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Ermittlungen gegen "Kaiser" und Ex-DFB-Spitzen

Sport - Ermittlungen gegen "Kaiser" und Ex-DFB-Spitzen

Das Haus Franz Beckenbauers und weiterer Macher der WM 2006 ist im Zuge der Ermittlungen durchsucht worden. Der Verdacht lautet Geldwäsche und ungetreue Geschäftsbesorgung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.09.2017, 07:47

Franz Beckenbauer gerät wegen der WM-Affäre 2006 in den Fokus der Schweizer Bundesanwaltschaft. Wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche wird gegen den "Kaiser" ermittelt. Außerdem gibt es Strafverfahren gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Ex-DFB-Generalsekretär Horst Schmidt.

Franz Beckenbauer am 13.08.2010 in München
Franz Beckenbauer Quelle: dpa

Die Schweizer Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag, dass gegen Beckenbauer eine Ermittlung laufe. "Namens der Bundesanwaltschaft der Schweiz bestätige ich Ihnen eine andauernde Operation in diesem Kontext", teilte die Behörde auf Anfrage mit. Außerdem liefen bereits seit dem 6. November 2015 auch Strafverfahren gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, gegen Beckenbauer werde wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche ermittelt. Eine Reaktion von Beckenbauer oder seinem Management zu den Ermittlungen gab es noch nicht.

Affäre kostete Niersbach sein Amt

Das WM-OK 2006
Das WM-OK 2006 Quelle: dpa

Im Untersuchungsbericht zum Skandal, der den damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach das Amt kostete, hatte die Kanzlei Freshfields aufgedeckt, dass eine ominöse Millionen-Zahlung nach Katar im Jahr 2002 über ein Konto von Beckenbauer und dessen früheren Manager Robert Schwan lief. Demnach flossen damals sechs Millionen Schweizer Franken vom Beckenbauer/Schwan-Konto an die Kanzlei Gabriel & Müller, die das Geld an die Firma KEMCO Scaffolding Co. weiterleitete. Nach Angaben der Freshfields-Ermittler gehörte diese Firma dem damaligen FIFA-Vize Mohammed bin Hammam. Der frühere Top-Funktionär wurde wegen Korruption mittlerweile lebenslang gesperrt.


6,7 Mio. Euro ohne Zweck?

Unklar ist bis heute, was die KEMCO bzw. bin Hammam danach mit dem Geld machten und warum das Gespann Beckenbauer/Schwan diese Zahlungskette auslöste. Beckenbauer hatte sein Geld später vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zurückerhalten. Dieser überwies einen Betrag von zehn Millionen Schweizer Franken auf das Konto der Kanzlei Gabriel & Müller. Von dort aus wurden sechs Millionen an Beckenbauer und vier Millionen an KEMCO weitergeleitet. Damit landeten umgerechnet 6,7 Millionen Euro in Katar. Beckenbauer hatte stets erklärt, von den Zahlungen nichts gewusst zu haben.

Bislang ermittelte in dem Fall nur die Staatsanwaltschaft Frankfurt - wegen Steuerhinterziehung gegen die damals Verantwortlichen beim DFB. Beckenbauer drohen rechtliche Konsequenzen. Im Schweizer Recht wird eine "ungetreue Geschäftsbesorgung" mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu drei Jahren geahndet, in besonderen Fällen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

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