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„Klebstoff zwischen allem ist der Teamspirit“

Vor dem U21-EM-Finale Deutschland - Spanien

Am Sonntag kann die deutsche U21-Nationalelf in Udine zum zweiten Mal in Folge Europameister werden. Wie vor zwei Jahren heißt der Endspielgegner Spanien. Dass die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz erneut im Finale steht, hat sie vor allem ihrem Teamgeist zu verdanken.

Nadiem Amiri (2. l) am 27.06.2019 in Bologna
Rudelbildung: Mitspieler beglückwünschen Nadiem Amiri (unten).
Quelle: dpa

Vor drei Wochen saß Nadiem Amiri entspannt in einem Lounge-Sessel mit Blick auf den Flötscher Weiher und sagte: „Wir trainieren und spielen unheimlich gerne zusammen. Jeder mag jeden hier, das ist schon mal gut.“ Dieser Eindruck des Offensivspielers der TSG Hoffenheim aus dem Trainingslager der U21 in Südtirol hat sich längst verfestigt: Der große Traum von der Titelverteidigung des EM-Titels kann am Sonntag in Udine Wirklichkeit werden. Die Deutschen treffen nach dem 4:2 im Halbfinale gegen Rumänen im Finale - wie schon vor zwei Jahren in Polen auf Spanien.

Nadiem Amiri erzielte gegen Rumänien zwei Treffer - er hatte sehnlichst auf diesen großen Moment gewartet. Noch vor sieben Wochen hatte es noch so ausgesehen, als könne Amiri die EM abhaken. Im Bundesligaspiel gegen Bremen zog er sich einen Außenbandriss im linken Knöchel zu. Doch der Techniker mit "starkem Willen“ (Amiri über Amiri) kämpfte sich rechtzeitig zurück. Noch im Stadion schrieb U21-Coach Stefan Kuntz damals dem gebürtigen Ludwigshafener und Sohn afghanischer Eltern nach dessen Verletzung eine Nachricht, in der er diesem mitteilte, er baue auf ihn bei der EM.

„Jeder spielt eine wichtige Rolle“

Kuntz hat es durch einfache menschliche Kniffe geschafft, die Spieler zu einem Team zu vereinen. Er gibt jedem das Gefühl, wichtig zu sein. Der ehemalige Nationalspieler nimmt die Talente immer mit in die Verantwortung. „Jeder spielt eine wichtige Rolle, egal, ob das Luca Waldschmidt ist, der sieben Tore erzielt hat, oder zum Beispiel Eduard Löwen, der kaum zum Einsatz kommt“, sagt Kuntz. Nach dem Sieg gegen Rumänien umarmte er besonders Löwen ganz lange, der Neu-Berliner war wieder einmal nicht zum Einsatz gekommen.

„Es ist schon toll, wenn man so viel individuelle Qualität hat. Aber der Klebstoff zwischen allem ist der Teamspirit“, sagte Kuntz nach der Galavorstellung in der Vorrunde gegen Serbien (6:1). In der Kabine applaudierten nach dem Abpfiff die Stammspieler den Ersatzspielern, nachdem diese noch Steigerungsläufe absolviert hatten. Kuntz wollte, dass die Mannschaft am Tag nach dem Triumph gemeinsam trainiert und dann alle die freie Zeit mit den Familien und Freundinnen genießen können.

Applaus für die Ersatzspieler

Schon bei der Bekanntgabe des Kaders zeigte sich ein ungewöhnlicher Mannschaftsgeist. Nachdem Kuntz drei Spielern im Trainingslager in Südtirol mitgeteilt hatte, dass sie es nicht in den EM-Kader schaffen, hielt auch Innenverteidiger Timo Baumgartl eine aufmunternde Rede und die Nominierten verabschiedeten die Ausgemusterten mit tröstendem Beifall. Vor zwei Jahren hatte es  der Stuttgarter Baumgartl nicht in den endgültigen EM-Kader geschafft.

Doch all diese schönen Gesten wären nichts, wenn sich der Teamgeist nicht auf dem Platz während der Spiele zeigen würde. Am Donnerstag in Bologna schafften die Mannschaft trotz Halbzeit-Rückstand, sengender Hitze und 12.000 enthusiastischen rumänischen Fans gegen sich die Wende. In der Pause des Halbfinales, erzählte Amiri hinterher, habe der Trainer eine sehr emotionale Ansprache gehalten, die Mannschaft sehr hart angepackt: „Das hat uns gut getan, das hat uns gepuscht.“

Kuntz als Mitreißer

Die Spieler danken Kuntz dessen Vertrauen, in dem sie sich immer wieder neu überwinden. Vor drei Wochen, im Trainingslager in Tirol, erzählte  Amiri von einem Erweckungserlebnis nach den Tests gegen England (2:1) und Frankreich (2:2) im März: „Nach diesen Spielen waren wir von uns überzeugt, weil wir als Team stark gespielt haben.“ Und Amiri unkte: „Wenn wir an diese Leistungen anknüpfen, dann wird es schwer, uns bei der EM zu schlagen.“ Er sollte rechtbehalten.

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