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Bayern - Real: Jupp Heynckes und sein gutes Gefühl

Halbfinal-Hinspiel am Mittwoch live im ZDF

Erstmals seit fünf Jahren kann der FC Bayern ins Finale der Champions League einziehen. Heynckes‘ Optimismus vor dem Halbfinale gegen Real Madrid (20:45 Uhr/ZDF) ist groß – wegen der Parallelen, aber vor allem wegen der Unterschiede zu seiner Triple-Mannschaft.

Bayern-Training mit Jupp Heynckes
Bayern-Training mit Jupp Heynckes
Quelle: reuters

Vor der Partie scheute Jupp Heynckes endgültig nicht mehr davor zurück, seine Zielsetzung öffentlich auszusprechen. „Die Mannschaft fightet für Arturo. Und vielleicht kommt er auch in den Genuss, die Trophäe hochzustemmen“, sagte er mit einem Lächeln über den verletzten Vidal und die Hoffnung, wie 2013 erneut die Champions League und bestenfalls das Triple zu gewinnen.

"Wille kann Berge versetzen"

Seine Zuversicht trug der Trainer des FC Bayern dabei regelrecht zur Schau. „Wir haben eine überragende Stimmung innenhalb der Mannschaft. Nur so kann man Erfolg haben – und den ganz großen“, sagte Heynckes, „deswegen bin ich auch sehr optimistisch für die zwei Spiele. Wille kann Berge versetzen.“ In jeder Mannschaft, die er in Europas Eliteliga trainierte, ergänzte er, „war der unbedingte Wille, die Champions League zu gewinnen. Wir sind in einer ähnlichen Situation. Wir wollen ins Finale.“

Und was Real Madrids Solisten und Ausnahmefußballer Cristiano Ronaldo betrifft, der in dieser Saison bereits 15 Tore in der Champions League erzielt hat, hielt Heynckes sein Credo des Teamgedanken entgegen. „Die Champions League gewinnt die Mannschaft, die am homogensten ist und einen optimalen Fußball spielt.“ Für ihn gebe es im Halbfinale der Champions League an diesem Mittwoch gegen den Titelverteidiger und im Rückspiel am Dienstag (20:45 Uhr/ZDF) in Madrid „keinen Favoriten, obwohl ich ein gutes Gefühl habe.“

Finale ist das Mindestziel

Fest steht für den 72-Jährigen nur das Ziel, das Endspiel am 26. Mai in Kiew: „Wir spielen eine überragende Saison, und die wollen wir damit krönen, dass wir nächsten Dienstag ins Finale einziehen.“ Mindestens. Die Mannschaft kennt Heynckes‘ Auftrag längst. Schon bei seinem Antritt zur vierten Amtszeit in München am 9. Oktober 2017 ließ sich dieser Auftrag herauszuhören, als er noch unscharf davon sprach, „natürlich riesige Ambitionen“ zu haben. Was ein bisschen beliebig klang, konkretisierte der Rückkehrer aus dem Ruhestand bereits nach seinen ersten vier Trainingseinheiten. Er finde, sagte Heynckes, „dass unser Spielerpotenzial größer ist als in der Triple-Saison“.

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist seither vergangen, und der heimliche Auftrag, den Heynckes als Messlatte tarnte, hat sich längst zum offiziellen Ziel gewandelt. Je länger die Saison dauert, umso deutlicher wird, dass Heynckes von Anfang an insgeheim auf dieses Ziel hingearbeitet hat, das im Oktober nach der 0:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain ziemlich unerreichbar schien.

Inzwischen aber sind der Meistertitel und das Pokalfinale derart souverän erreicht worden, dass sie in München immer fester an ihre Chance glauben, Heynckes nach dieser Saison erneut mit dem maximalen Erfolg in den unterbrochenen Ruhestand verabschieden zu können. „Wenn Real im Moment jemand schlagen kann, dann der FC Bayern“, sagte der Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits hoffnungsfroh. Er wünsche Heynckes, „dass er das wiederholt, was ihm 2013 schon einmal gelungen ist“. Der Trainer sieht seine Mannschaft „auf einem ähnlichen Weg“ wie vor fünf Jahren.

2018 besser als 2013

 Vergleicht man sein Team, das im Endspiel von Wembley 2013 Borussia Dortmund 2:1 bezwang, mit der aktuellen Belegschaft, lassen sich einige Parallelen, aber auch Unterschiede erkennen. Dabei sprechen die Unterschiede eher für als gegen die Bayern. Der aktuelle Kader, sagt Heynckes, sei „substanziell noch besser ist als 2012/13“ und biete „mehr Alternativen“.

Fakten zur Champions League

Breiter aufgestellt sind die Münchner in jedem Fall, trotz der aktuellen Ausfälle von Manuel Neuer, Kingsley Coman und Vidal. Vor allem durch Innenverteidiger Mats Hummels und Stürmer Robert Lewandowski, aber auch durch die Mittelfeldspieler James Rodríguez oder Thiago Alcántara, wurde die Qualität im Vergleich zu Dante, Mario Mandzukic und zumindest offensiv auch im Vergleich zu Bastian Schweinsteiger noch erhöht.

Dafür kann Heynckes nun nicht auf Neuer und den zurückgetretenen Philipp Lahm zurückgreifen. Ein Qualitätsverlust, der durch Torwart Sven Ulreich und Rechtsverteidiger Joshua Kimmich bisher aber nicht ins Gewicht fällt. Taktisch überwiegen ebenfalls die Vorteile. Flexibler kann Heynckes nun dank des breiter aufgestellten Kaders agieren lassen, weniger erwartbar.

Wichtiger taktischer Unterschied

In der Triple-Saison bildeten Martínez und Schweinsteiger eine Doppel-Sechs, nun bekleidet Martínez diese Position zumindest nominell alleine. Der wesentliche taktische Unterschied im Vergleich zu 2013, wenngleich Schweinsteiger seine Rolle damals bei Ballbesitz ähnlich offensiv interpretierte wie aktuell James oder Thiago. Heynckes will sich auf derartige Vergleiche nicht direkt einlassen. Aber sein Optimismus vor dem Vergleich mit Titelverteidiger Real verrät, dass er fest daran glaubt, nun in seiner Einschätzung vom Oktober bestätigt zu werden.

Aufstellung im Finale 2013 gegen Dortmund

  • Neuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Martínez, Schweinsteiger – Robben, Müller, Ribéry - Mandzukic

Voraussichtliche Aufstellung im Halbfinale gegen Real

  • Ulreich – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba (Rafinha) – Martínez – Müller, James – Robben, Ribéry - Lewandowski
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