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Für Kerber und Co. ist die Hoffnung grün

Am Montag startet das Rasenturnier von Wimbledon

Im Wimbledon wollen besonders Angelique Kerber und Alexander Zverev ihre holprige Saison wieder in die Spur bringen. Doch auch andere der 14 deutschen Profis machen sich ab Montag Hoffnung im Tennis-Mekka.

Alexander Zverev und Angelique Kerber am 04.01.19 in Perth
Im Blickpunkt: Angelique Kerber und Alexander Zverev
Quelle: imago

Angelique Kerber blieb gar nichts anderes übrig, sie konnte ihrer Gegnerin nur als faire Verliererin gratulieren, obwohl ihr die Enttäuschung anzusehen war. Aber Karolina Pliskova hatte am Samstag auf dem Rasen von Eastbourne ein so furioses Finale gespielt, dass die Tschechin Kerber im ersten Satz geradezu überrollte. "Ich habe alles versucht", meinte Kerber nach der Partie, aber da war nichts zu machen. 1:6 und 4:6 unterlag sie und der 31-Jährigen war anzumerken, dass sie sich ihre Generalprobe für Wimbledon anders vorgestellt hatte. Schließlich fährt sie als Titelverteidigerin in den altehrwürdigen All England Club an der berühmten Londoner Church Road.

Und in ihrem Kopf hat sich Kerber schon genau ausgemalt, wie es am Dienstag sein wird, wenn sie den Rasen des Centre Courts wieder betritt. "Das wird ein ganz besonderer Moment für mich, der mir viel bedeutet", sagte Kerber, "da werden viele Gefühle und Erinnerungen vom letzten Jahr wieder hochkommen, darauf freue ich mich." Als erste deutsche Spielerin 22 Jahre nach Steffi Graf wurde Kerber Wimbledonsiegerin, davon hatte sie schon als Kind geträumt. "Ich habe meinen Lebenstraum erreicht", sagte Kerber, nachdem sie Serena Williams glatt mit 6:3 und 6:3 im Finale geschlagen hatte: "Was will ich mehr?" Doch Kerber wollte mehr, nur seit ihrem großen Triumph wollten ihr viele Turniere nicht gelingen. Leicht angeschlagen missglückte dann auch noch die ohnehin ungeliebte Sandplatzsaison völlig. Auf Rasen jedoch kam Kerber nun langsam wieder in Tritt.

Kohlschreiber erwischt direkt Djokovic

"Ich fühle mich gut, ich spiele im Moment gut", sagte sie nach dem verlorenen Finale von Eastbourne: "Hoffentlich kann ich in Wimbledon wieder so gut spielen wie im letzten Jahr." Möglich ist es, doch die Auslosung schwer. Im Achtelfinale könnte bereits Serena Williams warten und die frisch gekürte French-Open-Siegerin und neue Nummer eins Ashleigh Barty im Viertelfinale. Eine noch bitterere Auslosung erwischte wohl nur Philipp Kohlschreiber, der direkt gegen den Titelverteidiger und Weltranglistenersten Novak Djokovic antreten muss.

"Kohlschreiber ist ein sehr guter Spieler mit großen Qualitäten auf Rasen", lobte Djokovic den 35-jährigen Routinier, "eigentlich ist er auf jedem Belag gefährlich, hat mich im Frühjahr in Indian Wells geschlagen. Ich werde bereit sein müssen." Doch Kohlschreiber spielt derzeit auf keinem Level, mit dem er dem Perfektionisten Djokovic gefährlich werden könnte. Abgerutscht auf Platz 57 der Weltrangliste hat Kohlschreiber seit Indian Wells im März keine drei Matches in Folge gewinnen können. Auf Rasen hat er in der Vorbereitung keinen Sieg eingefahren. "Ziemlich dünn", sei die Ausbeute, gab Kohlschreiber zu: "Schauen wir mal, ob ich es in Wimbledon ein bisschen besser gestalten kann."

Zverev gibt Entwarnung bei seinem Knie

Darauf hofft auch Alexander Zverev nach seiner durchwachsenen Saison. Bei den French Open zeigte die Leistungskurve zwar bis zum Viertelfinaleinzug wieder nach oben, doch die Auftritte des Weltranglistenfünften auf Rasen waren durchwachsen. Zudem verdrehte er sich in Halle das Knie, doch "das ist wieder ganz in Ordnung", sagte er in Wimbledon. "Ich freue mich auf das Turnier und hoffe, dass es besser läuft, als die letzten paar Jahre." Über das Achtelfinale war Zverev auf dem heiligen Rasen noch nicht hinausgekommen.

Gleich der erste Gegner ist unangenehm. Der Tscheche Jiri Vesely wird zwar aktuell nur auf Rang 108 geführt, ist aber ein früherer Top-40-Spieler, der im Vorjahr in Wimbledon erst im Achtelfinale an Rafael Nadal scheiterte. "Jiri ist ein unangenehmer Gegner auf Rasen, Linkshänder. Und er wird sehr motiviert sein", ist sich Zverev sicher: "Wir werden sehen, wie es für mich läuft."

Struff ist weiterhin in starker Form

Derzeit am besten im deutschen Lager läuft es jedoch für Jan-Lennard Struff. Der 29 Jahre alte Wahrsteiner spielt die beste Saison seiner Karriere, hat sich auf Rang 34 hochgeschraubt nach seinem Achtelfinaleinzug bei den French Open. Nun lief es für "Struffi" sogar auf Rasen rund: Halbfinale in Stuttgart, Achtelfinale in Halle. In Wimbledon rutschte er durch eine Absage nachträglich unter die Gesetzten, seinen ersten Gegner Radu Albot schlug er bereits in Paris. "So eine gute Rasensaison hatte ich noch nie", freute sich Struff, "ich werde jetzt weiter Gas geben."

Sieben Frauen und sieben Männer vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) werden ab Montag in Wimbledon dabei sein. Und alle Augen sind dabei vor allem auf Kerber und Zverev gerichtet. Doch ein neues Gesicht lohnt sicherlich einen genaueren Blick. Denn Dominik Köpfer ist der Glückspilz von Wimbledon. Der 25-jährige Schwarzwälder hatte im Vorfeld das Challenger-Turnier im englischen Ilkley gewonnen und schöner als die Siegerprämie war für die Nummer 132 der Weltrangliste der Bonus, den es dazu gab: eine Hauptfeld-Wildcard für Wimbledon. Nun ist der College-Spieler also auch mittendrin im Mekka des Tennissports. So schnell kann's gehen.

Die deutschen Begegnungen der 1. Runde

  • Angelique Kerber - Tatjana Maria
  • Julia Görges - Elena-Gabriela Ruse (Rumänien)
  • Mona Barthel - Marie Bouzkova (Tschechien)
  • Andrea Petkovic - Monica Niculescu (Rumänien)
  • Laura Siegemund - Katie Swan (Großbritannien)
  • Anna-Lena Friedsam - Margarita Melikowna Gasparjan (Russland)
  • Alexander Zverev - Jiri Vesely (Tschechien)
  • Jan-Lennard Struff - Radu Albot (Moldau)
  • Philipp Kohlschreiber - Novak Djokovic (Serbien)
  • Mischa Zverev - Steve Darcis (Belgien)
  • Peter Gojowczyk - Roberto Bautista Agut (Spanien)
  • Dominik Koepfer - Filip Krajnovic (Serbien)
  • Cedrik-Marcel Stebe - Reilly Opelka (USA)

Wimbledon: Der offizielle Zeitplan

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