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Stressmanagement für Goldfrau Dahlmeier

Vor dem Weltcup in Pyeongchang

Bei der Biathlon-WM in Hochfilzen fiel Laura Dahlmeier nicht nur durch ihre fünf Goldmedaillen auf, sondern auch durch zwei Schwächeanfälle. Mit dem Sprint am Donnerstag (12:15 Uhr) beginnt für die 23-Jährige in Pyeongchang der drittletzte Weltcup in diesem Winter.

Laura Dahlmeier beim Training
Quelle: reuters

Laura Dahlmeier reist bekanntlich gerne durch die Welt, bevorzugt auf der Suche nach neuen Kletterzielen. Noch aber läuft die Saison – und in ihrem Job als Biathletin weilt die 23-Jährige gerade im südkoreanischen Pyeongchang, wo sie zwischen Donnerstag und Sonntag drei Rennen bestreitet.

Erschwerte Regeneration

Laura Dahlmeier und Verfolgerin Gabriela Koukalova
Größte Konkurrentin im Gesamtweltcup ist Gabriela Koukalova (li.)
Quelle: dpa

Der erste Termin für die Skijägerelite nach der WM ist also eine Fernreise. Kein großes Problem sagt die fünfmalige Weltmeisterin von Hochfilzen vor ihrem ersten Weltcup in Asien: "Eigentlich finde ich es immer schön, wenn ich mal wieder einen neuen Ort kennenlernen darf."

Alte Leier sind dagegen die Fragen nach dem Gewinn des Gesamtweltcups als letztem Saisonziel. Dahlmeier hat bei 46 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierte Tschechin Gabriela Koukalova beste Chancen, zum Saisonende am 19. März im Endklassement ganz vorne zu liegen. Vorsorglich lehnt sie es bis dahin gleich ab, nach jedem Rennen entsprechende Fragen zu beantworten. Während der WM erlitt die Garmischerin nach zwei Rennen schließlich Schwächeanfälle, auch wegen des stressigen Drumherums mit zahllosen Interviews, Siegerehrungen, Pressekonferenzen und Dopingkontrollen.

Zusätzlicher Stress durch Südkorea-Reise

Laura Dahlmeier nach WM-Sprint
Dahlmeier nach ihrem WM-Sprint in Hochfilzen
Quelle: dpa

"Es war alles ein bisschen viel für mich in letzter Zeit", erklärte Dahlmeier in Hochfilzen. Auch die anstehende Olympia-Generalprobe in Pyeongchang hat ihre Tücken. "Der Einfluss von Jetlag auf die Leistungsfähigkeit ist zwar nicht gewaltig", erklärt Wilhelm Bloch im Gespräch mit zdfsport.de. Doch der Professor am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln sagt auch: "Es ist eine riesige Reisestrapaze, und zusätzlicher Stress fördert nicht eben die Regeneration." Blochs dezenter Hinweis an den Biathlon-Weltverband: "Das Ganze hätte man schon ein bisschen anders planen können."

Auch Bernhard Kröll ist nicht restlos begeistert von der weiten Reise der Biathleten so kurz nach dem Saisonhöhepunkt. "Natürlich wäre es jedem Sportler lieber, wenn er in zwei Stunden am Wettkampfort wäre. Aber die Athleten kannten den Weltcupkalender vorher, haben sich mit der Situation abgefunden und machen das Beste daraus", sagt Dahlmeiers Heimtrainer. Er sieht die Sache aber auch positiv: "Gerade die Laura wird es nach dieser sehr anstrengenden, sehr emotionalen WM schätzen, dass es in Pyeongchang wieder etwas ruhiger zugeht."

Tipps vom Sportmediziner

Über die wiederholten Kreislaufbeschwerden in Hochfilzen haben sich Kröll und seine Elevin in den wenigen Tagen zwischen WM-Ende und Dahlmeiers Abflug nach Südkorea nicht unterhalten. "Dazu gab es keinen großen Anlass. Wenn da mehr gewesen wäre, hätte sie bei der WM nicht sofort wieder solche Leistungen bringen können. Sondern hätte ein Rennen aussetzen müssen", betont der Coach.

Diese Schlussfolgerung zieht auch Wilhelm Bloch. Trainern und Betreuern, die unmittelbar mit Dahlmeier zu tun haben, rät der Sportmediziner für die Zukunft trotzdem zweierlei: "Ich würde noch ein bisschen mehr auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten. Und mir außerdem überlegen, wie man sie besser abschirmt, damit sie nach den Rennen noch mal ein paar Minuten herumjoggen kann. Damit so etwas wie in Hochfilzen nicht wieder passiert."

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