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Versöhnung am Saisonende

Fußball - DFB-Team

Mit dem Kantersieg gegen Estland (8:0) gelingt der deutschen Nationalmannschaft die Versöhnung mit den Fans nach einer komplizierten Saison. Für die Zukunft sind die richtigen Schlüsse eingeleitet.

Das DFB-Team feiert mit den Fans den 8:0-Sieg gegen Estland
Das DFB-Team feierte mit den Fans den 8:0-Sieg gegen Estland.
Quelle: dpa

Es geht also doch: Die deutsche Nationalmannschaft füllt ein Fußball-Stadion, erfreut sich an einem Torfestival und zaubert eine Atmosphäre auf die Ränge, dass das Publikum sich zufrieden auf den Heimweg macht: Die versammelte Führungsriege des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) registrierte beim 8:0-Kantersieg gegen Estland in der EM-Qualifikation in Mainz mit Wohlgefallen, dass das Flaggschiff offenbar wieder unter vollen Segeln schippert.

Bisweilen war der Verband in den letzten Monaten gewaltig vom Kurs abgekommen, weil die Turbulenzen viel mit dem desaströsen Erscheinungsbild der Nationalmannschaft bei der WM 2018 zu tun hatten. Deren Auftritte sind immer noch der wichtigste Indikator für die Stimmung, da können hinter den Kulissen die tollsten Projekte initiiert werden, wenn die Akteure von Joachim Löw neben den Schuhen stehen wie vergangenen Sommer in Russland, dann ballt sich der Unmut.

Publikumsmagnet DFB-Team

Nach dem Torfestival gegen überforderte Esten scheint vieles wieder in richtigen Bahnen zu laufen. Mit dem Ausrufezeichen in der Arena am Mainzer Europakreisel ist auch im Ansehen einiges geradegerückt. Denn der FSV Mainz 05 hatte es in der abgelaufenen Bundesliga-Saison nicht geschafft, die Fußball-Interessierten in Rheinhessen richtig zu mobilisieren.

Die Nationalmannschaft hat gezeigt, dass dieser Bundesliga-Standort noch richtig lebt. Weil sie selbst mit großem Tatendrang zu Werke ging und vor allem die erste Halbzeit das Gaspedal voll durchdrückte.

Bislang positive EM-Quali

Marco Reus und Serge Gnabry, Leon Goretzka, der mit viel Applaus bedachte Elfmeterschütze Ilkay Gündogan, Timo Werner und Leroy Sané erzielten die teils hübsch herauskombinierten Tore. "Die Mannschaft sprüht vor Energie. Sie ist gewillt, Siege einzufahren und mit Leidenschaft zu spielen. Sie versucht, die Menschen zu begeistern", sagte Co-Trainer Marcus Sorg.

Auch ohne den wie schon bei der Partie in Weißrussland wegen einer Sportverletztung fehlenden Bundestrainer Joachim Löw hat das DFB-Team also zwei weitere Siege in der EM-Qualifikation verbucht. Gute Vorzeigen also für das Prestigeduell gegen die Niederlande am 6. September in Hamburg. Die Nachfrage nach den Tickets im Volksparkstadion ist enorm, bis auf wenige Einzelkarten ist die Partie bereits weitgehend ausverkauft. Ein Zeichen der Versöhnung.

Tendenz ist wieder positiv

"Es ist einfach schön, dass wir dem Publikum etwas zurückgeben können", stellte Kapitän Manuel Neuer und fasste zusammen: "Das letzte halbe Jahr ist sehr gut gelaufen für uns. Man sieht wieder eine klar positive Tendenz."

Noch vor seinem Sportunfall hatte Löw auf "ein Jahr mit sehr vielen Höhen und sehr vielen Tiefen geblickt", denn: "Haupterfahrung war sicher die WM-Erkenntnis. Die war wahnsinnig enttäuschend, nachdem wir uns zehn Jahre immer weiter nach vorn entwickelt hatten."

Die notwendigen Renovierungsarbeiten in seinem Kader ging der Bundestrainer allerdings erst an, als ein 0:3 in der Nations League in den Niederlanden auch seinen Job in Gefahr brachte. Und so leidenschaftlich die Form der Ausbootung von Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller diskutiert worden ist: Beherzte Auftritte wie beim 3:2-Sieg im März in Amsterdam gegen denselben Gegner gaben Löw rückblickend sogar Recht.

Eine Basis ist gelegt

Seit sechs Spielen ist die neue Bande, in der sich ein Antreiber wie Gnabry sogar "wie in einer U21 fühlt", nunmehr ungeschlagen. Das ist eine Basis, auf der ohne den Anflug von Überheblichkeit weitergearbeitet werden sollte.

Ob Deutschland sofort wieder im nächsten Jahr auf den Titel schielen kann, wird sich zeigen, zumal in England eine neue Generation nachwächst, und Belgien und Frankreich ein ganzes Stück weiter sind. Testspiele wie am 9. Oktober gegen Argentinien in Dortmund werden dazu Fingerzeige geben. Aber die Auswahl ist für den Bundestrainer wieder breiter geworden.

Bestes Beispiel: Kai Havertz, für Beobachter schon der kommende deutsche Superstar, hat für die jüngsten Länderspiele gar keinen Beitrag leisten müssen, weil Löws bevorzugtes System mit Dreierkette seine Position gar nicht vorsieht. Und so blieb der Leverkusener auch beim Festtag in Mainz außen vor, obwohl er seinen 20. Geburtstag feierte.

Do, 08.10.2020
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