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Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Freestyle Ski-WM in der Sierra Nevada

Spektakuläre Sprünge, spannende Duelle: Wer sind die Favoriten der Freestyle Ski-WM und wie ist die deutsche Mannschaft aufgestellt? Wir haben bei Heli Herdt, dem Sportlichen Leiter des Deutschen Skiverbandes (DSV), nachgefragt.

Ski Cross: Heidi Zacher
Ski Cross: Heidi Zacher
Quelle: dpa

Mit einem Aufgebot von 13 Athleten geht das deutsche Team bei der Freestyle-WM an den Start.

Praktisch chancenlos bei Buckelpiste und Aerials

Weiche Knie und gute Haltung sind zu den Auftaktrennen in der Buckelpiste angesagt. Doch bei den Moguls haben die Deutschen allenfalls Außenseiterchancen, meint Heli Herdt: „Unsere vier Athleten sind momentan ein gutes Stück weg von der Weltspitze.“ Da Buckelpistenfahren nicht mehr als Leistungssport gefördert wird, müssen die Deutschen ihr Training selbst finanzieren. „So ist es extrem schwer, mit den Amerikanern, Kanadiern und Australiern mitzuhalten, die auf eine perfekte Infrastruktur aufbauen können.“

Noch extremer sieht es in der Disziplin Aerials aus. Die dominierenden Kunstspringer stammen aus China, Australien und Russland, wo die Sportart Tradition hat und entsprechende Unterstützung erfährt. Aus Deutschland wird hingegen kein Athlet an den Start gehen.

Beim Slopestyle darf der Nachwuchs ran

Ski Freestyle: Heli Herdt
Sportlicher Leiter Freestyle: Heli Herdt
Quelle: imago

Ganz anders sah es beim Slopestyle aus. Lisa Zimmermann wäre als Titelverteidigerin und klare Titelaspirantin angetreten, doch vor wenigen Wochen zog sich die 21-Jährige im kalifornischen Mammoth einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Nur wenige Tage zuvor hatte sie sensationell bei dem weltweit größten Extremsport-Event, den X-Games in Aspen, den Big Air-Titel geholt.

Auf die Strecke gehen wird dafür Kea Kühnel, die ihre erste Weltcup-Saison fährt und laut Herdt „noch in den Rennzirkus hineinwachsen muss.“ Sie stammt aus Bremerhaven und auch bei den Herren ist mit Florian Preuß kein Süddeutscher, sondern ein Nordrhein-Westfale am Start. „Das sind junge skibegeisterte Athleten, die zeigen, dass man nicht unbedingt die Berge vor der Haustür haben muss, um im Skisport erfolgreich zu sein.“

In der Halfpipe sind die Top 8 drin

Wintersportgrafik: Ski Freestyle-/Snowboard-WM (Mi. 8.3. - Fr. 10.3.17)
Das gibt's die kommenden Tage bei zdfsport.de im Livestream.
Quelle: zdf

Sabrina Cakmakli wird möglicherweise ebenfalls im Slopestyle antreten. Die Entscheidung treffen die Trainer allerdings erst vor Ort. „Sabrina hat Lust auf den Event, aber sie muss bei einer Höhe von 2500 m gut mit ihren Kräften haushalten“, so Herdt. Schließlich liegt ihr Hauptaugenmerk auf dem Halfpipe-Event. Die Chancen dort stehen laut Herdt nicht schlecht: „Für Sabi ist eine Platzierung in den Top 8 auf jeden Fall möglich, aber es wäre fast vermessen, auf das Podium zu schielen.“

Heidi ist körperlich extrem fit und kommt super mit dem Material zurecht. Ich bin guter Dinge.
Heli Herdt

Die Skicrosser des DSV hingegen haben mit Heidi Zacher eine Medaillenfavoritin am Start. „Heidi ist körperlich extrem fit und kommt super mit dem Material zurecht. Ich bin guter Dinge“, sagt Herdt über die 28-Jährige vom SC Lenggries, die im Dezember in Innichen innerhalb von 24 Stunden zwei Weltcup-Rennen gewann. Bei den Herren ist die Lage etwas komplizierter. Daniel Bohnacker gehört für Herdt „auf jeden Fall zu den Besten. Wenn er seinen Trainings- und Rennrückstand ausblenden kann, dann ist er durchaus ein Kandidat für eine Top-Platzierung.“ Bohnacker hat durch eine Sprunggelenksverletzung sechs Wettkämpfe weniger auf dem Konto.

Skicross mti Handicap

Zwei weitere DSV-Fahrer gehen beeinträchtigt auf die Cross-Strecke: Der 21-jährige Tim Hronek hat sich ganz frisch eine starke Schulterprellung zugezogen und Paul Eckert laboriert noch immer an einem angebrochenen Brustwirbelfortsatz. Bei einer Sportart wie dem Skicross, wo man den Körperkontakt nicht scheuen darf, wiegen die Verletzungen besonders schwer.

Dennoch freut sich die Mannschaft des DSV auf die Wettbewerbe in der Sierra Nevada. „Wir sind mit einem jungen Team vertreten und jeder einzelne Athlet wird seine absolut beste Leistung geben – und die WM auch in vollen Zügen genießen.“

Die Favoriten bei den Freestylern

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