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Keine Gnade für Sagan

Der Weltmeister bleibt von der Tour de France ausgeschlossen

Sport - Keine Gnade für Sagan

Peter Sagan bleibt von der Tour de France ausgeschlossen. Ein Einspruch des Slowaken und seines deutschen Teams Bora-hansgrohe gegen die Disqualifikation ist von der Jury abgelehnt worden.

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Sagan wird vorgeworfen, er habe am Dienstag im Finale der vierten Etappe den Briten Mark Cavendish mit dem Ellbogen in die Absperrung gedrängt. Daraufhin war der Weltmeister disqualifiziert worden.

"Ich muss die Entscheidung akzeptieren. Natürlich stimme ich mit der Meinung der Jury nicht überein. Ich denke, ich habe im Sprint nichts falsch gemacht", sagte Sagan am Mittwoch: "Es war schlimm, dass Mark gestürzt ist, das tut mir leid. Ich hoffe, er erholt sich gut. Es war ein verrückter Sprint, aber es war nicht der erste dieser Art, und es wird nicht der letzte gewesen sein. Das war's." Sprach's und brauste im Teamauto davon.

"Ein Rennunfall"

Sagan verlässt damit als erklärter Sündenbock die Frankreich-Rundfahrt. Mit dem Slowaken geht auch Cavendish, der sich als Folge der Kollision mit seinem Kontrahenten das Schulterblatt gebrochen hat.

Sagans Team Bora-hansgrohe fühlt sich durch den Ausschluss ungerecht behandelt. "Es war ein Rennunfall, kein Vorsatz", sagte Teamchef Ralph Denk im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin: "Cavendish fuhr in eine Lücke, die es gar nicht gab - und erst dann kam der Ellbogen."

Nur zur Balance?

Sagan habe den Ellbogen zur Balance ausfahren müssen, weil er von Cavendish am Hinterrad berührt worden sei, habe ihm Sagan berichtet. Ähnlich hätten es auch Ex-Fahrer wie Robbie McEwen und Alessandro Petacchi gesehen, berichtete Denk.

Der Teamchef kritisierte auch, wie UCI-Kommissäre mit dem Fall Sagan umgegangen sind: "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass uns einfach eine Entscheidung mitgeteilt wurde, ohne dass eine Anhörung stattgefunden hat."

Zurückgerudert mit seinem Urteil ist Sagans Konkurrent André Greipel. Am Dienstag hatte der Rostocker nach der Etappe noch gegen Sagan gewettert; Tags darauf jedoch bedauerte er Sagans Ausschluss: "Die Entscheidung der Jury ist zu hart", twitterte Greipel vor der fünften Etappe: "Manchmal sollte ich mir die Bilder anschauen, bevor ich etwas sage."

Voigt: "Zu hart"

Tour de France: Peter Sagan und Mark Cavendish beim Sprint der 4. Tour-Etappe am 04.07.2017
Mark Cavendish (links) stürzt beim Sprint der vierten Etappe. Peter Sagan (2. von links) fährt dem Ziel entgegen. Quelle: ap

Die einstige Tour-Institution Jens Voigt meinte: "Die Disqualifikation ist meiner Meinung nach zu viel. Es wäre auch okay, wenn ihm 80 Punkte im Kampf um das Grüne Trikot abgezogen würden, er auf den letzten Platz der Etappe zurückversetzt würde und eine Zeitstrafe erhielte."

Selbst Cavendish äußerte nur verhaltene Kritik: "Ich komme mit Peter gut klar, bin nur kein Freund davon, wenn er den Ellbogen so einsetzt."

Sagan ist ein harter Fahrer, aber keinesfalls ein unfairer, er wird der Tour 2017 fehlen - so der Tenor am Mittwoch. Und wenn es aus deutscher Sicht etwas Positives an der Causa Sagan gibt, dann dies: Der Weg zum Grünen Trikot, das der Slowake zuletzt fünfmal in Folge gewonnen hatte, ist nun für Marcel Kittel und Greipel weit weniger steinig.

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