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Ballbesitzfußball gegen Heavy Metal

Champions League | Tottenham und Liverpool im Vergleich

Auf welche Spieler wird es im Champions-League-Finale Tottenham Hotspur gegen den FC Liverpool (Samstag, 21 Uhr) ankommen? Wie lassen die Trainer spielen? Und welche Schwächen haben die Teams? Die Mannschaften im Vergleich.

Tottenhams Toby Alderweireld und Sadio Mane vom FC Liverpool.
Tottenhams Toby Alderweireld und Sadio Mane vom FC Liverpool.
Quelle: AI

Die Ergebnisse der beiden jüngsten Duelle in der Premier League sprechen für den FC Liverpool: Die Reds konnten beide Spiele gegen Tottenham gewinnen, siegten sowohl auswärts bei den Spurs als auch zuhause jeweils mit 2:1. Doch darauf wird es am Samstag nicht ankommen - dafür auf ...

Die Stars

Nach seiner im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City erlittenen Bänderverletzung ist noch immer nicht klar, ob Tottenhams Stürmerstar Harry Kane rechtzeitig fit wird. "Wir haben hier noch eine Trainingseinheit. Danach werden wir eine Entscheidung treffen", sagte Spurs-Trainer Mauricio Pochettino am Freitag in Madrid.

Harry Kane am 23.02.2019 in Burnley
Harry Kane.
Quelle: reuters

Pochettino sieht Kane als einen der "drei besten Stürmern der Welt". Und das nicht zu Unrecht: Kane war 2016 und 2017 Torschützenkönig der Premier League, in 252 Pflichtspielen für die Spurs kommt der 25-Jährige auf schwindelerregende 158 Tore.

Damit ist er der Fixpunkt einer insgesamt brillant besetzten Offensivreihe. Heung-min Son ist bei den Spurs zu einem Star von internationalem Format geworden, Christian Eriksen verfügt über Spielmacher-Anlagen wie wenige andere Fußballer. Und dann wären da noch Eigengewächs Dele Alli, eines der größten englischen Talente der letzten Jahre, sowie Halbfinal-Matchwinner Lucas Moura, der Ajax Amsterdam mit seinem Dreierpack im Halbfinal-Rückspiel quasi im Alleingang beerdigte. Zu rechnen ist mit allen von ihnen.

Liverpool's Mohamed Salah (r.)
Liverpool gegen Manchester City am 04.04.2018
Quelle: dpa

Beim Finalgegner aus Liverpool steht vor allem das Triumvirat aus Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino im Rampenlicht. Die drei Offensiven gehören seit einigen Jahren schon zum besten, was der Fußball zu bieten hat.

Insbesondere Salah zählt zum engsten Kreis der weltbesten Fußballer, und wer weiß, wie das Vorjahres-Finale gegen Real Madrid ausgegangen wäre, hätte er nicht verletzt vom Platz gemusst.

Abseits der Offensive hat Liverpool noch einen echten Trumpf in der Hand: Virgil van Dijk. Der holländische Innenverteidiger, den Jürgen Klopp 2018 mit 85 Millionen Ablöse zum teuersten Abwehrspieler aller Zeiten machte, gilt weltweit als der beste Spieler auf seiner Position und wurde gerade erst wurde zum Spieler des Jahres in der Premier League gewählt.

Van Dijk beherrscht sein defensives Kerngeschäft in sämtlichen Facetten nahezu perfekt, darüber hinaus ist er enorm kopfballstark und dadurch vor allem bei Ecken und Freistößen extrem torgefährlich.

Die Trainer

Fachlich verfolgen Jürgen Klopp und Mauricio Pochettino unterschiedliche Ansätze, menschlich aber eint beide Fußballlehrer sehr viel. Sowohl Klopp als auch Pochettino gelten als ausgesprochene Menschenfänger, die es verstehen, eine außergewöhnlich enge Bindung zu ihren Spielern aufzubauen.

Auch eint den Deutschen und den Argentinier, dass beide ihre jeweiligen Klubs mit Übernahme wachgeküsst haben. Klopp hat aus einem Verein, der die letzten zweieinhalb Jahrzehnte im Windschatten von Manchester United, Arsenal und Chelsea verbracht hat, eine gut geölte Maschine gemacht, die in dieser Premier-League-Saison phänomenale 97 Punkte erringen konnte. In den letzten 16 Jahren hätte das zur Meisterschaft gereicht.

Freilich war Pep Guardiolas Manchester City um einen Punkt besser. Dennoch: Unter Klopp ist Liverpool wieder Titelanwärter, das war lange Jahre nicht der Fall.

Ähnlich verhält es sich mit Pochettino. Der Argentinier heuerte 2014 bei Tottenham an und konnte die Spurs nur in seinem ersten Jahr, als der Klub Fünfter wurde, nicht in die Königsklasse führen.

Im Vorjahr wurde Tottenham Dritter, noch vor Liverpool, 2016 sogar Vizemeister hinter Chelsea. An einen ernsthaften Angriff auf die Top-Vier der Liga war in den Jahren zuvor kaum zu denken. Unter Pochettino ist das Realität geworden.

Was beide Trainer allerdings auch gemein haben: Den leeren Trophäenschrank. Denn obschon beide ihre Klubs auf eine neue Ebene hieven konnten, Titel gewonnen haben sie beide noch nicht. Allen voran bei Jürgen Klopp wächst sich das langsam zu einem Trauma aus: Der ehemalige Dortmunder verlor vereinsübergreifend seine letzten sechs Finals, darunter auch zwei Champions-League-Endspiele.

Die Taktik

Pochettinos bevorzugtes System ist das 4-2-3-1 mit Kane als Mittelstürmer und Alli, Son und Eriksen als offensive Dreierreihe dahinter. Der Argentinier lässt gern Ballbesitzfußball spielen, seine technisch hochbegabten Offensivkräfte suchen dabei im letzten Drittel bevorzugt den Weg durch die Mitte. Haben die Spurs nicht den Ball, gehen sie ins aggressive Pressing über, angefangen bei den vier Offensiven.

Jürgen Klopps Spiel ist sehr viel wilder als jenes von Pochettino. Nicht umsonst hat Klopp seinen Gegenpressing-Stil als "Heavy Metal" bezeichnet. Verliert seine Mannschaft den Ball, geht sie sofort aggressiv drauf und versucht, ihn zurückzugewinnen.

Der Vorteil: Der Weg zum Tor ist bei Ballgewinn sehr kurz. Klopps Stil hat sich im englischen Sprachschatz als "Gegenpress" etabliert, darüber hinaus hat er den LFC aber spielerisch so weiterentwickelt, dass das Team auch mit Ball am Fuß immer eine Lösung findet.

Bevorzugt kommen die Reds dabei über die Flügel, die beiden Außenverteidiger Trent Alexander-Arnold und Andrew Robertson haben starke 16 bzw. 13 Pflichtspieltreffer vorbereitet.

Die Geschichte

In Sachen Historie können Tottenham und Liverpool ein gemeinsames Lied singen, das da heißt: Früher war alles besser. Tottenham ist zweifacher Meister und der erste Klub, der in England das Double gewinnen konnte (1961). Außerdem holten die Londoner den ersten internationalen Titel nach England, als sie 1964 den Europapokal der Pokalsieger gewannen. Hinzu kamen noch zwei UEFA-Cup-Siege (1972 und 1984) und einige FA-Cups.

Rechnet man allerdings den eher weniger bedeutungsvollen League Cup raus, datiert der letzte Titel von 1991, als die Spurs den FA-Cup nach London holten. Die Bilanz eines Spitzenteams ist das nicht.

Liverpools letzter großer Triumph: Champions-League-Sieger 2005.
Liverpools letzter großer Triumph: Champions-League-Sieger 2005.
Quelle: dpa

Ähnlich geht es dem FC Liverpool. Zwar waren die Reds lange Jahre Rekordmeister mit 18 Titeln, abgelöst wurden sie 2011 von Manchester United. Auch hat der LFC stolze fünf Landesmeisterpokale in der Vitrine stehen.

Der letzte Meistertitel datiert aber von 1990, der letzte Triumph in der Champions League gelang, damals recht überraschend, 2005, der letzte Titel war der FA-Cup 2006.

Die Schwächen

Im Vergleich zum Finalgegner, der mit Robertson und Alexander-Arnold zwei Ausnahmespieler auf den Außenverteidigerpositionen aufbieten kann, fehlt es den Spurs auf eben diesen Positionen an Spielern mit gehobener internationaler Klasse.

Nationalspieler Kieran Trippier wurde zuletzt immer häufiger von Talent Kyle Walker-Peters ersetzt. Linksverteidiger Ben Davies ist solide, vor allem in der Offensive allerdings oft zu glücklos: Eine einzige Torvorlage in 40 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache.

Insbesondere gegen spielstarke Gegner haben die Londoner oft Probleme, die beiden Halbfinals gegen Ajax haben das bewiesen.

Apropos: So langsam aber sicher könnte auch das Glück der Londoner aufgebraucht sein: Im Viertelfinale gegen Manchester City half in der 93. Minute der Videoschiedsrichter mit, gegen Ajax schoss Lucas Moura in der 96. Minute das Tor zum Weiterkommen.

Und Liverpool? Wenn die aktuelle Premier-League-Saison eines gezeigt hat, dann das der LFC eigentlich keine Schwächen mehr hat.

Das letzte Ligaspiel verloren die Reds Anfang Januar, neben den erstaunlichen 97 Punkten bezeugen auch die wenigsten Gegentore (22 in 38 Spielen) und zweitmeisten Tore (89) eindrucksvoll, dass Jürgen Klopp seine Mannschaft im dritten Jahr seines Wirkens perfekt austariert hat.

Seine Reds bekommen deutlich weniger Gegentore als noch in den Saisons zuvor, ohne dabei an offensiver Durchschlagskraft eingebüßt zu haben.

Und kassieren sie doch mal drei Tore, so wie im Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona, sind sie zu ganz Großem imstande: Das Rückspiel gegen Barca gewannen sie mit einem spektakulären 4:0.

Ins Finale gehen die Reds also mit einer ordentlichen Portion Rückenwind und daher auch als Favorit.

Einzig die jüngere Final-Historie Liverpools spricht gegen einen Sieg: Das Champions-League-Finale 2018 ging ebenso verloren wie das Europa-League-Finale 2016. Und 2019?

Di, 07.12.2021
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Gruppe A
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1Manchester CityManchester CityMan. CityMCI540117:8912
2Paris St. GermainParis St. GermainParis SGPSG52219:728
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL511313:1304
4FC BrüggeFC BrüggeFC BrüggeBRU51135:16-114
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Gruppe B
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1Liverpool FCLiverpool FCLiverpoolLIV550015:51015
2FC PortoFC PortoFC PortoPOR51223:8-55
3AC MailandAC MailandAC MailandACM51135:7-24
4Atletico MadridAtletico MadridAtleticoATL51134:7-34
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Gruppe C
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1Ajax AmsterdamAjax AmsterdamAjaxAJA550016:31315
2Sporting CPSporting CPSporting CPSCP530212:849
3Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB52035:11-66
4Besiktas IstanbulBesiktas IstanbulBesiktasBES50053:14-110
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Gruppe D
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1Real MadridReal MadridReal MadridRM540112:3912
2Inter MailandInter MailandInterINT53118:3510
3FC SheriffFC SheriffTiraspolSTI52036:10-46
4Schachtjor DonezkSchachtjor DonezkSchachtjorSHK50141:11-101
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Gruppe E
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC BayernFCB550019:31615
2FC BarcelonaFC BarcelonaFC BarcelonaBAR52122:6-47
3Benfica LissabonBenfica LissabonBenficaBEN51225:9-45
4Dynamo KiewDynamo KiewDynamo KiewDKV50141:9-81
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Gruppe F
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1Manchester UnitedManchester UnitedMan. UnitedMUN531110:7310
2Villarreal CFVillarreal CFVillarrealVIL52129:727
3AtalantaAtalantaAtalantaATL513110:1006
4BSC Young BoysBSC Young BoysYoung BoysYB51136:11-54
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Gruppe G
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1Lille OSCLille OSCLilleOSC52214:318
2RB SalzburgRB SalzburgRB SalzburgRBS52127:617
3FC SevillaFC SevillaFC SevillaSEV51315:416
4VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB51224:7-35
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Gruppe H
Sp.S.U.N.ToreDiff.Pkt.
1FC ChelseaFC ChelseaFC ChelseaCHL540110:1912
2Juventus TurinJuventus TurinJuventusJUV54019:6312
3Zenit St. PetersburgZenit St. PetersburgZenitZEN51137:704
4Malmö FFMalmö FFMalmö FFMAL50141:13-121
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