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Briten wollen ganz nach oben

Sport - Briten wollen ganz nach oben

Das 2. Halbfinale über 200 m Rücken der Frauen mit der DSV-Nachwuchshoffnung Maxine Wolters.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.05.2017, 18:28

Bei ihrer Heim-EM wollen die Briten einmal mehr die Früchte einer mitunter zähen Strukturreform ernten. Einer Reform, der jene von Bundestrainer Lambertz in vielen Punkten ähnelt. Auch das Ziel eint beide Verbände: Sie wollen die ganz großen Erfolge feiern.

Olympia 2012 – das war nicht nur für die deutschen Schwimmer eine herbe Enttäuschung. Auch der britische Schwimmverband hatte sich die dritten Heimspiele nach 1908 und 1948 ganz anders vorgestellt. Schließlich hatten die Gastgeber mit dem Anreiz des größten Sportereignisses der Welt vor der Haustür zielgerichtet und massiv in die zuvor vernachlässigten olympischen Sportarten investiert.

Geduld zahlt sich doch aus

Im Schwimmen hatte der Wandel bereits begonnen, nachdem die Briten 2000 mit leeren Händen aus Sydney zurückgekehrt waren. Fortan wurde der Schwimmsport professioneller aufgestellt, nationale Trainingszentren gegründet, ein über 100 Talente starker Nachwuchs-Kader benannt, dem spezielle Förderung zuteilwerden sollte. Erste glänzende Früchte dieser Strukturreform ernteten die Briten bei der WM 2007 im australischen Melbourne, die Olympischen Spiele 2008 in Peking waren mit je zwei Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen die besten in der Schwimm-Geschichte des Vereinigten Königreiches.

Professionalisierung, nationale Trainingszentren, Nachwuchs-Kader – das klingt ganz nach dem, was Cheftrainer Henning Lambertz seit der für die deutschen Schwimmer historischen Blamage von London anstrebt. Auch Lambertz will die Talente an den bestens ausgestatteten Bundesstützpunkten zusammenziehen, fördert in einem sogenannten Perspektivteam die Hoffnungen für Tokio 2020. Und auch Lambertz kann bereits auf erste messbare Fortschritte verweisen, wird aber gleichzeitig nicht müde zu betonen, dass die angestoßenen Reformen und damit der Weg zurück in die Weltspitze mehr Zeit brauchen.

Adam Peaty und James Guy sind Englands Olympia-Hoffnungen

Auch die Verantwortlichen im britischen Schwimmverband mussten etwas mehr Geduld aufbringen, als ihnen lieb war, sorgten die auch dort mitunter zähen Strukturveränderungen doch erst nach den nur mäßig erfolgreichen olympischen Schwimmwettbewerben - mit einmal Silber und zweimal Bronze - für die gewünschten breiten Erfolge. Doch seither können die Briten, angeführt von Adam Peaty (Weltmeister und Weltrekordler 50 und 100 m Brust) und James Guy (Weltmeister 200 m Freistil), auf eine Generation starker Schwimmer blicken. Und das über alle Disziplinen hinweg, was etwa die jüngsten Erfolge der Lagen-Staffel zeigen.

Vor diesem Hintergrund trauert Henning Lambertz dem Nein der Hamburger zu einer Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 gleich aus mehreren Gründen nach. „Weil es Geld ins System gebracht hätte und wegen der Nachwirkungen, die Olympische Spiele haben können“, sagte der Sportwissenschaftler im Gespräch mit zdfsport.de: „Aber auch, weil das ein Moment hätte sein können, zu dem man nicht nur das Ruder rumgerissen und ein paar Jahre in die richtige Richtung gefahren wäre. Dann hätte im eigenen Land wirklich mal ein richtiger Knall kommen können.“

Auf dem Weg zur besten Schwimmnation der Welt

Einem solchen Knall kommen die EM-Gastgeber immer näher. Bei den vergangenen Europameisterschaften 2014 in Berlin kürten sich die Briten bereits zu Europas Top-Nation. Ein Erfolg, den sie im heimischen Becken natürlich bestätigen wollen, was wiederum nur ein weiterer Schritt zum eigentlichen Ziel wäre: Sie wollen die beste Schwimmnation der Welt werden.

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