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Dirk Nowitzki sagt "bye-bye!"

Basketball - NBA | Dallas Mavericks

Eine Legende sagt bye-bye. Nach 21 Spielzeiten für die Dallas Mavericks beendet Dirk Nowitzki seine beeindruckende Basketball-Karriere. Die Stars der Szene verneigen sich.

Charles Barkley und Dirk Nowitzki (r)
Charles Barkley und Dirk Nowitzki (r)
Quelle: ap

Das Spiel der Dallas Mavericks gegen die Phoenix Suns ist seit wenigen Minuten beendet, das American Airlines Center jedoch immer noch bis auf den letzten Platz gefüllt. Denn der Höhepunkt dieser letzten Mavericks-Heimpartie der Saison steht noch an. Dabei hatten die Zuschauer bereits 30 Punkte von Dirk Nowitzki gesehen. Doch noch war unklar, ob der Deutsche auch kommende Saison das Mavericks-Trikot tragen wird - oder ob sein Zwei-Punkte-Wurf zum zwischenzeitlichen 120:105 seine letzten Zähler in der heimischen Arena waren?

Überraschung nach der Schlusssirene

Nowitzki wusste die Antwort, auch seine Mitspieler, Trainer Rick Carlisle und Mavericks-Besitzer Mark Cuban waren eingeweiht. Die Masse hingegen musste sich noch gedulden. Auf dem Videowürfel wurde Nowitzkis Karriere gezeigt. Sequenzen aus 21 Spielzeiten. Schweiß, Kampf, Höhen, Tiefen, Siege, Niederlagen - und vor allem: 21 Jahre nur ein Verein. Das D in Dallas stehe für Dirk, sagen viele in der Stadt.

Er habe nicht gewusst, was der Verein geplant habe, sagt Nowitzki. Als plötzlich seine einstigen Idole Charles Barkley, Scottie Pippen, Larry Bird, Shawn Kemp und Detlef Schrempf neben ihm stehen, wirkt er überrascht und geehrt zugleich. Bereits in der Halbzeit hatten berühmte Profis und ehemalige Spieler Grüße Richtung Nowitzki geschickt. Von Kareem Abdul-Jabbar und David Robinson über Shaquille O’Neal bis hin zu LeBron James, Steph Curry und Kevin Durant. Alle sprachen voller Hochachtung über Nowitzkis Leistungen.

Als in Dallas die Ära Dirk begann

Dirk, es gibt keine Worte, um zu beschreiben, was du für diese Organisation bedeutest.
Mark Cuban

Dann kommt der Moment der Wahrheit. Um 22:25 Uhr Ortszeit verkündet Nowitzki, dass die Partie gegen Phoenix das letzte Heimspiel seiner Karriere gewesen sei. Viele Zuschauer sind überrascht - doch sie reagieren umgehend und skandieren: “Thank you, Dirk.” Es ist der Dank an einen Spieler, wie sie ihn in Dallas noch nicht erlebt haben. Ein Star ohne Allüren. Ein Anführer, aber kein Angeber. Ein Mann, der länger bei einem Verein spielte, als jeder andere Profi in der NBA-Geschichte. Der mithalf, “die Mavs zu neuem Leben zu erwecken”, wie die Tageszeitung “Dallas Morning News” titelte. Der Verein galt in den Neunzigern als Fußabtreter, hatte 240 Spiele gewonnen und 550 verloren.

Doch dann - und wer hätte das damals gedacht - begann am 5. Februar 1999 mit dem Auswärtsspiel bei den Seattle SuperSonics eine neue Ära. Eine Epoche, in denen die Mavericks - angeführt von Nowitzki - Jahr für Jahr zu den Titelkandidaten zählten. 2011 waren der Deutsche und Dallas am Ziel und erstmals Meister. “Dirk, es gibt keine Worte, um zu beschreiben, was du für diese Organisation bedeutest”, sagte Cuban, der Nowitzki bei den Mavericks nicht nur “einen Job fürs Leben” versprach, sondern auch “die fetteste Statue, die du dir nur vorstellen kannst.”

Es bleibt eine Lücke

Es passte, dass Schrempf nach Dallas gekommen war, als Nowitzki seinen Fans bye, bye sagte. Schrempf stand vor genau 7368 Tagen auch an der Seite seines Landsmannes, als dieser seine ersten NBA-Gehversuche machte. Er war damals Profi der SuperSonics, der Routinier und bekannte Deutsche - Nowitzki hingegen noch der grüne Rookie aus irgendeinem bayerischen Ort, von dem in Dallas noch niemand etwas gehört hatte. “Dirk ist ein Beispiel für jemanden, der aus einem kleinen Dorf in Deutschland kam und der ein NBA-Superstar geworden ist”, sagt Schrempf.

Der Superstar tritt nun ab. Er hinterlässt eine Lücke. Nicht nur bei den Mavericks, sondern auch in der NBA. Dafür kann Nowitzki nun endlich sein Leben so leben, wie er es möchte - und nicht, wie es Trainings- oder Ernährungspläne vorschreiben. Vielleicht fange er mit Golf an, sagt der 40-Jährige. Er würde zudem gerne wieder Tennis spielen. Doch dafür muss sein linker Knöchel erstmal ausheilen. Jener Knöchel, der ihm bereits in dieser Saison viele Qualen bereitet hatte. Er habe oft mit Schmerzen gespielt, sagt Nowitzki, sei nie richtig in Schwung gekommen. Und er hat trotzdem noch einmal alles gegeben. Heute Nacht bestreitet der Bayer sein 1522. und letztes NBA-Vorrundenspiel. Eine grandiose Karriere klingt mit dem texanischen Duell bei Erzrivale San Antonio Spurs aus.

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