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Spa: Klassiker mit Rückenwind - im Gegensatz zu Hockenheim

Formel 1 vor dem Großen Preis von Belgien

Der neue Kalender für die Formel-1-Saison 2020 ist da – dass der belgische GP in Spa- Francorchamps darauf stehen würde, war keine Frage. Im Gegensatz zum deutschen GP in Hockenheim, der auf der Jahresübersicht nicht mehr auftaucht.

Formel-1-Kurs Spa-Francorchamps mit Nico Rosberg im Mercedes 2016
Spa-Francorchamps mit Sieger Nico Rosberg im Mercedes 2016
Quelle: imago

Der Klassiker auf der Traditionsstrecke in den belgischen Ardennen, bereits 1950 zum ersten Mal im Formel-1-Programm, gehört zu den Rennen, die sich trotz einiger finanzieller Probleme in der Vergangenheit wirtschaftlich konsolidieren konnten. In den letzten Jahren lebte man dabei natürlich auch von den gut 25.000 niederländischen Max-Verstappen-Fans, die regelmäßig an die Strecke pilgern. Aber zuvor, als das Rennen zeitweise ernsthaft auf der Kippe zu stehen schien, flossen dann doch ein paar öffentliche Gelder. Auch, um dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur möglich zu machen.


Besonderes Engagement für Spa

Schumacher gewinnt ein Jahr nach seinem Debüt in der Formel 1 seinen ersten Grand Prix: 1992 in Spa-Franchorchamps.
Schumacher gewinnt ein Jahr nach seinem Debüt in der Formel 1 seinen ersten Grand Prix: 1992 in Spa-Franchorchamps.
Quelle: dpa

Dazu kommt: Die Strecke, die Michael Schumacher, der hier insgesamt sechsmal gewann, gerne als sein "Wohnzimmer" bezeichnete, in Anlehnung an Boris Becker und Wimbledon, ist bei Fahrern und Fans beliebt wie kaum eine andere. Die Kurvennamen der Berg- und Talbahn, allen voran Eau Rouge und Radillion, aber auch La Source oder Blanchimont, sind Legende. Das hilft, das Bemühen aller, auch der sonst nur auf die Finanzen schauenden Formel-1-Bosse, ein Rennen zu erhalten – und sei es vielleicht auch mal mit einem Preisnachlass in schwierigen Zeiten.

Der deutsche Grand Prix kann darauf nicht mehr bauen. Bernie Ecclestone ließ sich früher ab und zu auf so einen Deal ein. Die neuen Verantwortlichen von Liberty Media wohl eher nicht mehr – obwohl Chase Carey ja betont, dass ein Deutschland-GP schon wichtig sei. Aber so richtig gilt Hockenheim eben speziell nach dem Umbau zu Beginn des neuen Jahrtausends, als die - den Charakter prägenden - langen Geraden wegfielen, nicht mehr so recht als Traditionsstrecke. Obwohl der erste Grand Prix hier auch schon 1970 stattfand.

Hockenheim und Barcelona im Wechsel?

Und dass angesichts mangelnder Finanzen die Infrastruktur seit einigen Jahren doch in manchen Bereichen immer weniger den anderswo gebotenen Formel-1-Standards entspricht, sorgt auch nicht gerade für zusätzliche Motivation innerhalb der Szene, das Rennen unbedingt erhalten zu wollen. Öffentliche Gelder für den Motorsport sind in Deutschland heutzutage ein No Go. Und Mercedes, die 2019 noch geschätzt drei Millionen Euro investierten, will auch erst einmal nicht mehr helfen.

Der langjährige Hockenheim-Geschäftsführer Georg Seiler, inzwischen im Ruhestand, schlug ja rund um den diesjährigen deutschen GP eine Wechsellösung mit Barcelona vor. Nachdem die Spanier tatsächlich in letzter Minute in den jetzt 22 Rennen zählenden Kalender rutschten, wäre das eventuell tatsächlich eine Verhandlungsbasis für die neue Hockenheim-Führungsspitze.

Monza und Silverstone machen's vor

Andere Klassiker, wie Silverstone und Monza, lieferten in den letzten Jahren auch immer wieder Schlagzeilen mit der Ankündigung, sie könnten die Antrittsgelder nicht mehr bezahlen und liefen Gefahr, ihre Rennen zu verlieren. Doch irgendwie führten die öffentlich geäußerten Befürchtungen dann immer wieder dazu, dass doch noch Geld aufgetrieben werden konnte.

Der Vertrag von Silverstone wurde gerade kürzlich um fünf Jahre bis 2024 verlängert. Für Monza wird die Verkündung eines ähnlichen langfristigen Deals für das kommende Wochenende im Rahmen des Italien-GPs erwartet.

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