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Die SPORTreportage wird gefährlich

Sport - Die SPORTreportage wird gefährlich

In der SPORTreportage am 9. Oktober dreht sich alles um Extremsport und die Frage, was Menschen dazu bringt, über die Grenzen hinaus zu gehen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.10.2017, 15:27

Luft anhalten, in der SPORTreportage am 9.Oktober geht's fast ausschließlich um Extremsport. Die Themen sind: Free-Solo-Klettern, Bergsteigen, B.A.S.E.-Jump, Wingsuit und Extrem-Kajakfahren.

Die SPORTreportage trifft Free-Solo-Kletterer Alex Honnold. Free Solo, das heißt: Ohne Haken, ohne Seil, also komplett ohne Sicherung die Wände hoch. Alex Honnold ist der derzeit Beste in diesem Fach. Der 31 Jahre alte Kanadier braucht für seinen Sport  eigentlich  nur zwei Dinge: Kletterschuhe und Magnesia. Minimalistisch auch sein Lebensstil. Er wohnt mit ein paar Habseligkeiten in einem Wohnwagen und ernährt sich vegetarisch.

Oscar der Bergsteiger

Honnold ist aber auch gern mit Rucksack und Eispickel unterwegs. 2014 überschreitet er mit seinem Kumpel Tommy Caldwell in Patagonien die komplette Fitz-Roy-Gruppe - in nur fünf Tagen. Für diese alpinistische Höchstleistung, die niemals zuvor jemandem gelungen war, erhalten Honnold und Caldwell den Piolet d'Or, den Oscar der Bergsportler.

Alex Honnold
Alex Honnold Quelle: Jimmy Chin

Alex Honnold sagt, "wenn Leute meinen, ich fühlte keine Angst, fürchtete ich mich auch nicht vor dem Tod, aber das stimmt gerade nicht. Ich habe denselben gesunden Überlebenswillen, wie alle anderen auch.“

Der Purist unter den Bergsteigern

Das ist auch das Credo des wohl berühmtesten Bergsteigers der Welt: Reinhold Messner. Für den mittlerweile 72-Jährigen, der Alpingeschichte schrieb, war "die Spitze eines Berges stets nur ein Umkehrpunkt". Wir treffen ihn auf Schloss Sigmundskron in Bozen. Es ist eines von mittlerweile sechs Museen, die Messner in seiner Heimat Südtirol errichtet hat.

In Sigmundskron geht es um die Beziehung Mensch - Berg, aber auch um ganz persönliche Einblicke in die Erlebniswelt eines Abenteurers, er sich schon früh "das Spiel der Leiden" auf die Fahne schrieb. 1980 besteigt Messner den Mount Everest im Alleingang ohne zusätzlichen Sauerstoff. 1986 ist er der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hat - auch diese ohne zusätzlichen Sauerstoff.

"Die Kunst des Bergsteigens ist“, sagt Messner, "die Grenzen zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen".

Das Gefährlichste

Wingsuit-Springen gilt als die gefährlichste Extremsportart der Welt. Ein Nylonanzug lässt die Männer und Frauen wie Flughörnchen in einem atemberaubenden Tempo durch die Luft sausen. Die Besten von ihnen sind so schnell, dass man ein hohes Pfeifen hört, lange bevor man sie für Bruchteile von Sekunden überhaupt zu sehen kriegt.

Wingsuit
Wingsuit-Springer

Jeder Fehler wird mit dem Tod bestraft. Und gestorben sind viele. Auch Ui Emanuele - einer der ersten, die sich bei einem Cave-Jump (einem Flug durch eine Felslücke) filmten. Er starb am 17.August 2016 in Lauterbrunn/Schweiz, dem Mekka der Wingsuiter.

Sechs Tage später verunglückt in den französischen Alpen ein anderer in der Szene berühmte Wingsuiter und B.A.S.E-Jumper: Alexander Polli. Er stürzte in die Baumwipfel und konnte erst nach Stunden geborgen werden. Seit den 80er Jahren sollen weit mehr als 300 Wingsuitpiloten ums Leben gekommen sein.

Der Anti-Held

Rafael Ortiz hat gekniffen - und wird trotzdem bewundert. 2013 beschließt der Kajakfahrer, die Niagarafälle zu befahren. Red Bull unterstützt das Projekt mit großem Aufwand. Drei Jahre dauern die Dreharbeiten. Doch am Tag, da er sich die Fluten hinabstürzen soll, macht Ortiz einen Rückzieher, völlig unerwartet für das Team.

Rafael Ortiz
Rafael Ortiz - Extrem-Kajakfahrer Quelle: Alfredo Martinez/Red Bull Content Pool

Da solche Aktionen an den Niagarafällen streng verboten sind, befürchtet Ortiz, dass seine Helfer wohl zu langen Haftstrafen verurteilt worden wären, falls er bei dem Stunt ums Leben gekommen wäre. "Eine Woche vor Tag X habe ich ihnen das nochmal klargemacht, dass sie wegen mir zu Kriminellen werden könnten, doch sie sagten nur: Cool, Mann. Wir sind dabei. Das war der Punkt, der mich zum Umdenken brachte“, sagte Ortiz in einem Interview. Ärger von Red Bull bekam er nicht - im Gegenteil: Der Film fand den Weg in die Kinos.

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