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Zu Fuß auf den Mont Ventoux - Froome weiter in Gelb

Chris Froome

Sport - Zu Fuß auf den Mont Ventoux - Froome weiter in Gelb

Auf dem 12. Tagesabschnitt ist Chris Froome zwischenzeitlich zu Fuß unterwegs. Das Gelbe Trikot darf er am Ende trotzdem behalten. Ein weiteres Kapitel Tour-Geschichte am legendären Mont Ventoux.

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Was für ein dramatisches Finale auf der 12. Etappe der Tour de France hoch zum legendären Mont Ventoux: Nach einem Sturz lief Chris Froome zu Fuß verzweifelt den Berg hinauf. Dann versuchte er es auf einem viel zu kleinen Ersatzrad. Das Gelbe Trikot durfte er am Ende aber doch behalten.

Die Rennleitung wertete nachträglich die Abstände zum Zeitpunkt des Zwischenfalls wenige hundert Meter vor dem Ziel. Ursprünglich hatte der Sky-Kapitän 1:40 Minuten und damit auch das Gelbe Trikot an seinen Landsmann Adam Yates verloren. "Ich bin sehr erleichtert. Die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France", sagte Froome. Die Entscheidung sei eine Ausnahme für eine unvorhersehbare Ausnahmesituation, erklärte Tourchef Michel Prudhomme im französischen Fernsehen.

De Gendt holt den Tagessieg

Der 31 Jahre alte Brite war kurz vor Schluss der verkürzten 12. Etappe in einen Sturz verwickelt. Ein TV-Motorrad musste stoppen, Richie Porte fuhr auf, Froome krachte rein. Es folgten dramatische Szenen. Froome rannte verzweifelt auf seinen Radschuhen in Richtung Ziel, ehe er ein Ersatzrad gereicht bekam, das auch noch viel zu klein für ihn war. Den Sieg am Nationalfeiertag der Franzosen holte sich der Belgiers Thomas de Gendt vor seinem Landsmann Serge Pauwels und dem Spanier Dani Navarro.

Auf dem Schlussanstieg hatte zunächst Alejandro Valverde attackiert und sich leicht abgesetzt, wenige hundert Meter später versuchte es der Kolumbianer Nairo Quintana. Doch Froomes Sky-Helfer fuhr die Lücke schnell wieder zu, der Mann in
Gelb musste nicht einmal selbst nachsetzen. Drei Kilometer vor dem Ziel attackierte Froome und sah wie der große Gewinner aus, danach nahm das Drama seinen Lauf.

Verkürzte Etappe

Der "kahle Riese der Provence" war derweil am Donnerstag nur ein Rieschen: Nachdem Windgeschwindigkeiten von 100 km/h vorausgesagt worden waren, die auf dem exponierten Gipfel in 1912 m Höhe für ein unkalkulierbares Risiko gesorgt hätten, hatten die Organisatoren das Ziel ans sechs Kilometer entfernt und 500 m tiefer gelegene Chalet
Reynard knapp unterhalb der Baumgrenze verlegt.

Das quälend lange Finale durch die Mondlandschaft am Denkmal für den hier 1967 während der Ventoux-Etappe verstorbenen Briten Tom Simpson fehlte somit - zum Leidwesen von Kletterkünstler Quintana. "Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Etappe bis ganz nach oben geführt hätte, denn dieser Anstieg liegt mir wirklich", sagte der kolumbianische Bergfloh, "aber es bleiben noch viele Tage und viele Berge."

Deutsche spielen keine Rolle

Aus deutscher Sicht war lediglich der Auftritt von Sprint-Ass Andre Greipel bemerkenswert. Der "Gorilla", der zur teilweise 20 Minuten einteilten Ausreißergruppe zum Chavanel gehört hatte, versuchte sich als "Berg-Gorilla" und attackierte am Fuße des Ventoux. Letztlich war das 34 Jahre alte Kraftpaket aus Rostock aber chancenlos und wurde schnell durchgereicht.

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