Sie sind hier:

Aline Focken erfüllt sich ihren Kindheitstraum

Aline Focken

Sport - Aline Focken erfüllt sich ihren Kindheitstraum

Das ZDF sendet an neun Wettkampftagen 170 Stunden, dazu noch 1000 Stunden Livestreams. Weltneuheit: Ausgewählte Wettkämpfe und der Blick hinter die Kulissen in 360 Grad und in Virtual Reality.

Datum:
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Aline Focken ist die große Goldhoffnung im deutschen Ringer-Team bei den Olympischen Spielen von Rio (5. bis 21. August). Sie hat als Frau in einem Männersport seit ihrer Kindheit um die Erfüllung ihres Traums gekämpft.

Eigentlich ist der Kinderarzt von Aline Focken an allem schuld: "Ich war ein wildes Kind. Da hat er gesagt: Dieses junge Mädel braucht Ausgleich." Den Ausgleich fand die kleine  Aline schon als Fünfjährige in der Ringerhalle, meist beim Kämpfen gegen Jungs. "Ich bin quasi in der Halle aufgewachsen und über die Matte gepurzelt. Mein Vater war Jugendtrainer da."

Mission Impossible?

Papa Georg ist noch heute ihr Heimcoach, und er hat großen Anteil an der spektakulären Entwicklung seiner Tochter. 2014 wurde Aline Focken Weltmeisterin, im vergangenen Jahr holte sie sich mit WM-Bronze das Ticket für ihre ersten Olympischen Spiele.

Dass sie sich auch dort aufs Podest kämpft, ist eigentlich eine "Mission Impossible" -  schließlich hat noch nie in der Geschichte eine deutsche Ringerin eine Olympiamedaille gewonnen. Doch wenn es eine schaffen kann, dann ist es diese Frau.

Job-Pause

Die Sporttherapeutin hat sich für die finale Olympia-Vorbereitung sogar extra von ihrem Job freistellen lassen, um topfit in den olympischen Höhepunkt ihrer Karriere zu gehen.

"Ich denke, dass ich vielleicht für die eine oder andere Überraschung in Rio sorgen kann“, sagt Aline Focken keck: "Mit dem Start bei Olympia geht schließlich ein Kindheitstraum von mir in Erfüllung."

Welches deutsche Mädchen träumt schon davon, in einer Männersportart wie Ringen beim größten Sportereignis auf dem Planten dabei zu sein? Für Aline Focken war das absolut logisch: Sie stammt aus einer Ringer-Familie, in der auch Opa, Papa, Onkel und Cousins auf der Matte ihr Glück fanden. Natürlich ist auch Aline Fockens Freund Jan Rotter Ringer in der Bundesliga.

Natürlich werden er und die beiden Familien in Rio dabei sein, wenn Aline Focken um Gold kämpft. "Alle wollten dabei sein, auch wenn es ein sehr teurer Trip ist", erzählt die 25-Jährige. Nur Schwager und Schwägerin haben wegen des Zika-Virus verzichtet - weil sie in nächster Zeit Nachwuchs planen. "Ich würde niemals auf meinen Olympia-Start verzichten. Auch wenn ich nicht erst mit 35 oder 40 mein erstes Kind will", sagt Focken.

Mit Leistung überzeugen

Aline Focken ist in ihrer Freizeit auch mal gern ganz Frau mit Schminken und richtig schick machen.  Aber auf der Matte zählt nur eins. "Es interessiert am Ende niemanden, ob man schön aussieht. Sondern nur, ob man ganz oben steht", sagt sie: "Ich schminke mich nicht vor den Kämpfen, weil ich das in einer Kampfsportart unangebracht finde. Da wirst du nur ausgelacht, wenn die Schminke zerläuft. In dem Ringertrikot kann man als Frau ohnehin schwer mit Optik überzeugen."

Dafür aber mit Leistung - so war es schon, als sie noch ein Mädchen war. "Ich habe oft gegen Jungs gekämpft, weil es nicht so viele Ringerinnen gibt. Einige Jungs haben dann einen Heulanfall bekommen, weil sie gegen mich verloren haben", erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Training mit Männern

Noch heute trainiert Aline Focken oft mit Männern, weil es national schlichtweg keine Konkurrenz für sie gibt. Vor kurzem hat sie sich in Freiburg ihren siebten deutschen Meistertitel abgeholt. Die perfekte Generalprobe für Rio, wo sich das wilde Kind von einst ins große Rampenlicht kämpfen will.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet