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Russen dürfen unter neutraler Flagge starten

Das IOC hat Russland wegen des Doping-Skandals von den Winterspielen 2018 (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen. Allerdings dürfen russische Sportler in Pyeongchang unter neutraler Flagge teilnehmen.

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05.12.2017
in Deutschland

In Südkorea wird es somit keine russische Mannschaft, keine russische Hymne und keine russische Flagge geben.

Die offizielle Erklärung des IOC zum Ausschluss Russlands

Das russische olympische Komitee ROC wurde suspendiert, russische Sportler dürfen nur als neutrale Athleten starten - und auch nur dann, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht Teil des Dopingsystems waren.

Die Entscheidungen darüber treffen nicht wie vor den Sommerspielen 2016 in Rio die Fachverbände, sondern die neu geschaffene unabhängige Behörde für Doping-Testverfahren ITA.

Putin: Erklärung am Mittwoch

Ob die Russen ohne Flagge und Hymne tatsächlich an den Start gehen werden, ist jedoch fraglich. Denn im Vorfeld der Entscheidung waren in Russland für diesen Fall Rufe nach einem Boykott laut geworden. Staatspräsident Wladimir Putin hat für Mittwoch eine Stellungnahme angekündigt.

Sicher ist bislang jedoch: Die staatlichen Fernsehsender werden die Winterspiele als Reaktion auf die IOC-Sanktionen nicht übertragen. Das teilte die Pressestelle der TV-Holding WGTRK in Moskau mit.

Angeblich 1000 Sportler betroffen

Das IOC hat nun ein mutmaßlich staatlich gelenktes Dopingsystem in Russland bestraft, das bei den Winterspielen in Sotschi vor vier Jahren seinen Höhepunkt erfahren hatte. Laut den Berichten des WADA-Sonderermittlers Richard McLaren hätten rund 1000 Sportler von dem System profitiert.

Mithilfe des Geheimdienstes sollen zahlreiche Dopingproben von russischen Sportlern ausgetauscht worden sein. Das IOC hat bislang durch seine zwei Kommissionen 25 Sotschi-Teilnehmer lebenslang gesperrt und Russland elf Medaillen, darunter vier goldene, aberkannt.

Russen bestreiten Vorwürfe

Die russischen Verantwortlichen hatten in der Vergangenheit zwar Fehler im Anti-Doping-Kampf eingeräumt, ein staatlich unterstütztes Dopingsystem aber stets bestritten und die Vorwürfe von WADA-Sonderermitter Richard McLaren und dem Whistleblower Grigorij Rodtschenkow als westliche Propaganda abgetan. Rodtschenkow, ehemaliger Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, hatte den Skandal im Mai 2016 ausgelöst.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Russlands (ROC), Alexander Schukow, hält die Existenz eines staatlichen Dopingsystems weiter für nicht bewiesen.

Bei den Strafen gegen Russland habe sich das IOC von den Aussagen Rodschenkows leiten lassen, sagte Schukow: "Wir reden heute über die Disqualifizierung eines ganzen Landes aufgrund der durch keinerlei Belege gestützten Aussagen eines Betrügers, der in ein fremdes Land geflohen ist."

Mutko lebenslang gesperrt

Das IOC sieht das freilich anders. Russlands systematische Manipulation sei "ein beispielloser Angriff auf die Integrität der Olympischen Bewegung und des Sports", sagte IOC-Präsident Thomas Bach bei einer Pressekonferenz in Lausanne. Darum habe das IOC-Exekutivkomitee ausgewogene Sanktionen ausgesprochen. "Dies soll einen Strich unter die schädigende Episode ziehen und als Katalysator für einen von der WADA geleiteten effektiveren Anti-Doping-Kampf dienen", so Bach.

Laut IOC-Mitteilung sei die "systematische Manipulation der Anti-Doping-Regeln und des Anti-Doping-Systems in Russland" bestätigt worden. Als Konsequenz wurde auch der ehemalige Sportminister und jetzige Vizepremier Witali Mutko lebenslang in allen Funktionen von Olympia ausgeschlossen.

Stimmen zum IOC-Entscheid

Chronologie des russischen Dopingskandals seit 2014

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