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Zwischen Bitterkeit und Hochgefühl

DFB-Pokalfinale: FC Bayern - Eintracht Frankfurt

Mit dem überraschenden 3:1-Sieg im Pokalfinale gegen den FC Bayern hat Eintracht Frankfurt dem Münchner Trainer Jupp Heynckes den Karriereausstand verdorben, seinem Nachfolger Niko Kovac den baldigen Einstand beim Meister allerdings erleichtert.

Jupp Heynckes und Niko Kovac
Der eine geht, der andere kommt: Jupp Heynckes und Niko Kovac
Quelle: imago

Ganz am Ende, nach seiner letzten Pressekonferenz, bekam Jupp Heynckes doch noch jenen Applaus, der eigentlich bei der Pokalübergabe erwartet worden war. Doch nach dem überraschenden 1:3 (0:1) im Pokalfinale gegen Außenseiter Eintracht Frankfurt waren die letzte Dienstreise des FC Bayern und Heynckes‘ letztes Spiel seiner Karriere mit einer so unerwarteten wie großen Enttäuschung geendet. Dem 73 Jahre alten Trainer der Münchner wurde bei seinem Abtritt von der großen Fußballbühne zumindest noch der Beifall der Journalisten zuteil. Ein schwacher Trost für Heynckes, der nur kurz lächelte und sich dann wieder seinen frustrierten Spielern zuwendete.

Ein bisschen Bitterkeit

Zurückgelassen hatte er eine Analyse, in der er weniger auf den höchst umstrittenen Elfmeter-Verzicht von Schiedsrichter Felix Zwayer in der Nachspielzeit trotz Videoüberprüfung eingehen wollte als auf die Defizite seiner Mannschaft gegen Frankfurt. Man habe es nicht geschafft, "den Erfolg in so einem Spiel zu erzwingen", erkannte Heynckes. Und es sei seiner Elf auch nicht gelungen, "die ganze Qualität auf den Punkt über 90 Minuten abzurufen". Ein bisschen Bitterkeit klang durchaus an, von seiner Mannschaft nicht mit dem Double zum Ausstand beschenkt worden zu sein. Aber auch Freude, in Kürze wieder ins Privatleben zurückzukehren. "Mit 73 weiß man nicht, wie lange man noch zu leben hat", sagte Heynckes, "ab nächster Woche möchte ich mein Leben wieder genießen."

Durchaus symbolträchtig abgelöst wurde er auf dem Podium von seinem baldigen Nachfolger Niko Kovac, vom Frankfurter Trainer, der sich mit dem ersten Pokalgewinn der Eintracht seit 30 Jahren samt der Zulassung zur Europa League und mit seinem ersten Titel als Chefcoach doch noch versöhnlich von seinem aktuellen Arbeitgeber verabschiedet. "Wir werden am Römer so richtig feiern", versprach der 46-Jährige, der nur wenige Kilometer vom Berliner Olympiastadion im Stadtteil Wedding aufgewachsen war, für die Rückkehr nach Frankfurt. Ein paar Tränen hatte er zuvor auf dem Platz verdrückt. "Es ist ein schwerer Abschied, aber ein schöner", sagte Kovac.

Party wird zur lästigen Pflicht

Auch den Münchnern Meistern steht an diesem Pfingstsonntag noch eine Party bevor, doch nach der Niederlage in Berlin könnten sie auf den Fanempfang am Marienplatz am Nachmittag gut verzichten. "Jetzt fühlt es sich an wie eine Riesen-Riesen-Niederlage und wie ein Riesen-Riesen-Mist", sagte Thomas Müller und sprach von einem "schweren Gang" auf den Rathausbalkon, der anders als die geplante Feier in Berlin nicht kurzerhand storniert werden kann. Die Münchner blicken nun auf eine Saisonbilanz, die trotz der bemerkenswerten Wende unter Heynckes seit Oktober von zwei großen Makeln am Ende versehen wurde. "Es hätte etwas Großes werden können in diesem Jahr, jetzt stehen wir da mit gefühlt leeren Händen", sagte Müller. Der Meistertitel steht schon seit dem 7. April fest und gefühlt schon seit der Winterpause. Doch als in der Champions League im Halbfinale bei Real Madrid Endstation war, "wurde uns leider so ein bisschen der Stecker gezogen", befand Müller.

Eintracht Frankfurt feiert den Pott

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Jupp Heynckes muss seine Karriere mit einer schmerzhaften Pokalpleite des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt und seinen Nachfolger Niko Kovac beenden. Die Münchner verpassten beim 1:3 in einem packenden Finale den 19. Titel im Cup-Wettbewerb.

Diesen Eindruck bestätigte auch das Finale, das die Bayern im Stil der 1:4-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart von vor einer Woche begonnen hatten. Schon nach elf Minuten führte die Eintracht durch das Tor von Ante Rebic. Nach Robert Lewandowskis Ausgleich (53.) profitierte Rebic bei seinem vorentscheidenden 2:1 (82.) zum zweiten Mal in diesem Finale von einem Ballverlust von James Rodríguez. Danach kam es in der vierten Minute der Nachspielzeit im Strafraum gegen Javier Martínez zu jenem Tritt, der zum Erstaunen aller Beteiligter keinen Strafstoß nach sich zog. "Ich treffe ihn ganz klar. Den muss er eigentlich pfeifen", gab Frankfurts Kevin-Prince Boateng zu. Stattdessen entschied Zwayer nach eigener Ansicht der Videobilder am Spielfeldrand auf Eckball. Diesem folgte der Konter zum 3:1-Endstand durch den eingewechselten Mijat Gacinovic.

Schlechte Verlierer

Hinterher standen die Münchner auch noch als schlechte Verlierer da, weil sie sich schon vor der Pokalübergabe an die Frankfurter größtenteils in die Katakomben verabschiedet hatten. "Einer hat den Anfang gemacht und die anderen sind wie die Entenfamilie hinterher gedackelt“, versuchte Mats Hummels den vorschnellen Abgang zu erklären.

Den Frankfurtern war’s nicht so wichtig, nach ihrem gelungenen Saisonabschluss im letzten Spiel ihres Trainers, dessen Einstand nun in München ein bisschen erleichtert werden dürfte. Heynckes hat ihm nur den Meistertitel als Messlatte hinterlassen. Und Kovac den Frankfurtern ein unerwartetes Hochgefühl, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. "Die Mannschaft kann heute machen was sie will. Heute wird kein Blut abgenommen", sagte Sportvorstand Fredi Bobic. Er strahlte.

Di, 04.02.2020
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