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Völler: "Hoffen auf einen tollen Tag"

Sven Voss und Rudi Völler im Sportstudio am 05.12.2015

Sport - Völler: "Hoffen auf einen tollen Tag"

Mit Bayer geht's abwärts, aber Rudi Völler sieht noch Chancen, denn: "Die Klubs hinter Bayern und Dortmund haben bislang nicht stark gepunktet." Fürs Spiel gegen Barca hofft er auf einen "tollen Tag".

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Mit Bayer Leverkusen geht's in der Tabelle der Fußball-Bundesliga abwärts, aber Rudi Völler sieht noch Chancen, denn "die Klubs hinter Bayern und Dortmund haben bislang nicht stark gepunktet", sagt der Sportdirektor. Fürs Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch gegen Barcelona (live im ZDF) hofft er auf einen "tollen Tag".

Ritter Rudi Völler

Seit 1994 ist Rudi Völler fast durchgehend für Bayer Leverkusen im Einsatz. Gerade ist der Job bei den Rheinländern wieder mal besonders aufreibend - auch, weil der Sportdirektor bei seiner letzten Vertragsverlängerung ein klares Ziel formuliert hat

von Andreas Morbach

Es kam in den letzten Wochen einiges zusammen bei Bayer 04, deshalb griff Rudi Völler Anfang der Woche zur Friedenspfeife. Begleitet von Fandirektor Meinolf Sprink kreuzte Leverkusens Sportdirektor im „Stadioneck“ nahe der BayArena auf, diskutierte mit Vertretern der aktiven Fanszene über die aktuelle Schieflage beim Werksklub – und sprach sich mit einem Mann ganz persönlich aus.

Schweinchen Schlau

Das war jener vorlaute Anhänger, mit dem er nach dem 1:1 in der Champions League in Borissow am Flughafen von Minsk aneinandergeraten war, ihn dort als „Pisser“ beschimpft haben soll. Diese Sache sei ausgeräumt, meldete Sprink nun. Und zwei Tage später, nach der DFL-Mitgliederversammlung, war auch das Thema von Tisch, mit dem Andreas Rettig den 55-jährigen Völler geärgert hatte.

Rettig, in den 90er Jahren in verschiedenen Positionen bei Bayer tätig, seit September Manager bei Zweitligist St. Pauli, hatte angeregt, Werksklubs wie Wolfsburg und Leverkusen, denen Ausnahmen von der 50+1-Regel gestattet sind, von der Verteilung der TV-Gelder auszunehmen. „Ein typischer Rettig: Er gibt gerne ein bisschen Schweinchen Schlau“, stichelte Völler - „ein bisschen scherzhaft“, wie er nachschob.

Stürmisch-ehrliches Naturell

Anstelle von Scherzen kam zuletzt aber vor allem das stürmisch-ehrliche Naturell des früheren Angreifers zum Einsatz: Etwa beim Wutausbruch in Wolfsburg, als Völler nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters von der Tribüne an den Spielfeldrand stürmte. Durch seine herablassende Art gegenüber TV-Moderatorin Jessica Kastrop nach der Heimpleite gegen Köln. Oder mit der „Pisser“-Affäre am Flughafen Minsk.

Dabei dürfte Völlers aktuelle Empfindlichkeit einiges mit der mäßigen sportlichen Ausbeute der Rheinländer zu tun haben.

Vorweihnachtliche Mühsal

Chefcoach Roger Schmidt, im Sommer 2014 geholt, um Bayers Fußball attraktiver und charmanter zu machen, feilt unentwegt daran, Aufwand und Ertrag seines Teams in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Die Leistungen wichtiger Spieler wie Hakan Calhanoglu, Christoph Kramer oder – phasenweise – Karim Bellarabi stagnieren. Und den möglichen Wegkauf von Nationalspieler Bellarabi kommentierte Schmidt jüngst matt: „Man sollte nicht zu weit nach vorne blicken. Es ist so anstrengend genug.“

Die vorweihnachtliche Mühsal ist auch Völler anzumerken. Unterbrochen nur von seiner vierjährigen Amtszeit als DFB-Teamchef und einem kurzen Trainer-Intermezzo in Rom ist der gebürtige Hanauer seit über zwei Jahrzehnten für die Leverkusener am Ball. Erst als Spieler, dann als Trainer, seit Januar 2005 nun zum zweiten Mal als Sportchef.

Endlich einen Titel holen

Im Dienste Bayers springt er seitdem zwischen seinen Hauptrollen als verschmitzter Augenzwinkerer und unnachgiebiger Ritter hin und her. Dabei steht der Job als furchtloser Kämpfer in Leverkusen, wo die Verteidiger Wendell (Fahren ohne Führerschein, Verfolgungsjagd mit der Polizei) und Roberto Hilbert (Ehestreit) im November zudem für Blaulicht-Einsätze sorgten, momentan klar im Vordergrund.

„Wir wollen endlich wieder einen Titel nach Leverkusen holen“, betonte Rudi Völler bei seiner letzten Vertragsverlängerung (bis 2017) vor vier Jahren. Vor zwei Wochen klang das dann so: „Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die im vergangenen Jahr besser funktioniert haben. Wir alle dachten, wir seien weiter.“

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