Bei der Verleihung des "Ballon d'Or" in Paris hat eine Bemerkung des Moderators Martin Solveig für Aufregung gesorgt. Die Reaktionen in den sozialen Medien sind heftig und überraschen selbst die Beteiligten.
Nach der Auszeichnung der früheren norwegischen Nationalspielerin Ada Hegerberg mit dem "Ballon d"Or" hatte der französische DJ die 23-Jährige in seiner Funktion als Moderator auf der Bühne gefragt, ob sie "twerken" könne. Hegerberg verneinte diese flapsige Aufforderung zum sexuell provokativen Tanzstil.
Einer der prominentesten Kritiker in den sozialen Medien war der britische Tennis-Spieler Andy Murray. "Ein weiteres Beispiel für den lächerlichen Sexismus, den es noch immer im Sport gibt", schrieb der zweimalige Wimbledonsieger: "Warum müssen sich Frauen immer noch mit solchem Scheiß abgeben?" Den männlichen Gewinnern Luka Modric und Kylian Mbappe, fuhr Murray fort, seien solche Fragen wohl kaum gestellt worden.
Protagonisten überrascht von Reaktionen
Solveig selbst zeigte sich überrascht angesichts der Reaktionen und entschuldigte sich persönlich bei Hegerberg. "Natürlich wollte ich niemanden beleidigen", sagte er: "Das war ein Witz, vielleicht ein schlechter."
Hegerberg, aktiv beim französischen Champions-League-Gewinner Olympique Lyon, konnte die Aufregung allerdings nicht nachvollziehen. "Ich habe es gar nicht so empfunden, und es macht mich traurig, wenn die Leute so über diese Situation denken", sagte sie nach der Show: "Er hat sich bei mir entschuldigt. Der Ballon d'Or ist sowieso das Wichtigste für mich."
Marozsan wird Dritte
Bei der Wahl der französischen Fachzeitung France Football durch Fachjournalisten aus aller Welt wurden in diesem Jahr erstmals auch Fußballerinnen ausgezeichnet. Hegerberg, die 2017 ihre Nationalmannschaftskarriere beendet hatte, gewann vor der Dänin Pernille Harder vom deutschen Double-Gewinner VfL Wolfsburg und der deutschen Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan, Hegerbergs Klub-Kollegin in Lyon.