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Aue: Ein Bonbon für den Klassenerhalt

Fußball - Relegation 2. Liga/3. Liga: Rückspiel

Nach dem 0:0 glaubt der FC Erzgebirge Aue im Relegations-Rückspiel alle Trümpfe in der eigenen Hand zu haben. Bei einem Erfolg gibt’s vom Präsidenten für alle Spieler ein Bonbon.

Hannes Drews
Hannes Drews Quelle: imago/Picture Point LE

Schon während er zum Reden ansetzt, huscht Hannes Drews ein kleines Lächeln über das Gesicht. „Jetzt geht es tatsächlich wieder bei 0:0 los“, sagt der Trainer des FC Erzgebirge Aue und lacht. Ja, das Hinspiel war wirklich kein fußballerischer Leckerbissen, aber in der Abstiegs-Relegation geht es für Erzgebirge Aue um alles. Eine komplette Saison hängt von den 90 Minuten des Rückspiels ab: Bei einem Erfolg war die ganze Spielzeit gut, bei einem Misserfolg war alles schlecht.

Für den letzten heißen Tanz (heute ab 18 Uhr live im ZDF) gegen den Karlsruher SC wähnen sich die Auer im Vorteil. Und das gleich in mehrerer Hinsicht. Zum einen ist die Schiedsrichter-Diskussion, nebst anschließenden Protesten vorbei. Die Mannschaft kann nun befreiter aufspielen, ist das Kalkül im Erzgebirge. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Die Situation war nicht einfach“, meint Trainer Drews.

Aue setzt auf die Fans

Nicht zu unterschätzen ist auch der Heimvorteil. Das Erzgebirgsstadion wird zum zweiten Mal nach dem Komplettumbau für 20 Millionen Euro ausverkauft sein und die Mehrheit der 16.000 Zuschauer wird lila-weiß tragen. „Gegen Dresden hat jeder gesehen, wie die Fans die Mannschaft getragen haben“, erinnerte Drews an das Sachsen-Derby am vorletzten Spieltag, bei dem das neue Stadion erstmals ausverkauft war.

Aue weiß nach dem Hinspiel außerdem, dass Karlsruhe ein schlagbarer Gegner ist. "Es geht um die fußballerische Qualität, aber auch um den Kopf", sagt Drews. Aue hat schon die ganze Saison über den Abstiegskampf geprobt, die Mannschaft ist deshalb auch mental auf die Herausforderung eingestellt. Seit dem 0:0 im Hinspiel am Freitag haben die Sachsen vor allem regeneriert. Trainiert wurde nur am Sonntag und am Montag. Die Mannschaft soll im Zweifel auch fit für 120 Minuten sein, sollte es bei einem erneuten 0:0 in die Verlängerung gehen.

Mit Mut und Einsatz gegen Karlsruhe

Beim Saisonfinale sollen auch die drei Grundtugenden des Auer Spiels helfen: Mentalität, Einsatz und Zweikampfverhalten. Das hat der Trainer als Basis für das Spiel seiner Mannschaft definiert. Im Hinspiel hatte das auch gut geklappt, nur echte Torchancen fehlten. Ein Schuss mehr Kreativität, ein Schuss mehr Mut muss daher nun folgen.

„Jetzt spielen wir zu Hause, da werden wir auf jeden Fall eine Schippe drauflegen“, sagte Verteidiger Dennis Kempe, der selbst für den KSC gespielt hat. Trainer Drews will „ein bisschen mehr offensiven Mut mit in unsere Mischung bringen“. Neben all dem Druck und der Entspannung wollen die Auer das Spiel auf großer Bühne auch genießen. "Da brennt das Erzgebirge, da bin ich sicher", meint Routinier Christian Tiffert. "Wir Spieler brennen auch drauf und ich freu mich auf die Partie. Ich bin froh, dabei sein zu dürfen."

Keine Sonderprämie

Für die Auer hängen an diesem Spiel auch Existenzen, die Zukunft der Spieler und der Mitarbeiter im Verein. „Eine Situation wie jetzt, hatten wir im Erzgebirge noch nie“, meinte Kapitän Martin Männel. Zwar kennen die Auer den über die komplette Saison anhaltenden Abstiegskampf, aber eine Zuspitzung wie in diesem Rückspiel hatten die Auer bisher noch nicht. „Die Mannschaft weiß, worum es geht“, meinte der Trainer. Auf Extras wie ein Kurztrainingslager verzichtet er, der bislang immer gelassen auf Druck reagiert hatte.

Auch eine Extra-Prämie wird es nicht geben, versichert Präsident Helge Leonhardt dem MDR: „Es gibt höchstens ein Bonbon. Die Spieler begreifen ja wohl, dass sie in der 2. Liga mehr verdienen als in der 3. Liga. Aber das werden ihnen ihre Frauen zu Hause schon sagen“.

Das Spiel im Liveticker

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