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Ter Stegens langer Weg zur Nummer eins

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Sport - Ter Stegens langer Weg zur Nummer eins

Vor dem Champions-League-Spiel in Leverkusen spricht der deutsche Torwart des FC Barcelona über seine Situation beim Titelverteidiger. Bayers Karim Bellarabi hofft derweil auf "ein kleines Wunder".

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.12.2016, 21:00

Welcher Keeper träumt nicht davon, hinter Lionel Messi und Co. das Tor zu hüten? Marc-André ter Stegen darf das beim FC Barcelona zumindest in der Champions League. Für weitere Einsatzzeiten braucht er am Mittwoch bei Bayer Leverkusen (20.45 Uhr / ZDF ab 20.25) eine gute Leistung.

Auf den ersten Blick geht es für den FC Barcelona in Leverkusen um wenig. Schließlich steht der Titelverteidiger der Königsklasse bereits als Gruppenerster fest. Ein Routineakt also? Keineswegs. Der vierfache Weltfußballer Lionel Messi etwa befindet sich nach seiner Verletzungspause auf dringlicher Suche nach der Topform. Und auch Marc-André ter Stegen hat ein erhöhtes Interesse an der Partie – nicht nur, weil er in seiner deutschen Heimat und gegen Bernd Leno antritt, den ewigen Rivalen aus DFB-Juniorentagen.

Konkurrent Bravo hält bravourös

Weil sich bei den Katalanen wie in der vergangenen Saison eine Torwartrotation eingependelt hat, braucht der  23-Jährige schlichtweg jede Bewährungschance. Während Claudio Bravo in der Liga spielt, darf ter Stegen nur in der Champions League ran. Was im spanischen Pokal passiert – letzte Saison ebenfalls Terrain des Deutschen – wird sich zeigen, wenn der ab Januar in die entscheidende Phase tritt. Noch vor Weihnachten steht außerdem die Klub-WM an. Wie üblich hat Trainer Luis Enrique bisher nicht erklärt, wem er dort den Vorzug geben wird.

Bravo oder ter Stegen? Die Frage beschäftigt Barcelona seit vor anderthalb Jahren der langjährige Stammkeeper Víctor Valdés abtrat und der damalige Sportdirektor Andoni Zubizarreta eine zweigleisige Nachfolgeregelung erarbeitete. Nach ausgiebigem Scouting verpflichtete der Ex-Torwart den jungen ter Stegen als Mann für Barças Zukunft und stellte ihm als Absicherung den erfahrenen Bravo zur Seite. Eine Verletzung kostete den Ex-Mönchengladbacher in jenem Sommer allerdings die Chance, in der Liga zu beginnen; seitdem hält Bravo so bravourös, dass er kaum einmal die Tür öffnete. 

Frühstart ging eher nach hinten los

Diesen Sommer wollte der ehrgeizige Deutsche nun das Glück erzwingen und kürzte sich sogar selbst den Urlaub. Wie gewünscht ließ ihn Luis Enrique für die ersten Pflichtspiele im Supercup dann auch ins Tor, doch das sollte sich eher als Makel erweisen. Weil sowohl er wie auch seine Abwehr noch einen gewissen Urlaubsrost mit sich herumschleppten, fing sich ter Stegen acht Gegentore in zwei Partien. Auch während einer vierwöchigen Verletzungspause Bravos im September präsentierte er sich eher wacklig. Erst zuletzt fand er wieder zur Sicherheit seiner überzeugenden Darbietungen der Vorsaison. Vor zwei Wochen beim 6:1 gegen den AS Rom parierte er unter anderem einen Elfmeter – das Camp Nou feierte ihn mit Sprechchören.

Der wagemutige Deutsche ist beliebt beim Publikum, doch als Tormann der Stunde gilt eher Bravo, der von der spanischen Liga gerade erst als bester Keeper der vergangenen Saison ausgezeichnet wurde. Während des 4:0-Erfolges kürzlich bei Real Madrid entschärfte der Chilene so viele Großchancen, dass Luis Enrique danach zum Thema Rotation erklärte: "Seine gute Form könnte mich zu einem Umdenken führen."

Deutscher Otto trainiert im Nachwuchs-Internat

Der Trainer sonnt sich in dem Luxus, zwei exzellente Leute auf einer Position zu haben, die in Barças Vergangenheit oft problematisch war. Spätestens seit der Amtszeit von Ex-Torwart Zubizarreta wird jedoch nichts mehr dem Zufall überlassen. Allein in der zweiten Mannschaft und den beiden Juniorenteams hoffen neun Keeper, eines Tages zwischen den Pfosten im Camp Nou zu stehen. Darunter der 17-jährige Deutsche Dennis Otto, der auf Mallorca aufwuchs, mit 15 ins Klubinternat La Masia wechselte und kürzlich schon mal bei den Profis mittrainieren durfte.

Viel zu bedeuten hat das noch nicht, ergehen solche Einladungen doch an etliche Nachwuchsspieler. In der A-Jugend konkurriert Otto zudem mit Stammkeeper Andreu Cases und Spaniens U-17 Nationaltorwart Iñaki Peña. Als nächste Stufe vor dem Sprung zu Messi und Co. würde dann erst mal die zweite Mannschaft folgen. Dort spielt unter anderem Kameruns aktueller Nationaltorwart Fabrice Ondoa - als Ersatzmann.

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