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Mission Tourneesieg: Freund hat alles längst durchgespielt

Sport - Mission Tourneesieg: Freund hat alles längst durchgespielt

Toni Innauer traut den DSV-Adlern bei der Tournee einiges zu: "Deutschland wird eine Rolle spielen, vor allem auch mit Severin Freund", sagt der ZDF-Experte im Interview mit Susanne Simon.

Beitragslänge:
3 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.12.2016, 20:17

Eine komplette Tournee-Simulation, neues Reise-Setup und außerdem noch verlobt: Severin Freund geht mit frischem Wind in die 64. Vierschanzentournee. Er träumt vom ersten deutschen Gesamtsieg seit 14 Jahren. Auftakt der Tournee ist am Dienstag mit dem Springen in Oberstdorf (17.15 Uhr / ARD).

Severin Freund hat im September die 64. Vierschanzentournee mit dem deutschen Flieger-Team einfach schon mal durchgespielt. Die vier Wettkämpfe in Oberstdorf, Garmisch-Partenirchen, Innsbruck und Bischofshofen. Die Fahrten, die schnellen Schanzenwechsel. Sogar in den gleichen Hotels wie in den anstehenden Tournee-Tagen hat der deutsche Vorflieger mit seinen Kollegen gewohnt.

"Alles simuliert"

"Wir haben alles simuliert, was man simulieren kann. Wir konnten nur keine 15.000 Freiwilligen finden, die sich als Zuschauer an die Schanze stellen", sagte Bundestrainer Werner Schuster vor dem Auftakt am Dienstag (17.15 Uhr / ARD).

Das zeigt, wie wichtig dieser Triumph für Severin Freund wäre. Für das Skispringen in Deutschland überhaupt, denn seit dem Grand-Slam-Sieg von Sven Hannawald vor 14 Jahren gab es keinen deutschen Gesamtsieg mehr. Hannawald selbst glaubt, dass sich das diesmal ändern könnte: "Severin Freund hat inzwischen so viele Erfahrungen und so viele Erfolge. Das Gesamtpaket bei ihm stimmt."

Schmach tilgen

All die ganzen tollen, deutschen Skisprung-Erfolge der vergangenen Jahre würden von einem Tourneesieg in den Schatten gestellt werden. Das weiß auch Werner Schuster: "Für den Otto Normalwintersportbegeisterten ist es das Highlight schlechthin. Rund um den Jahreswechsel haben die Leute einfach Zeit, sich damit zu beschäftigen."

Sieben Mal in Serie hat Erzrivale Österreich zuletzt triumphiert. Diese Schmach will Severin Freund tilgen. Und nach dem Team-Olympiasieg, Weltmeistertiteln im Skifliegen und Skispringen sowie dem Gesamtweltcupsieg seine Karriere krönen.

"Ich würde den Leuten unglaublich gern die Freude machen", sagt der aktuelle Gesamtweltcup-Zweite, der in diesem Winter schon zwei Siege auf dem Konto hat: "Die Form, die du bei der Tournee für einen Sieg brauchst, die kann man nicht planen. Ich bin zuversichtlich, dass es passieren kann, aber eine Garantie gibt es nicht."

Prevec ist der Favorit

Dass der slowenische Gesamtweltcupsieger Peter Prevc nach seinem Doppelsieg bei der Tournee-Generalprobe als haushoher Favorit gehandelt wird, spielt ihm in die Karten. "Das ist eine gefährliche Situation. Jeder in Slowenien erwartet wahrscheinlich, dass er mit dem gleichen Vorsprung die vier Springen gewinnt. Aber so einfach ist es nicht", sagt Freund.

Er weiß das aus eigener, schmerzlicher Erfahrung. Er hat in der Vergangenheit schon viel bei der Tournee versucht - aber immer waren schon nach dem Auftaktspringen in Oberstdorf alle Chancen dahin. Diesmal verordnet Chefcoach Schuster Severin Freund und Co eine Genusskur: "Die Jungs müssen einfach mal nicht mit der Einstellung reingehen, etwas beweisen zu wollen. Sie sollen die Situation genießen, freud- und genussvoller an die Tournee rangehen."

Anderes Set-Up

Nach den Misserfolgen der vergangenen Jahre hat Schuster in diesem Jahr noch einmal einiges am Tournee-Setup geändert. Nach Oberstdorf bezieht das deutsche Team zum Beispiel in Seefeld Quartier und fährt von dort aus die Springen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck an. So ersparen sich Severin Freund und Co einen Quartierwechsel in den stressigen Tourneetagen.

"Die Jungs haben so sechs Tage im gleichen Bett“, sagt Schuster. Sicher wird dann auch Severin Freunds Partnerin Caren zumindest zur Silvesterparty anreisen. Freund hat bei der Auftakt-Pressekonferenz der Tournee die Verlobung mit seiner Freundin bestätigt. „Ein logischer Schritt“ sei der Antrag ob seiner „sehr stabilen privaten Situation“ gewesen.

"Immer schrittweise"

Diese gibt noch einmal zusätzlich Sicherheit beim Angriff auf den Thron bei der "geliebten Tournee" (Werner Schuster). "Es ist bei Severin immer schrittweise vorangegangen und er weiß, dass er noch einiges erreichen kann. Seine Karriere ist schon jetzt erfolgreich, das gibt ihm Kraft. Er ist durch die Erfolge nicht satt oder ziellos geworden. Sondern selbstsicherer und lockerer. Er lässt sich nicht mehr beirren und hat definitiv eine bessere Chance bei der Tournee als jemals zuvor. Severin kann eine gute Show bieten", sagt der Chefcoach.

Sven Hannawald erwartet einen "Zweikampf zwischen Severin und Peter Prevc. Die Vierschanzentournee wird in diesem Jahr auch aus deutscher Sicht so spannend wie lange nicht mehr. Severin muss es einfach passieren lassen." So, wie er es im September längst alles durchgespielt hat.

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