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RB Leipzig: Saisonstart mit Rangnick 2.0

Rote Bullen in der Europa-League-Qualifikation gefordert

In einem Jahr wird Julian Nagelsmann als Wunschtrainer von Sportdirektor Ralf Rangnick zu RB Leipzig wechseln. Bis dahin springt Rangnick als Trainer ein und steht vor einer Herkulesaufgabe.

Ralf Rangnick beim Training
Ralf Rangnick: Sportdirektor und Trainer. Quelle: dpa

Dass Ralf Rangnick noch immer die Seele eines Trainers hat, ist beim Training von RB Leipzig immer wieder zu spüren. Etwa, wenn er eine Übung erklärt. Dann sprüht der 60-Jährige vor Energie und Inbrunst. Ein Jahr lang muss Rangnick, der als Architekt des Leipziger Projekts gilt, beweisen, dass er sein eigentliches Handwerk noch nicht verlernt hat.

Rangnick ist doppelt gefordert: Als Sportdirektor will er quasi nebenbei einen Kader auf Top-Niveau zusammenstellen, der möglichst eine Dreifachbelastung aushält.

Damit es dazu kommt, muss RB die Gruppenphase der Europa League erreichen. Der Weg dorthin führt über zwei K.o.-Runden plus das Playoff. Am Donnerstag machten die Roten Bullen den ersten Schritt, feierten gegen den schwedischen Außenseiter BK Häcken einen 4:0-Pflichtsieg.

Erstmals nicht nur Erfolg

Dass Rangnick überhaupt ein zweites Mal nach der Saison 2015/16 einspringen muss, hat viel mit dem hohen sportlichen Anspruch des Klubs zu tun. Der alte Trainer, Ralph Hasenhüttl, hatte Leipzig nach dem Aufstieg vor zwei Jahren direkt zur Vize-Meisterschaft und damit in die Champions League geführt. In der vergangenen Saison spielte RB dann überall ordentlich, aber nirgendwo überragend.

Rangnick wollte den Vertrag mit dem Trainer deshalb nicht vorzeitig verlängern, Hasenhüttl wiederum nicht als "Lame Duck" in sein letztes Vertragsjahr gehen. Am Ende einigten sich beide Seiten auf eine Trennung.

Vom Weg abgekommen

Leipzig war in der vergangenen Saison ein wenig vom geplanten Weg abgekommen. Pressing, Laufleistung und Teamgeist funktionierten nicht mehr wie zuvor. Das soll jetzt wieder anders werden. "Wir probieren ein gutes Klima in der Mannschaft zu haben", sagt Marcel Sabitzer zu zdfsport.de. "Wir, die den Ton angeben, versuchen vorneweg zu gehen. Das Gefühl ist gut", so der Führungsspieler.

Mit 24 Jahren und mit drei Spielzeiten in Leipzig auf dem Buckel gehört er zu den alten Hasen. Denn auch in diesem Sommer hat der Verein neue Spieler nach dem bekannten Muster verpflichtet: blutjung, nur Insidern bekannt, aber hochtalentiert. Mittlerweile sind 14 Nationen im Kader vereint. Abseits des Platzes "herrscht jetzt auch eine andere Ordnung", verrät Sabitzer: "Es gibt jetzt klare Regeln. Da sind die Zügel etwas enger angezogen."

Großer Betreuerstab

RB Leipzigs Co-Trainer Jesse Marsch
RB Leipzigs Co-Trainer Jesse Marsch Quelle: dpa

Damit Rangnick und die Mannschaft die Belastung stemmen können, wurde der Trainerstab erweitert. Bis zu elf Betreuer stehen bei einem Training mittlerweile auf dem Platz. Rangnick selbst sagt, er habe die Aufgabe nur "mit dem bestmöglichen Trainerstab an der Seite" übernehmen wollen. Von RedBull New York kam Jessie Marsch als Co-Trainer, dem in Zukunft auch ein Cheftrainer-Posten zugetraut wird. "Die Chemie zwischen Jessie und Ralf ist perfekt", sagt Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

Als zweiter Assistent wurde U19-Coach Robert Klauß hochgezogen. Er hat erst vor wenigen Monaten als Jahrgangsbester den Fußballlehrer-Lehrgang abgeschlossen. "Er kennt den Nachwuchs und bildet die perfekte Verbindung", meint Rangnick. Marsch und Klauß sind mehr als gewöhnliche Co-Trainer. Viele Übungen werden von den beiden angeleitet, Rangnick ist oft eher Beobachter und greift nur ein, wenn ihm etwas wirklich missfällt.

"Frischer Wind"

In der kommenden Spielzeit will Rangnick wieder zu "unserem Weg" zurückfinden. Für die "RB-DNA", also Pressing und Tempo, soll das Team "wieder gefürchtet werden". Das alles nach einem großen personellen Umbau im Sommer. "Es weht ein frischer Wind", sagt Sabitzer. Im nächsten Sommer, wenn Nagelsmann kommt, wird sich wieder vieles ändern. Und dennoch sagt Geschäftsführer Mintzlaff: "Wir sehen das nicht als Übergangsjahr."

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