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Gelungene Generalprobe für die European Championships

Die deutschen Leichtathleten haben bei ihren nationalen Titelkämpfen in Nürnberg die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Heim-EM vom 6. bis 12. August (European Championships ab 3. August im ZDF) genährt. Die Bilanz der Meisterschaften: Einige Weltklasseleistungen und zehn neue Normerfüller.

Christina Schwanitz, Idriss Gonschinska und Thomas Röhler
Christina Schwanitz, Idriss Gonschinska und Thomas Röhler
Quelle: dpa

Es ging am Wochenende für die deutschen Leichtathleten in Nürnberg nicht nur um nationale Titel, sondern auch darum, bei der Generalprobe für die Europameisterschaft in zwei Wochen in Berlin Schwung aufzunehmen für den Saisonhöhepunkt vor Heimpublikum. Das ist gelungen, findet Idriss Gonschinska, der Cheftrainer im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). 80 Athleten waren bereits vor Nürnberg für die EM nominiert, weitere 40 bis 50 werden hinzukommen, wenn die Verantwortlichen am Mittwoch die finale Teambesetzung bekannt geben.

Kugel, Hürden und Speer machen Hoffnung

Eine Medaillenprognose wollte Gonschinska wie gewohnt nicht abgeben. Er sagte am Sonntagabend in Nürnberg: „Wir haben ein breites Medaillenpotenzial. Aber Werte aus Statistiken gewinnen keine Medaillen, sondern Athleten im Wettbewerb. Wir können die Konkurrenz nicht bewerten, es kommen schließlich noch 50 weitere Nationen nach Berlin.“

Am deutlichsten sichtbar war das deutsche Medaillenpotenzial in Nürnberg beim Kugelstoßen und Hürdensprint der Frauen sowie beim Speerwurf der Männer. Gleich zum Auftakt am Freitagabend sorgte Kugelstoßerin Christina Schwanitz (Erzgebirge) für einen Paukenschlag: Beim ausgelagerten Wettbewerb auf dem Nürnberger Hauptmarkt gelang der 32-Jährigen der erste 20-Meter-Stoß seit ihrer Baby-Pause. Die Zwillings-Mama holte sich mit 20,06 Metern souverän ihren sechsten nationalen Titel und katapultierte sich damit endgültig in die Favoritenposition für die EM. Allerdings sorgte sie am Samstagabend auch noch für einen kurzen Schockmoment: Nach einem Autounfall auf dem Weg zum ZDF-Sportstudio wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert – konnte es aber mit nur leichten Blessuren noch am Abend wieder verlassen.

Dutkiewicz in Top-Form

Über 100 Meter Hürden gewann die Wattenscheiderin Pamela Dutkiewicz in der Weltklassezeit von 12,69 Sekunden den Titel und unterstrich ihre Medaillenambitionen für Berlin. Die WM-Dritte hatte in der Hallensaison auf Wunsch ihres Trainers nur in sehr begrenztem Umfang an Wettkämpfen teilgenommen, um sich ganz auf den Sommer zu konzentrieren. Das scheint der richtige Weg gewesen zu sein, mit ihren Anfang Juli in Luzern gelaufenen 12,67 Sekunden liegt sie auf Rang drei der europäischen Jahresbestenliste. Und mit Titelverteidigerin Cindy Roleder (Halle) hat der DLV ja auch noch eine zweite Medaillenkandidatin über die Hürden im Team – auch wenn diese die Generalprobe in Nürnberg durch einen Fehlstart und die daraus folgende Disqualifikation im Halbfinale verpatzte.

Vom Speerwurf-Wettbewerb der Männer durfte viel erwartet werden, immerhin trafen hier der Olympiasieger, der Weltmeister und Deutschlands dritter 90-Meter-Werfer aufeinander. Für die magische Marke waren die Bedingungen in Nürnberg dann nicht ganz optimal, aber einen spannenden Wettbewerb boten Thomas Röhler, Johannes Vetter und Andreas Hofmann dennoch. Am Ende düpierte Hofmann (Mannheim) mit seinem Meisterschaftsrekord von 89,55 Metern Olympiasieger Röhler (Jena/88,09) und Weltmeister Vetter (Offenburg/87,83). Dem großen Showdown der drei aktuell weltbesten Speerwerfer (die neun weitesten Würfe des Jahres stammen von den drei Deutschen) in Berlin steht also offenbar nichts im Wege.

Robert Harting muss noch zittern

Für keine Weltklasseleistung, aber zumindest wohl ein Aufatmen bei Fans, Veranstaltern und Sponsoren sorgte am Samstag in Nürnberg noch Robert Harting. Der Diskuswerfer aus Berlin, in den zurückliegenden Jahren das Gesicht der deutschen Leichtathletik und aktuell beliebteste EM-Werbefigur, schaffte wohl so gerade noch den Sprung ins EM-Team. Der 33-Jährige kam hinter seinem bereits nominierten Bruder Christoph (66,98 Meter) und dem Wattenscheider Daniel Jasinski (64,82) mit 63,92 Metern auf Rang drei. Damit lag er 20 Zentimeter vor dem Magdeburger Martin Wierig – der in diesem Jahr mit 66,98 Metern allerdings schon weiter geworfen hat als der ältere Harting.

Dennoch wird Robert Harting zur Nominierung vorgeschlagen, das gab Cheftrainer Gonschinska bereits bekannt. Und niemand wird wohl ernsthaft dagegen sein, dem Olympiasieger, Welt- und Europameister zum Abschluss seiner Karriere den erhofften Abschied in seiner Heimatstadt zu gewähren. Das ist nicht nur in seinem Sinne, sondern dürfte ein emotionaler Höhepunkt der Titelkämpfe werden.

European Championships 2018

Sport | EC 2018 - Die European Championships 2018 live im ZDF

Sieben Sportarten tragen erstmals ihre Europameisterschaften gemeinsam aus - Premiere für die European Championships. Berlin und Glasgow rücken vom 2. bis 12. August 2018 in den Fokus der Sportwelt - ZDF und ARD sind live dabei.

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