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Keine Gnade für Niersbach

Ex-DFB-Chef bleibt gesperrt und legt FIFA-Amt nieder

Wolfgang Niersbach ist mit seiner Berufung gegen die FIFA-Sperre gescheitert. Im FIFA-Council macht er nun den Weg für Reinhard Grindel frei.

Wolfgang Niersbach
Wolfgang Niersbach Quelle: dpa

Niersbach ist seit Juli 2016 wegen seiner Rolle im Skandal um die WM 2006 für ein Jahr gesperrt. Gegen die Sperre hatte er bei der FIFA-Berufungskommission Einspruch eingelegt, der nun abgelehnt wurde. Als Reaktion räumte er seinen Platz im Council des Weltverbands, den er noch bis 2019 hätte behalten können.

Sofortiger Rücktritt

"Ich habe für mich entschieden, nicht mehr den internationalen Sportgerichtshof CAS anzurufen, sondern vielmehr die persönliche Konsequenz zu ziehen, meine Ämter in den internationalen Gremien aufzugeben", so Niersbach: "Im FIFA-Council bin ich noch bis 2019 gewählt, doch dieser Platz sollte angesichts der vielen wichtigen Themen nicht länger unbesetzt bleiben, weswegen ich sofort zurücktrete."

Durch Niersbachs Verzicht auf den Posten bei der FIFA, der jährlich mit einer sechsstelligen Summe und attraktiven Dienstreisen vergütet wird, ist der Weg für Reinhard Grindel frei. Der DFB-Präsident dürfte am 5. April zunächst ins Exekutivkomitee der UEFA gewählt werden, in dem Niersbachs Mandat zeitgleich endet. Ob eine Doppelberufung schon im Frühjahr möglich ist, ist noch offen.

Vergeblich gehofft

Niersbach hatte mit dem Einspruch gegen die Entscheidung der FIFA-Ethikkommission wegen Verstößen gegen den Ethik-Code auf eine mildere Strafe gehofft. Wie die FIFA aber mitteilte, erachtete auch die Berufungskommission Niersbachs Verhalten als Verstoß gegen Artikel 18 (Anzeige- sowie Mitwirkungs- und Rechenschaftspflicht) und Artikel 19 (Interessenkonflikte) des Ethikreglements.

Der Hauptvorwurf lautet, dass Niersbach die Affäre um die WM-Vergabe für 2006 zuerst intern regeln wollte. Deshalb hatte er auch seinen Posten als DFB-Präsident räumen müssen. Bei seiner Sperre wurde er nicht wegen möglicher Schmiergeldzahlungen oder Korruption bestraft, sondern wegen seines vorübergehenden Schweigens. Die FIFA-Berufungskommission erachtete die Ethiksperre als "verhältnismäßig".

6,7-Millionen-Euro-Zahlung

Im Kern geht es bei der Sommermärchen-Affäre um eine 6,7-Millionen-Euro-Zahlung, die im Rahmen der WM-Vergabe vom DFB nach Katar überwiesen wurden. Warum, wissen nur die Verantwortlichen. Niersbach selbst saß damals im von Franz Beckenbauer geführten WM-Organisationskomitee. Als er im Sommer 2015 nach eigener Aussage erstmals von Unregelmäßigkeiten erfahren hatte, wollte er dies zuerst intern regeln.

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