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DSV-Adler voller Zuversicht

Sport - DSV-Adler voller Zuversicht

Fürs Skispringen braucht man keine riesigen Mengen Schnee und so wird die Vierschanzentournee wohl planmäßig über die Bühne gehen. Im Allgäu laufen die letzten Vorbereitungen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.12.2016, 19:37

Optimistisch wie lange nicht gehen die deutschen Skispringer die Vierschanzentournee an. Die DSV-Adler um den großen Hoffnungsträger Severin Freund wollen im Kampf um die Spitzenplätze endlich wieder ein gewichtiges Wort mitreden.

Severin Freund ist bereit für den Gipfelsturm -
und auch seine Teamkollegen brennen auf das erwartete Duell mit Sloweniens Überflieger Peter Prevc. Angeführt vom Weltmeister wollen die deutschen Ski-Adler bei der 64. Vierschanzentournee das seit 14 Jahren andauernde Sieg-Trauma beenden und sich mit dem 17. Triumph zur erfolgreichsten Nation aufschwingen.

Hohe Ambitionen

«Wir wollen mal zur Halbzeit aus Garmisch wegfahren und die Chance haben, um den Sieg mitzuspringen. Bisher hatte sich das Ding zu diesem Zeitpunkt immer erledigt», formulierte Bundestrainer Werner Schuster das erste Etappenziel vor dem Start am Dienstag und bekräftigte: «Die Tournee war nie ungeliebt und wird nie ungeliebt sein.»

Freund sieht sich für den Kampf um die Tournee-Krone gerüstet. «Ich fühle mich fit für das erste große Highlight des Winters», verkündete der 27-Jährige. Neben Weltcup-Spitzenreiter Prevc wollen Titelverteidiger Stefan Kraft aus Österreich und die starken Norweger dem deutschen Vorflieger die Tour vermasseln. Freund kann dies nicht schrecken: «Gerade der Tournee-Auftakt in Oberstdorf mit den vielen tausend Fans ist sehr emotional und löst auch nach vielen Starts immer wieder ein Gänsehaut-Gefühl aus. Ich freue mich sehr auf das erste Springen auf meiner Heimschanze.»

Freund kämpft gegen den Fluch

Nach etlichen Enttäuschungen - mehr als Platz sieben in der Endabrechnung war bei acht Teilnahmen nicht drin für Freund - will der Weltmeister endlich seinen Tournee-Fluch besiegen. «Ich habe für mich selber noch was gutzumachen. Aber ich weiß, dass vieles aus dem Moment heraus passieren muss. Eine Garantie gibt es nicht. Für mich wird wichtig sein, schnell von einer Schanze auf die andere umzuschalten.»

Auch Bundestrainer Schuster weiß um die Schwere der Aufgabe. «Es wäre schon ein Erfolg, Zweiter oder Dritter zu werden. Aber natürlich ist es sein Ziel, die Tournee zu gewinnen», sagte Schuster über Freund. "Mit jedem Erfolg wird er stabiler, gelassener und klarer in seiner Vorgehensweise. Er hat die Möglichkeit, ganz vorn zu landen.»

Verbesserte Vorbereitung

Mit einer modifizierten Vorbereitung und kleinen Psychotricks hat der Chefcoach seine Truppe, in der neben Freund vor allem Richard Freitag und Andreas Wellinger die Hoffnungen tragen, auf die Traditionstour mit den Springen in Oberstdorf (29. Dezember), Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) eingeschworen. «Wir haben drei Optionen, die für Furore sorgen können. Damit lässt es sich gut leben», erklärte Schuster. «Wir blicken der Veranstaltung nicht angstvoll entgegen, sondern mit Freude. Wir sind neugierig, welche Geschichte dieses Mal geschrieben wird.»

Um es besser zu machen als bisher, wurde im Vorfeld nichts dem Zufall überlassen. «Wir haben uns mit der Tournee aktiver auseinandergesetzt als in den Vorjahren und sie im Sommer durchgespielt», berichtete Schuster. «Wir haben die vier Schanzen innerhalb einer Woche gemacht, mit den gleichen Hotels. Das war ein hochinteressanter Kurs für die Jungs.» Zudem wird der deutsche Tournee-Tross nach dem Auftakt im Allgäu nach Seefeld übersiedeln und von dort zu den Wettbewerben in Garmisch und Innsbruck anreisen. So soll der Reisestress minimiert werden.

Freitag will Tour "rocken"

Richard Freitag (li.) und Trainer Werner Schuster
Richard Freitag (li.) und Trainer Werner Schuster Quelle: dpa

Zum Erfolg tragen kann Schuster seine Schützlinge aber nicht. «Man muss versuchen, den Sportler mit kleinen Tricks einzustellen. Aber wenn er wirklich gut drauf ist, kann er bei der Tournee auch viermal im Zelt übernachten und trotzdem weit runterspringen», sagte der Coach. «Wir müssen einen Weg finden, dass man das Thema Tournee nicht mystifiziert.»

Diese Botschaft ist bei den Sportlern offenbar angekommen. «Ich glaube, dass wir uns als Team besser präsentieren werden als zuletzt», erklärte Freund. Und Zimmerkollege Freitag, der im Vorjahr in Innsbruck den ersten deutschen Tagessieg seit zwölf Jahren
gelandet hatte, verkündete: «Ich weiß, dass ich auf allen Schanzen gut springen kann. Wir sollten einfach versuchen, das Ding zu rocken.»

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