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Moderator im Unruhestand

Heynckes bis Saisonende zum FC Bayern

Mit der Entscheidung von Trainer Jupp Heynckes, bis zum Sommer zum FC Bayern zurückzukehren, gewinnt der Verein Zeit für die Suche nach einer langfristigen Lösung. Wichtigste Aufgabe für den 72-Jährigen wird sein, die zersplitterte Mannschaft wieder zu einen.

Jupp Heynckes
Jupp Heynckes (2013) Quelle: dpa

Ein bisschen Bedenkzeit hatte sich Jupp Heynckes noch genommen, doch vermutlich ging es dabei eigentlich nur noch um die letzten Details, die es zu klären galt für sein nun viertes Engagement beim FC Bayern. Am Freitag bestätigten sowohl der 72-Jährige als auch der Verein die spektakuläre Rückkehr zum deutschen Meister. Bis zum Saisonende wird Heynckes, 2013 Triple-Gewinner mit den Münchnern und seither im Ruhestand, die Mannschaft übernehmen.

„Ich wäre zu keinem anderen Verein der Welt zurückgekehrt, aber der FC Bayern München ist eine Herzensangelegenheit für mich“, wurde Heynckes in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. Er werde nun mit seinem Trainerteam „alles daran setzen, dass die Mannschaft den Fans bald wieder erfolgreichen Fußball präsentieren wird. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe.“

Peter Hermann kommt als Co-Trainer

Assistieren werden Heynckes Peter Hermann, 65, und Hermann Gerland, 63. Dieses Trio hatte bereits bei Heynckes‘ letzter Amtszeit in München zusammengearbeitet. Hermann war zuletzt beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf als Assistent von Friedhelm Funkel tätig. Gerland lässt seine erst im Sommer angetretene Stelle als sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des FC Bayern bis zum Saisonende ruhen. „Wir sind Jupp sehr dankbar, dass er uns als Cheftrainer zugesagt hat. Er ist zum jetzigen Zeitpunkt der ideale Trainer für den FC Bayern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Mit der überraschenden Lösung gewinnen die Münchner nach der Beurlaubung des bisherigen Cheftrainers Carlo Ancelotti, 58, vor allem Zeit, um in Ruhe über ein langfristiges und zukunftsfähiges Modell befinden zu können. Womöglich könnte dieses auf Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann, 30, hinauslaufen, auf den Präsident Uli Hoeneß große Stücke hält. Denkbar scheinen aber auch andere Varianten. Selbst über den vereinslosen Thomas Tuchel, 44, auf den sich Hoeneß und Rummenigge in der aktuellen Situation nicht verständigen konnten, wird weiterhin spekuliert. Ebenso über Jürgen Klopp, 50, derzeit Trainer des FC Liverpool.

Boateng: Besser geht es nicht

Zunächst einmal wird es für Heynckes nach gut vier Jahren Ruhestand darum gehen, die in Gruppen zersplitterte Mannschaft wieder zu einen. Freudig war die Nachricht von seinem bevorstehenden Engagement bereits vorab von einigen Spielern aufgenommen worden. „Jupp Heynckes hat alles, was ein guter Trainer braucht. Das ist ein ganz großer Trainer. Ich glaube, eine bessere Lösung gibt es nicht“, hatte Innenverteidiger Jérôme Boateng am Rande des WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft in Nordirland gesagt. Neben Boateng hatte Heynckes in der Triplesaison mit acht weiteren Spielern des aktuellen Kaders zusammengearbeitet, mit Thomas Müller, Arjen Robben, Manuel Neuer, Franck Ribéry, David Alaba, Javier Martínez, Rafinha und Tom Starke. Und geschätzt wurde er dabei vor allem für sein Moderationsgeschick, mit dem er ein homogenes Binnenklima als Basis für die erfolgreichste Saison in der Geschichte des FC Bayern schuf.

Topfit für den Freundschaftsdienst

Seine Rückkehr aus dem Ruhestand, den er auf seinem Bauernhof in Schwalmtal am Niederrhein mit seiner Ehefrau Iris und seinem Schäferhund Cando genoss, ist vor allem als großer Freundschaftsdienst für Hoeneß zu werten. Diesem sei er „zu großem Dank verpflichtet“, hatte Heynckes bei seinem Abschied 2013 gesagt. Nach seiner ersten Amtszeit beim FC Bayern (1987 bis 1991) hatte ihn Hoeneß noch entlassen und dies im Nachhinein einmal als „größten Fehler“ seiner Managerzeit bezeichnet. 2009 holte er Heynckes als Interimstrainer nach der Trennung von Jürgen Klinsmann erstmals als Nothelfer zurück. 2011 ein weiteres Mal nach der Amtszeit von Louis van Gaal und dem kurzen Übergang mit Andries Jonker. Es folgte das bittere Jahr 2012, als die Bayern in allen Wettbewerben Platz zwei belegten, darunter im „Finale dahoam“ der Champions League gegen den FC Chelsea. Ein Jahr später verabschiedete sich Heynckes mit dem Triple triumphal aus München.

Nun fühlt er sich als drittältester Trainer der Bundesliga-Geschichte „topfit“, um noch einmal zu helfen. Am Montag wird Heynckes erstmals das Training leiten, am Samstag darauf kommt der SC Freiburg in die Münchner Arena. Es wird das 1012. Bundesligaspiel von Heynckes als Spieler und Trainer.

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