel zur Mission Titelverteidigung der WM 2018 abzutauchen.

Deutliches Indiz: Über konkreten Anlass des ein oder anderen Wutausbruchs an der Seitenlinie in der ersten Halbzeit beim 5:1-Pflichtsieg gegen den Außenseiter wollte Löw gar nicht reden. "Man muss natürlich auch zugestehen, dass manche junge Spieler gewisse Stufen in der Entwicklung durchlaufen. Da funktioniert nicht alles so. In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner so bespielt, wie wir ihn gebraucht haben. Die Tore sind dann zwangsläufig gefallen."

Negativbeispiele

Zuvor hatten nicht "kleinere technische Fehler" (Löw) sondern grobe Missverständnisse für Kopfschütteln gesorgt – auch beim Bundestrainer, der binnen einer Halbzeit seine komplette Innenverteidigung mit Niklas Süle (muskuläre Beschwerden) und Shkodran Mustafi (offenbar Muskelbündelriss) verlor. Zuvor hatte das Duett anschaulich vorgeführt, wie Aufbauspiel auf internationalem Niveau eben nicht geht. Löw klipp und klar: "Wenn ich hinten schlecht einfädele, wird es harzig im Spiel nach vorne."

Und doch fuhr seine Verlegenheitself angetrieben vom Doppeltorschützen Leon Goretzka noch den standardgemäßen Erfolg ein. Zehn Spiele, zehn Siege mit 43:4 Toren: Nie war ein Nationalteam in einer WM-Qualifikation besser. Konzentration und Spannung von Anfang bis Ende hochzuhalten, "das ist nicht selbstverständlich", lobte Löw. Und doch weiß der 57-Jährige: "Bei der WM kommen andere Kaliber."

Deutschland gesetzt

Mögliche Duelle mit Frankreich oder Spanien können Löw nicht schocken. "Mir ist das eigentlich relativ egal", sagte der Bundestrainer mit Blick auf die WM-Auslosung am 1. Dezember. 2014 sei man schließlich auf Portugal, Ghana und die USA getroffen und sei an den Aufgaben gereift: "Ich erwarte keine Gegner, die man einfach wegspielt."

Deutschland ist als einer der Gruppenköpfe gesetzt. Zudem steht fest, dass ein Gruppenspiel auf alle Fälle in Moskau steigt. Trotzdem soll der genaue Weg abgewartet werden, ehe die Quartierfrage entschieden wird.

Wichtig ist Löw, dass "ein immenser Hunger und eine übermenschliche Motivation" erhalten und abgerufen werden können. An diesem Umstand haperte es bei der EM 2016 in Frankreich, wobei der Chef  zuvor auch zu sehr die Laissez-faire-Haltung vorgelebt hatte.

Nun aber hält Löw die Zügel wieder fester in der Hand. "Die Spieler müssen sich frühzeitig mental auf das Turnier einstellen." Erst im April, Mai den Schalter anknipsen, was etwa eine professionelle Vorbereitung und Lebensweise betrifft, geht nicht.

Wenn die Akteure diesen Rat befolgen, sollte Löw allerdings einen Fehler wie 2016 vermeiden, als er auf nicht fitte Frontmänner wie damals Bastian Schweinsteiger setzte.

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