Sie sind hier:

Russlands Leichtathleten für Olympia gesperrt

Archiv: Der Schatten eines rauchenden Mannes hinter den olympischen Ringen am 15.02.2014

Sport - Russlands Leichtathleten für Olympia gesperrt

Der CAS hat entschieden: Die russischen Leichtathleten bleiben von Rio 2016 ausgeschlossen. Damit gerät das IOC nun unter Druck: Soll es das gesamte Sportrussland für Olympia sperren?

Datum:
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Russische Leichtathleten dürfen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nicht starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies am Donnerstag in Lausanne den Einspruch von 68 russischen Athleten gegen ihren Olympia-Ausschluss zurück.

Das CAS-Urteil ist richtungsweisend für das Internationale Olympische Komitee (IOC), das über den kompletten Ausschluss aller russischen Sportler von den Sommerspielen in Brasilien entscheiden wollte. Es wäre der erste Ausschluss eines Landes von Olympia wegen nachgewiesenen systematischen Dopings. Trotz des drohenden Banns hatte Russland am Mittwoch 387 Sportler für die Wettkämpfe im August nominiert - darunter auch die 68 Leichtathleten.

Flächendeckendes Doping?

Der Weltverband IAAF hatte den russischen Leichtathletikverband WFLA am 13. November 2015 wegen flächendeckenden Dopings suspendiert. Die Sperre für internationale Wettkämpfe wurde am 17. Juni von der IAAF über die Olympischen Spielen hinaus verlängert. Daraufhin riefen die Athleten und das russische NOK den CAS an.

"Ich kann nichts anderes ausdrücken als Bedauern", sagte der russische Sportminister Witali Mutko in einer ersten Stellungnahme direkt nach der Veröffentlichung des Urteils: "Wir werden nun unsere nächsten Schritte beraten. Ich denke, die Entscheidung ist auch politisch motiviert und hat keine rechtliche Grundlage." Auch der Kreml äußerte sich entsprechend. "Die Idee einer kollektiven Schuld ist aus unserer Sicht nur schwer zu akzeptieren", sagte Dimitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Die IAAF begrüßte dagegen die Entscheidung, der CAS habe "Chancengleichheit geschaffen". IAAF-Präsident Sebastian Coe betonte dennoch, dass "dies kein Tag für triumphale Statements" sei. Auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, hält die Entscheidung für ein "klares Signal Richtung IOC". "Damit ist Klarheit gegeben", sagte Hörmann.

Zwei Ausnahmegenehmigungen

Grundlage für oder gegen einen Bann aller russischen Sportler ist der Bericht des WADA-Ermittlers Richard McLaren, in dem Staatsdoping in Russland angeprangert wird. Außerdem wurde nachgewiesen, dass bei den Winterspielen 2014 in Sotschi positive Dopingproben von russischen Athleten vertuscht oder verfälscht worden sind. Ausnahmegenehmigungen wurden nur der in den USA lebenden Weitspringerin Darja Klischina und Kronzeugin Julija Stepanowa erteilt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet