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Abgang mit Ansage

French Open: Angelique Kerber schon raus

Die French Open haben noch gar nicht richtig begonnen, da ist Angelique Kerber bereits ausgeschieden. Das historische Aus verschärft die Krise der Weltranglistenersten.

Angelique Kerber in Paris ausgeschieden
Angelique Kerber in Paris ausgeschieden Quelle: ap

Die French Open, das wichtigste Sandplatzturnier der Tennis-Saison, hatten am Sonntag noch gar nicht richtig begonnen, da waren sie für Angelique Kerber bereits wieder beendet. Die Nummer eins verlor in der ersten Runde sang- und klanglos gegen die Russin Jekaterina Makarowa mit 2:6 und 2:6 - nie zuvor scheiterte eine Weltranglistenerste zum Auftakt in Paris. Ein historisches Debakel also, das die Krise noch verschärfte, in der die 29 Jahre alte Norddeutsche bereits seit Saisonbeginn steckt.

Nach 82 Minuten war Kerbers Rendezvous mit den French Open beendet - mit ihrer 13. Niederlage 2017 bei nur 19 Siegen. Das Los gegen die ehemalige Top-Ten-Spielerin aus Russland war dabei sicher undankbar, dennoch scheint es derzeit fast egal, wer Kerber gegenübersteht. Denn jene Leichtigkeit, die ihr Spiel in der furiosen vergangenen Saison noch ausmachte, ist ihr irgendwie abhanden gekommen.

Niemand zittert mehr vor Kerber

Niemand zittert mehr vor Kerber, 2017 hat sie bloß gegen eine einzige Spielerin aus den Top 30 gewonnen. Auch gegen Makarowa spielte Kerber in der Pariser Hitze verkrampft, defensiv und mitunter hilflos. Und ihre Körpersprache spiegelt ihre Zweifel wieder. Kerber fällt zurück in alte Verhaltensmuster, auf und vor allem abseits des Platzes: schönfärben, statt Farbe bekennen.

"Nur zwei, drei Bälle im ersten Satz haben den Unterschied gemacht", fand Kerber. Dabei hatte die derzeit Weltranglisten-40. die Norddeutsche über weite Strecken nach Belieben auf dem Court Philippe Chatrier dominiert. Erst im zweiten Durchgang ließ die Russin sie nach einer 3:0-Führung mit Doppelbreak ein wenig herankommen. Doch Kerbers Chancenverwertung war mit nur zwei von 14 verwerteten Breakchancen im zweiten Satz eben so desolat wie ihr gesamter Auftritt.

Zverev zählt zu den Favoriten

Alexander Zverev in Shanghai
Alex Zverev Quelle: ZDF

Das Aus kam mit Ansage und löste daher auch kein Beben in Roland Garros aus. Niemand hatte Kerber als eine der Favoritinnen der French Open auf dem Zettel. Schließlich spielt sie einfach nicht wie die Beste der Welt und schon gar nicht auf der ungeliebten roten Asche. Anders bei Alexander Zverev: Der 20-jährige Hamburger steht nach seinem Masters-Sieg in Rom bei den Experten für Paris hoch im Kurs.

Für die kommende Nummer eins halten sie den neuen Weltranglistenzehnten ohnehin längst. Doch der Schlacks ist immun gegen Lobhudeleien. "Auch wenn ich Rom gewonnen habe, ändert sich nichts", sagte Zverev, "ich muss genauso hart weiterarbeiten, um besser zu werden."

Das muss auch Kerber tun. Bereits vor einem Jahr schied sie in Paris in der ersten Runde aus. Damals war ihr der Druck als neuer Melbourne-Champion zuviel geworden, doch sie fing sich wieder und stürmte danach ins Finale von Wimbledon und gewann die US Open. Aber jetzt? "Jetzt fühlt sich dieses Tief anders an", sagte Kerber mit geröteten Augen und zittriger Stimme. Im vergangenen Jahr war sie nur kurzzeitig aus der Spur gekommen, 2017 jedoch ist sie nie richtig in Tritt gekommen.

Kerber muss etwas ändern

"Die Erwartungen bei den großen Turnieren sind viel größer, auch von mir", fügte sie hinzu, "es ist nicht leicht, damit klar zu kommen." Druck, Veränderungen - Kerber hat in ihrer Karriere immer mehr Zeit gebraucht, damit fertig zu werden. Nicht ohne Grund wurde sie die Nummer eins mit 28 Jahren und nicht mit 18. So ist Kerber einfach. Doch dieses Mal dauert die Krise nun schon fünf Monate an und es scheint zumindest fraglich, ob sie in Wimbledon so einfach wieder auf Champion-Modus umschalten kann.

Was also tun? "Ich habe jetzt viel Zeit, nachzudenken, was ich in den nächsten Wochen mache", sagte Kerber. Ob dabei auch ihr langjähriger Trainer Torben Beltz um seinen Job fürchten muss, wollte sie dabei nicht ausdrücklich dementieren: "Irgendetwas wird sich ändern müssen."

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