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Spannung im Titel-Kampf programmiert

Handball-Bundesliga - Vor dem Saisonstart

Die 53. Saison in der Handball-Bundesliga, die am 23. August beginnt, verspricht viel Spannung. Neben Topfavorit THW Kiel wittern noch drei, vier weitere Klubs die Chance auf die Meisterschaft.

Alfred Gislason
Alfred Gislason
Quelle: dpa
Als Tabellenfünfter der letzten Saison zum Favoriten erklärt zu werden, ist ein Novum.
Viktor Szilágyi

Der Branchenführer übt sich in Demut. Der THW Kiel verfügt zwar mit ca. elf Millionen Euro Jahresetat über das meiste Geld in der Handball-Bundesliga und führt mit 20 Titeln den stolzen Namen eines Rekordmeisters. Auch haben sich die „Zebras“ mit Kreisläufer Hendrik Pekeler, dem Europameister von 2016, spektakulär verstärkt. Und doch amüsiert es die Verantwortlichen, wenn die Konkurrenz den THW Kiel als Topfavoriten einstuft. „Als Tabellenfünfter der letzten Saison zum Favoriten erklärt zu werden, ist ein Novum“, sagte der Sportliche Leiter des THW, Viktor Szilágyi, dem Magazin HANDBALL inside.

Trainernachfolge schon gesichert

Filip Jicha, THW Kiel
Filip Jicha, THW Kiel
Quelle: imago/Beautiful Sports

Die Bescheidenheit ist einerseits nachvollziehbar. Schließlich haben die Kieler, die den deutschen Klubhandball über zwei Jahrzehnte hinweg beherrschten, den letzten Meistertitel im Jahr 2015 gewonnen – und die vielen Niederlagen haben ihnen den Nimbus der Unbesiegbarkeit geraubt. „Ergebnisse sind keine Zufälle“, sagt Szilágyi, „in einigen Bereichen war der Wurm drin.“ Auch haben sie in Kiel noch im Ohr, dass sich die Fachwelt auch vor der Saison 2017/18 nur einen Meister THW Kiel vorstellen konnte. Herauskam jedoch eine Saison des Horrors. Man sei daher gut beraten, so Szilágyi, „aktuell nicht über Titel und Pokale zu sprechen, doch wir alle beim THW identifizieren uns über den Erfolg“.

Andererseits spielt der Rekordmeister erstmals seit 2004 nicht in der Champions League, sondern nur im EHF-Pokal, weshalb Cheftrainer Alfred Gislason bis zum Herbst einige zusätzliche Trainingswochen zustehen. Wenn sich niemand verletze, sei der THW Topfavorit, stellte der Isländer denn auch nach dem überzeugenden 28:24-Testspielsieg gegen den FC Barcelona fest. Spannend ist freilich, wie das Experiment mit dem neuen Co-Trainer Filip Jicha funktionieren wird. Der Tscheche, als Spieler eine Ikone bei den „Zebras“, soll im Sommer 2019 Gislason als Cheftrainer ablösen.

Gegner im Umbruch

Die Favoritenstellung des Rekordmeisters hat auch mit den Verhältnissen bei der direkten Konkurrenz zu tun. Der aktuelle Meister SG Flensburg-Handewitt befindet sich, da mit Thomas Mogensen und Jacob Heinl auch das Torhüter-Duo Mattias Andersson/Kevin Möller abgegangen sind, in einem personellen Umbruch. Das sieht auch SG-Kapitän Tobias Karlsson so. Da mit Torbjørn Bergerud und Benjamin Buric ein neues Torwartduo hinter ihm stehe und auch der dänische Neuzugang Simon Hald Jensen neben ihm agieren werde, betrachtet der 38-jährige Abwehrspezialist die neue Saison als „wirklich eine große Herausforderung für uns alle“.

Auch die Rhein-Neckar Löwen müssen mit Pekeler und Kim Ekdahl du Rietz (nach Paris) zwei prominente Abgänge verzeichnen, andererseits sind diese Positionen mit Kreisläufer Jannik Kohlbacher (aus Wetzlar) und dem Rückraumstar Steffen Fäth (aus Berlin) durch zwei hochkarätige Nationalspieler ersetzt worden. Nicht wenige Beobachter aber trauen den Löwen in dieser Saison nicht mehr den ganz großen Coup zu, da der überragende Regisseur Andy Schmid, der Ende August 35 Jahre alt wird, und der Halbrechte Alexander Petersson (38) langsam in die Jahre kommen.

Wenn die Konkurrenz schwächelt

Jede Mannschaft, die ein paar Punkte zurückliegt, wird bis zum Ende an den Titel glauben, das war vorher nicht so.
Tobias "Tobbe" Karlsson

Da den Löwen im Endspurt der letzten Saison überraschenderweise die Luft ausging, wittern auch weitere Konkurrenten die Chance, ganz oben anzugreifen. So hat der österreichische Rechtsaußen Robert Weber jüngst erklärt, sein Traum sei es, mit dem SC Magdeburg einmal Deutscher Meister zu werden. Und auch die Füchse Berlin, der Tabellendritte der Vorsaison, sind als eingespieltes Team mehr als ein klassischer Außenseiter. Flensburgs Kapitän Karlsson glaubt an eine spannende Saison: „Jede Mannschaft, die ein paar Punkte zurückliegt, wird bis zum Ende an den Titel glauben, das war vorher nicht so.“

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