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FIS untersucht Drohnen-Absturz

Sport - FIS untersucht Drohnen-Absturz

Gleich hinter Marcel Hirscher zerschellte eine Kameradrohne auf dem Skihang von Madonna di Campiglio. Der Rennläufer, der großes Glück im Unglück hatte, war entsetzt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.12.2016, 00:00

Der Ski-Weltverband FIS hat eine Aufklärung des Drohnen-Zwischenfalls von Madonna di Campiglio angekündigt. Am Dienstagabend war beim Weltcup-Slalom eine Kameradrohne auf die Piste gestürzt und hätte den Österreicher Marcel Hirscher um ein Haar getroffen.

An der Stelle, auf der das plötzlich außer Kontrolle geratene Fluggerät aufschlug, war Hirscher nur einen Wimpernschlag zuvor vorbeigefahren, nur etwa einen Meter war er davon entfernt. Man werde mit allen beteiligten Parteien reden, um zu erfahren, wie es zu dem Unfall kommen konnte, heißt es in einer Stellungnahme der FIS. "So etwas darf nie wieder passieren", schrieb der Weltverband am Mittwochmorgen.

Rechteinhaber entschuldigt sich

Der für die Kameradrohne verantwortliche TV-Rechte-Inhaber Infront hat sich bei Hirscher und der FIS für den "unglücklichen Zwischenfall" entschuldigt und kündigte detaillierte technische Analysen und "so bald wie möglich" weitere Informationen an.

Renndirektor Markus Waldner sprach von einer "Schweinerei" und einer nur knapp abgewendeten Katastrophe. Im Gegensatz zu Österreich oder Deutschland ist es in Italien erlaubt, bei Ski-Rennen Drohnen einzusetzen. "Es war aber ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt, sondern nur über den Korridor", sagte Waldner. "Doch im zweiten Lauf ist der dann immer weiter reingeflogen. Ein Wahnsinn, was da passiert ist."

"Sehr viel Glück gehabt"

Der Präsident des Organisationskomitees von Madonna, Lorenzo Conci, betonte: "Ich kann nur meine persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich bin schockiert, dass so etwas passiert ist. Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt."

Heftige Kritik übte Hirschers Kollege Ted Ligety: "Safety Third!!! Marcel Hirscher hatte soooo viel Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Nicht akzeptabel", schrieb der US-Amerikaner bei Facebook. Hirscher selbst kommentierte bei Facebook mit Galgenhumor: "Dichter Flugverkehr in Italien". Drastischere Worte hatte er unmittelbar nach dem Rennen im Interview mit dem ORF gefunden: "So etwas ist eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann."

FIS im Dilemma

Für die FIS steckt in diesem Vorfall auch ein Dilemma: Einerseits will der Sport beworben und jüngeren Fans schmackhaft gemacht werden, spektakuläre Luft-Bilder oder auch neue Wettkämpfe wie der Parallel-Riesenslalom tags zuvor sind dafür Möglichkeiten.

Andererseits zählt der Sicherheitsaspekt: Beim Parallel-Riesenslalom am Montag hatte es Kritiker gegeben, die die Gesundheit der Sportler gefährdet sahen, da sich diese sehr nah kamen. Letztlich ging alles glimpflich aus.

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