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Was den Deutschland-Achter so stark macht

Deutschland-Achter

Sport - Was den Deutschland-Achter so stark macht

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Der Auftritt des Deutschland-Achters ist bei Olympischen Spielen traditionell eines der Highlights für das deutsche Team. Auch bei den Sommerspielen von Rio (5. bis 21. August) ist das Ruder-Team von Bundestrainer Ralf Holtmeyer ein heißer Goldkandidat.

Seit wann gibt es den Begriff Deutschland-Achter?

Der Begriff kam 1959 zum ersten Mal auf, als der westdeutsche Männer-Achter souverän zum Europameistertitel gerudert war. Endgültig geprägt war der Begriff dann bei den Olympischen Spielen 1960 von Rom, als der Achter von Erfolgscoach Karl Adam Olympiagold gewann und damit die seit 1920 dauernde Siegesserie der USA beendete. Der Deutschland-Achter bewältigte die 2000 Meter-Distanz damals auch als erstes Ruder-Boot unter der 6-Minuten-Marke.

Wer sitzt in Rio im Deutschland-Achter?

Fünf Olympiasieger von 2012 sitzen auch in Rio im Boot: Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner und Steuermann Martin Sauer. Neu gegenüber der Besetzung von London 2012 sind Schlagmann Hannes Ocik, Felix Drahotta, Malte Jakschik und Maximilian Munski.

Wer sind die Hauptkonkurrenten um Olympiagold?

Der Erzrivale ist ganz klar Großbritannien. Bei der Europameisterschaft im Mai hatte der Deutschland-Achter nach einem spannenden Duell die Bootsspitze vorn. Bei den letzten drei Weltmeisterschaften triumphierten dagegen die Briten. „Viele Rennen zuletzt waren sehr knapp. Wir haben im Winter viel trainiert – mehr ging nicht. Die Leistungsvoraussetzungen sind also gegeben. Unser Ziel ist ganz klar Olympia-Gold“, sagt Achter-Coach Ralf Holtmeyer. Er hat auch Neuseeland auf der Rechnung.

Wie wichtig sind die Trainer für den Erfolg?

Sehr wichtig. Das zeigt schon der Blick auf die Resultatslisten. Unter Karl Adam erlebte der Deutschland-Achter seine erste Blütezeit, in die unter anderem die beiden Olympiasiege 1960 und 1968 fallen. Die zweite prägende Figur ist Ralf Holtmeyer, der zwischen 1988 und 1996 verantwortlich war und seit 2009 erneut für das deutsche Paradeboot zuständig ist. Nach 1988 und 2012 könnte der 60-Jährige Holtmeyer in Rio seinen dritten Olympiasieg mit dem Deutschland-Achter feiern. Der war übrigens 2000 für die Sommerspiele in Sydney gar nicht qualifiziert und enttäuschte 2008 in Peking als Achter.

Welche Rolle spielt der Steuermann?

Eine entscheidende. Seine Kommandos werden über eine Sprechanlage – die so genannte Coxbox – über vier Lautsprecher im Boot für alle Ruderer hörbar. Martin Sauer ist der Mann im Deutschland-Achter, der das Boot auch bei schwierigsten Bedingungen auf Kurs halten und vor allem im Endspurt nach vorn peitschen muss. „Er ist jemand, der ein gutes Gespür hat und genau weiß, wie es in der Mannschaft läuft“, lobt Holtmeyer. Der 33-jährige Sauer legt zum Beispiel, „den richtigen Punkt fest, an dem man den Schlussspurt einlegen kann.“ Die acht Ruderer im Boot müssen das dann „nur“ noch umsetzen. Sauer macht das sehr gut und ist neben Richard Schmidt der derzeit erfolgreichste Mann im Boot: Neun Siege bei Olympia, WM und EM stehen auf dem Erfolgskonto.

Welche Fakten gibt es zum Deutschland-Achter?

Das Flaggschiff ist mit rund 17,50 Metern Länge, acht Rollsitzen und einem Platz für den Steuermann das größte Ruderboot. Es wiegt 96 Kilogramm plus einem 1,4 kg schweren Lautsprechersystem mit vier Boxen und Kabel. Es erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von zirka 25 km/h und fährt über die 2000-Meter-Strecke im Schnitt 23 km/h schnell. Bei jedem Ruderschlag bringt jeder der acht Ruderer eine Zugkraft von bis zu 100 Kilogramm auf.

Wie wichtig ist die Harmonie im Boot für den Erfolg?

Dazu hat sich Chefcoach Ralf Holtmeyer in einem Interview klar geäußert: „Technisch ist sie wichtig. Aber Harmonie wird im Sport überbewertet. Erfolg verträgt sich auf die Dauer nicht mit Harmonie. Journalisten meinen oft, eine Mannschaft, die gut ist, muss besonders harmonisch sein. Das glaube ich nicht. Harmonie, das gibt es in der Thekenmannschaft. Da treffen sich die Spieler einmal in der Woche, haben auch keine Konkurrenz und trinken ein Bier zusammen. Wenn es um Leistung geht, muss die Konkurrenz groß sein. Im Fußball sind die Spieler, die nur auf der Bank sitzen, auch nicht glücklich.“

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