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Sigurdsson sortiert Lichtlein und Weinhold aus

Sport - Sigurdsson sortiert Lichtlein und Weinhold aus

logo!-Kinderreporterin Greta hat Uwe Gensheimer, Kapitän der Handball-Nationalmannschaft getroffen. Ihr hat er u.a. verraten, wie sich die Mannschaft in der Kabine in Stimmung bringt.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.07.2017, 15:40

Große Überraschungen beim 14er-Olympiakader der deutschen Handballer: Mit der Nominierung von Torwart Silvio Heinevetter, Paul Drux (beide Berlin) und Patrick Groetzki (Löwen) hatte niemand gerechnet. Für Profis wie Torwart Carsten Lichtlein bricht eine Welt zusammen.

Dagur Sigurdsson hatte Härtefälle prognostiziert. Schließlich hatte der Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft die Qual der Wahl, als er den 14er-Kader für das olympische Turnier in Rio de Janeiro (7.-21. August) nominieren sollte. „Es wird harte Gespräche geben“, sagte der Isländer am Vorabend der Nominierung. Mindestens 21 Profis aus dem Land des Europameisters hatten sich Hoffnungen auf das wichtigste Turnier des Welthandballs gemacht. „Die Nominierung ist ein wegweisender Schritt. Die Spieler haben uns die Entscheidungen nicht leichtgemacht“, sagte Sigurdsson, als er nun den Kader bekanntgab.

Heinevetter bekommt Vorzug vor Lichtlein

Einen Tiefschlag erlebte Carsten Lichtlein. Für den Torwart vom VfL Gummersbach ist mit der Nichtberücksichtigung der Traum zerplatzt, da der 35jährige schon 2004 und 2008 erst im letzten Moment aussortiert wurde. Aber Sigurdsson entschied sich für Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) als zweiten Torwart hinter dem gesetzten Andreas Wolff (THW Kiel). Das verblüffte viele Experten. Zwar hatte Heinevetter in den vergangenen Monaten gute Leistungen in der Bundesliga gezeigt. Doch bislang konnte der Berliner sein Potenzial nie konstant über ein ganzes Turnier nachweisen.

Aber nicht nur auf der wichtigen Torwartsituation sorgte der 44-jährige Bundestrainer für Aufsehen. Auch seine Entscheidung, den Kieler Rückraum-Linkshänder Steffen Weinhold nicht zu berücksichtigen, war so nicht erwartet worden. Weinhold galt als gesetzt, zumal er seit vielen Jahren in vielen Wettbewerben konstant stark spielt. Allerdings dürfte dabei der Muskelfaserriss, an dem der Kieler laboriert, eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Sigurdsson vertraut einem Jungstar

Viele Beobachter hatten spekuliert, dass Sigurdsson mit drei Linkshändern im Rückraum operieren werde, also mit Kai Häfner, Fabian Wiede und Weinhold, zumal neben Weinhold auch Häfner auf Rückraum Mitte spielen kann. Stattdessen nominierte Sigurdsson den Jungstar Paul Drux (Füchse Berlin), der nach seiner schweren Schulterverletzung, die ihn die EM-Teilnahme gekostet hatte, seine große Form noch nicht wiedergefunden hatte.

Die nächste Überraschung: die Nominierung des Rechtsaußen Patrick Groetzki (Löwen). Denn der Flügelspieler hatte in den letzten Bundesligawochen häufiger Nervenschwäche an den Tag gelegt, als es darum ging, den ersten Meistertitel für die Löwen zu sichern. Groetzki fährt nun als zweiter Mann hinter dem zuletzt überragenden Tobias Reichmann (Kielce) nach Rio.

Steffen Fäth als 15.Mann

Und auch die Entscheidung, den Neu-Berliner Steffen Fäth als 15. Mann mit nach Rio zu nehmen, ist eine Überraschung. Schließlich hatte sich Fäth die Mittelhand seines Wurfarms gebrochen, und es scheint völlig offen, ob der Halblinke rechtzeitig fit wird. Sigurdsson hatte indes stets betont, dass er fitte Spieler in Rio benötigt, weil der Takt mit maximal acht Spielen in 15 Tagen brutal ist. Wenn Sigurdsson nun Fäth für die sogenannte P-Akkreditierung vorsieht, betont das den großen Wert Fäths für das deutsche Aufbauspiel.

Vorhersehbar war indes, dass Europameister wie Rune Dahmke (Kiel), Jannik Kohlbacher (Wetzlar) und Erik Schmidt (Hannover) es nicht in den 14er-Kader schafften. Kapitän Uwe Gensheimer sagte: „Olympische Spiele sind ein Kindheitstraum. Wir wollen unseren Traum beim olympischen Turnier in Rio erfolgreich weiterleben.“ Für drei Profis ist dieser Traum noch nicht ganz ausgeträumt. Neben Fäth werden wohl auch Weinhold und Lichtlein auf Kosten des DHB nach Rio reisen, damit sie im Verletzungsfall schnell nachrücken können.

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