Ohne Sturm in den Stimmungs-Orkan

Dienstag, 20.45 Uhr: Celtic Glasgow - Bayern München

Lewandowski wird im Spiel gegen Leipzig ausgewechselt

Sport | UEFA Champions League - Ohne Sturm in den Stimmungs-Orkan

Auch ohne die Offensivkräfte Robert Lewandowski, Thomas Müller und Franck Ribéry will der FC Bayern heute in Glasgows Celtic Park die vorzeitige Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League erreichen.

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Gut eine Million Mal wurde das Video bei Youtube schon aufgerufen. Betitelt ist es recht schmucklos auf Englisch mit der Zeile: "Atmosphäre im Celtic Park gefilmt von Barca-Fan." Zu sehen sind in diesem kleinen Zusammenschnitt ein Stadion, in dem Glasgows Anhänger vor dem Anpfiff kollektiv ihre Schals in die Höhe recken und "You’ll never walk alone" schmettern.

Ekstase auf der Tribüne

Später flippen die Zuschauer nach einem Befreiungsschlag ihrer Mannschaft aus wie bei einem Titelgewinn. Und beim Schlusspfiff scheinen Schottlands oder Irlands Triumph bei Welt- und Europameisterschaft sowie der Sieg im Champions-League-Finale von Celtic auf einen Tag zu fallen, so ekstatisch jubelt das Publikum des schottischen Serienmeisters mit den irischen Wurzeln.

Ziemlich genau fünf Jahre alt ist dieses Video, und wenngleich es bei Glasgows überraschendem 2:1-Sieg gegen den FC Barcelona trotz nur 16 Prozent Ballbesitz aufgenommen wurde, vermittelt es doch einen guten Eindruck, warum der Celtic Park oft als stimmungsvollste Arena Europas oder gar der Welt gerühmt wird.

Salihamidzic staunt

"Das war das lauteste Stadion, das ich jemals erlebt habe", berichtete Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic schon nach der Gruppenauslosung vom letzten Auftritt der Münchner dort 2003. Und auch bei den aktuellen Spielern herrscht große Vorfreude auf die legendäre Spielstätte mit ihren knapp 61.000 Zuschauerplätzen.

Am Dienstagabend wird Robert Lewandowski die Atmosphäre allerdings nur vom Fernsehsessel aus erleben, da er sich am Samstag gegen RB Leipzig eine leichte Oberschenkelblessur zugezogen hatte.

"Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme vom Trainer. Wenn wir gegen Real Madrid gespielt hätten, dann wäre er möglicherweise mitgefahren", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug nach Glasgow, wo die Münchner mit einem Sieg bereits die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale erreichen können.

Mit falscher Neun

Schon am Samstag im nächsten Liga-Topspiel bei Borussia Dortmund soll Lewandowski wieder dabei sein können. Rummenigge versucht, die Absenz des Polen in Glasgow gelassen zu sehen. "Vorne wird schon einer drin stehen, der Tore schießen kann", sagte er. In jedem Fall wird es eine falsche Neun sein.

Lewandowskis Fehlen zeigt jenes Risiko auf, das die Bayern mit ihrer Kaderarchitektur eingegangen sind, wie schon in der Vorsaison. Einen echten Sturm-Ersatz haben sie weiterhin nicht - und erschwerend kommt hinzu, dass sich das offensive Personal zuletzt arg ausgedünnt hat.

Coman fraglich

Thomas Müller, der Lewandowskis Rolle noch am ehesten ausfüllen könnte, fehlt ebenso verletzt wie Franck Ribéry. Der mit einer Knieprellung und Oberschenkelbeschwerden angeschlagene Kingsley Coman reiste immerhin mit nach Glasgow. Ob er eingesetzt werden kann, ist allerdings offen.

Auch Lewandowski sieht die Schwachstelle im Kader kritisch. "Ein Spieler kann nicht die ganze Saison alle drei Tage 90 Minuten spielen. Wir haben gerade keinen Backup für mich", stellte er fest. Es sei ein "Problem für die Mannschaft, ohne Stürmer zu spielen".

Notnagel Wintzheimer

In der Not berief Jupp Heynckes U19-Stürmer Manuel Wintzheimer ins Aufgebot. U23-Angreifer Kwasi Wriedt, im Pokal in Leipzig erstmals eingewechselt, ist für die Champions League nicht gemeldet worden und damit nicht spielberechtigt.

Die Münchner wissen um ihre Schwachstelle im Kader. Salihamidzic kündigte schon an, sich für eine Nachverpflichtung in der Winterpause umzuschauen. Heynckes hatte zuvor angedeutet, sich diese zu wünschen. "Das hat die sportliche Leitung zu entscheiden. Bei guten Vorschlägen sind wir offen", sagte Rummenigge dazu am Montag. Einen guten Backup zu finden, der zudem in dieser Saison noch nicht in der Champions League gespielt hat, dürfte allerdings äußerst knifflig werden.

Diesmal werden die Bayern in jedem Fall ohne Sturm in den Stimmungs-Orkan am Halloween-Abend ziehen müssen. Mit "Welcome to Paradise" begrüßt Glasgow seine Gäste. Der Spitzname Paradise kommt von einem Friedhof gleich neben dem Celtic Park. Mit Ruhe ist darin aber nicht zu rechnen.

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