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Weltcup-Premiere der Sprintabfahrt

Der alpine Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen live im ZDF

Revolution in Garmisch-Partenkirchen? Die Abfahrt der Damen wird am Samstag erstmals im Weltcup als Sprintabfahrt in zwei Läufen ausgetragen. Kommt das Format gut an, könnte es die Skiwelt entscheidend verändern.

Abfahrts-Strecke in Garmisch
Abfahrts-Strecke in Garmisch Quelle: ap

Langatmiger, traditioneller Wintersport ist Schnee von gestern. Seit geraumer Zeit versuchen sich viele Sportarten spannender zu verkaufen. Im Biathlon ist der Einzelwettkampf umstritten, im Langlauf die klassische Technik und im Skispringen gibt es durch das Raw Air oder Willingen Five neue Wettkampf-Modi.

Sprintabfahrt feiert Weltcup-Premiere

Auch im Ski Alpin denkt man über Veränderungen nach. Die Kombination hat viele Kritiker und die schnellen Disziplinen erleben möglicherweise eine wichtige Erneuerung. Am Samstag tragen Viktoria Rebensburg & Co. ihre Abfahrt erstmals im Weltcup nicht in der klassischen Form, sondern als Sprintabfahrt mit zwei Durchgängen aus.

Der Kurs wird auf zwei identischen Strecken gesetzt, eine Besichtigungspause zwischen den Läufen gibt es nicht. Ganz neu ist die Sprintabfahrt nicht, bisher fand sie aber nur als Notlösung mit einem verkürzten Durchgang ihren Platz, wenn es witterungsbedingt nicht anders möglich war.

Fällt der Super-G aus dem Programm?

Die klassische Abfahrt, die am Sonntag ausgetragen wird, würde Garmisch-OK-Chef Peter Fischer für den Versuch nicht opfern wollen. Stattdessen trifft es den Super-G. Auch weil er sich am schwierigsten vermarkten lässt.

Felix Neureuther bekannte jüngst, dass auch er kein Super-G-Fan ist. „Ich bin schon länger dafür, den Super-G abzuschaffen“, sagte der 33-Jährige dem Magazin Focus. Zur Verbesserung der Sicherheit könne man dann bei den Abfahrten das Tempo reduzieren und ein paar Richtungsänderungen mehr einbauen. „Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas funktioniert wie die Sprintabfahrt in zwei Durchgängen, weil es spannend ist.“

Kitzbühel, Wengen & Co. nicht betroffen

Markus Waldner, Renndirektor der Herren, wird ganz genau nach Garmisch-Partenkirchen schauen. Er gilt als Gegner des Super-G, weil ihn der Laie seiner Meinung nach ohnehin nicht von der Abfahrt unterscheiden könne. Die Sprintabfahrt gefällt ihm gut, wenn nicht als Super-G-Ersatz, könnte das Format allerspätestens 2020 die Kombination ersetzen, wenn diese aus dem Weltcup-Programm genommen wird. Fest steht: Kitzbühel, Wengen oder Bormio müssen nicht bangen. „Die klassischen Abfahrten werden sicher immer bleiben“, so Waldner.

Viktoria Rebensburg rechnet für den Samstag auf der fordernden und technisch anspruchsvollen Kandahar mit „sehr engen Abständen im Klassement und damit mit spannenden Rennen für die Zuschauer.“ Außer ihr wagen sich Patrizia Dorsch, Meike Pfister, Kira Weidle und Michaela Wenig in das Abenteuer.

FIS-Präsident Kasper gelassen

Gian Franco Kasper, seit 1998 Präsident der FIS, sieht die Lage relativ gelassen. „Alles ist möglich“, sagt der 74-Jährige. Verkürzte Abfahrten habe es durch klimatische Voraussetzungen immer gegeben. In Bezug auf die Olympischen Spiele legt sich der Schweizer fest und gibt der Sprintabfahrt wenig Chancen: „Eine Olympiaabfahrt sollte immer auf der vollen Länge stattfinden, das wollen auch die Athleten und das Publikum so.“

Bei den Winterspielen, die in wenigen Tagen im südkoreanischen Pyeongchang beginnen, wäre eine Sprintabfahrt aus Gründen der Vernunft und der Nachhaltigkeit durchaus sinnvoll gewesen. Im gesamten Gebiet erfüllte nur ein Berg die Normen, der Mount Gariwang. Der dort eigentlich existierende Naturschutz wurde kurzerhand aufgehoben und 60.000 Bäume des teilweise 500 Jahre alten Waldes gerodet. c

Das Rennen im Liveticker

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