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Bayern zum Stresstest nach Paris

Mittwoch, 20:45 Uhr im ZDF: Paris St. Germain - FC Bayern München

Der FC Bayern München ist im Topduell der Champions League (live im ZDF) gegen Paris gefordert. Das Gruppenspiel beim neureichen Titelkandidaten Saint-Germain könnte erste nähere Aufschlüsse über die Fragen geben, die den FCB in der unruhigen Frühphase der Saison beschäftigt haben.

Carlo Ancelotti und Robert Lewandowski
Carlo Ancelotti und Robert Lewandowski Quelle: dpa

Wann immer von Paris die Rede ist, rücken eigentlich Sehenswürdigkeiten wie Eiffelturm, Louvre und Notre-Dame ebenso ins Bewusstsein wie die Romantik, mit der Frankreichs Hauptstadt verbunden wird. Für den FC Bayern dürfte all das auf der Dienstreise zum Gruppenspiel bei Paris Saint-Germain an diesem Mittwoch (20:45 Uhr live im ZDF) allerdings eine ziemlich untergeordnete Rolle spielen. Die Stadt der Liebe könnte für die Münchner beim neureichen Titelkandidaten der Champions League vielmehr zur Stadt der ersten näheren Antworten auf jene Fragen werden, die sie schon in der unruhigen Frühphase beschäftigt haben.

Mangelnde Konstanz

Vermehrt gestellt worden sind einige dieser Fragen nach dem jüngsten 2:2 gegen den VfL Wolfsburg in der Bundesliga, nachdem der FC Bayern eine 2:0-Führung verspielt hatte. Das erinnerte nach dem zwischenzeitlichen Aufschwung mit den klaren Siegen gegen Mainz und in Schalke an die fehlende Struktur und Geschlossenheit bei den irritierenden Auftritten zuvor. Die Fragen, was die mangelnde Konstanz bedeute und wo der deutsche Meister vor dem Vergleich mit Paris und dem spektakulären Angriffstrio Neymar, Kylian Mbappé und Edinson Cavani stehe, vermögen die Münchner aber noch nicht so recht zu beantworten. „Das werden wir nach dem Ergebnis am Mittwoch sehen“, sagte Thomas Müller. Für Mats Hummels steht bisher nur fest: „Wir spielen nicht den Fußball, den wir spielen wollen.“

Es wird auch nach der Verabredung mit PSG, das sich im Besitz der Qatar Sports Investmentgruppe befindet und mit den Rekordtransfers von Neymar (222 Mio. Euro) und Mbappé (180) in diesem Sommer für Aufsehen sorgte, einige offene Fragen geben. Vorläufig will die Münchner Vereinsführung an ihre übergeordnete Antwort der maßvollen Transferpolitik und wirtschaftlichen Vernunft glauben. Wenn sich der erhoffte Erfolg nicht einstelle, würden Geldgeber wie bei PSG irgendwann „die Schnauze voll haben“, sagte Präsident Uli Hoeneß, „und dann ist unsere Zeit da.“ Und schon jetzt habe man die Chance die Champions League zu gewinnen, trotz der Verschiebungen der finanziellen Kräfteverhältnisse im europäischen Fußball. Karl-Heinz Rummenigge erhob das Tête-à-tête in Paris zum „Aufeinandertreffen zweier Kulturen“ und „unterschiedlicher Klub-Philosophien“. Dabei klang an, dass dem Vorstandschef ein Scheitern von PSG eine besondere Freude bereiten würde. „Wer so viel Geld in die Hand nimmt, muss die Champions League gewinnen“, befand er.

Mit Spannung erwartet: Die Startelf

Zunächst einmal geht es für die Bayern aber darum, sich bestenfalls dem Etappenziel Gruppensieg zu nähern und die aktuellen sportlichen Fragen zu beantworten. Spannend wird sein zu beobachte, für welche Startelf sich Carlo Ancelotti entscheidet. Diese könnte Hinweise darauf liefern, welches Personal der Trainer für das stärkste hält. Einmal abgesehen von Torwart Sven Ulreich, der den verletzten Manuel Neuer mit der Hypothek seines jüngsten Patzers gegen Wolfsburg vertreten wird. Interessant sein wird vor allem, ob Ancelotti Arjen Robben und Franck Ribéry oder doch eher Kingsley Coman aufbietet. Ob Müller, James Rodríguez oder vielleicht gar den gerade wieder genesenen Thiago Alcántara? Und wen aus dem defensiven Teil der Belegschaft im Mittelfeld: Corentin Tolisso, Sebastian Rudy, Arturo Vidal? Der zuletzt verletzte Linksverteidiger David Alaba kommt zudem wieder als Alternative für seinen Vertreter Rafinha in Betracht.

Die Bayern wissen, dass eine echte Standortbestimmung und Reifeprüfung ansteht, die erste nähere Antworten liefern, aber auch neue Fragen aufwerfen kann. Und Ancelotti weiß, dass diese auch über das weitere Klima seines zweiten Amtsjahres in München entscheiden dürften. Zumal zuletzt vermehrt Kritik am Stil seiner Mannschaft und an der stagnierenden Entwicklung geübt wurde. Vorerst versuchen es die Bayern aber mit Optimismus. „Wir freuen uns auf Paris“, sagte Rummenigge vor dem „Prestigespiel“. Das klang fast wie ein Auftrag.

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