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Alexander Zverev will perfekten Saisonabschluss

Tennis: ATP-Finale in London

Alexander Zverev wurde für sein Abschneiden bei den Grand Slams oft kritisiert. Nun hat er es den Zweiflern gezeigt und steht beim ATP-Finale in London im Endspiel. Der Weg dorthin war bisweilen sehr emotional.

Alexander Zverev jubelt
Heiß auf den ersten großen Titel seiner Karriere: Alexander Zverev
Quelle: imago-sportfoto

Nach seinem bewegenden Halbfinalsieg gegen Roger Federer will Zverev seine erfolgreiche Woche mit dem bislang größten Titel seiner Karriere krönen. Beim Abschluss der Tennis-Saison trifft die deutsche Nummer eins heute Abend (19 Uhr) im Endspiel auf den serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic. "Natürlich wird das noch einmal eine harte Aufgabe. Novak ist aktuell der beste Spieler der Welt", sagte Zverev vor dem Finale.

Novak ist aktuell der beste Spieler der Welt.
Alexander Zverev über Novak Djokovic

Pfiffe beschäftigen Zverev

Bis zur Partie gegen die Nummer eins der Welt muss Zverev auch die Ereignisse rund um das Federer-Spiel verarbeitet haben. Weil ein Balljunge im Tiebreak des zweiten Satzes beim Stand von 3:4 aus Zverevs Sicht mitten im Ballwechsel die Filzkugel fallen ließ, hatte der 21-Jährige zurecht reklamiert, so dass der Punkt wiederholt werden musste. Federer beschwerte sich beim Schiedsrichter, die Entscheidung war aber korrekt. Bei der Wiederholung des Ballwechsels machte Zverev den Punkt und wenig später die Überraschung mit 7:5, 7:6 (7:5) perfekt.

Beim anschließenden Sieger-Interview pfiffen einige Zuschauer, die zuvor Federer unterstützt hatten, den Deutschen aus. "Natürlich war das keine einfache Situation", sagte Zverev, der nach der Begegnung schnell ins Hotel wollte, um sich beim Playstation spielen und bei einer Massage von den Vorfällen abzulenken.

Toller Jahresabschluss

Doch auch wenn er das Endspiel am Sonntag verlieren sollte, kann Zverev bereits jetzt auf einen tollen Jahresabschluss zurückblicken. Als erster Deutscher seit Boris Becker vor 22 Jahren steht er beim ATP-Finale im Endspiel. Becker hatte 1996 in Frankfurt am Main im Finale gegen Pete Sampras aus den USA verloren. Im Jahr zuvor hatte Becker das prestigeträchtige Event als bislang letzter Deutscher gewonnen. Neben Becker gelang das in Michael Stich (1993) nur noch einem weiteren Deutschen. "Großer Sport heute gegen Roger", twitterte Becker am Samstag.

"Natürlich bin ich sehr stolz, hier im Endspiel zu stehen", sagte Zverev. "Mein Team und ich haben sehr hart dafür gearbeitet." Im letzten Spiel des Jahres will er noch einmal alles aus sich rausholen, denn die Zeit danach sehnt er schon seit Wochen herbei. "Egal ob Sieg oder Niederlage - danach geht es in den Urlaub."

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