Hoffnung auf stabile Abwehr und Robert Lewandowski

Champions League - Viertelfinal-Rückspiel Real - FC Bayern

Vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League bei Real Madrid (Di., 20:45 Uhr) setzt der FC Bayern auf Leidenschaft und hofft auf die Rückkehr der Innenverteidiger Boateng und Hummels. Zum entscheidenden Faktor könnte aber ihr einziger Stürmer werden.

Robert Lewandowski
Robert Lewandowski Quelle: imago/Xinhua

Abstand zur ersten Verabredung hatten die Münchner längst gewonnen, als sie am Ostermontag gen Madrid aufbrachen. Dennoch schwangen die Erkenntnisse von der 1:2-Heimniederlage gegen Real vom vergangenen Mittwoch noch mit. Deutlich wurde dies vor allem bei Arjen Robben, der an seine damaligen Aussagen anknüpfte. „Wir müssen mit Selbstbewusstsein das Ding in die Hand nehmen“, sagte der Flügelspieler nun vor dem Gegenbesuch in Spaniens Hauptstadt, bei dem an diesem Dienstag doch noch das Halbfinale erreicht werden soll, trotz der äußerst komplizierten Ausgangslage. Innenverteidiger Javier Martínez fällt nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel gesperrt aus. Bei seinen angeschlagenen Kollegen Jérôme Boateng und Mats Hummels besteht immerhin noch leichte Hoffnung, dass sie mitwirken können.

Tore müssen her

Vor allem aber werden die Münchner Tore brauchen, mindestens zwei, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Deshalb war die beste Nachricht aus ihrer Sicht, dass Stürmer Robert Lewandowski nach seiner Schulterprellung nun bekanntgab: „Es geht mir gut, alles ist okay.“ Damit war auch der Bogen geschlagen zum ersten Vergleich mit Real, zu dem Robben anschließend sagte: „Der letzte Biss nach vorn war nicht da. Selbst in der ersten Halbzeit haben wir nicht richtig attackiert, sondern nur geschaut, dass wir keine Fehler machen.“

"Zehn bis fünfzehn Prozent Überzeugung“ hätten gefehlt, meinte der Niederländer. Warum? „Ich weiß es nicht“, antwortete Robben. Er hätte auch sagen können: weil Lewandowski gefehlt hat. Und da der Pole nun zurückkehren dürfte, sah Robben wohl auch genug Anlass, Selbstbewusstsein für den zweiten Vergleich mit dem Titelverteidiger einfordern zu können.

Ohne Lewandowski läuft vorne nichts

Die Hoffnung heißt Lewandowski. Er ist der einzige unersetzliche Feldspieler der Münchner. Dass ihr gesamtes Spiel von dem 28-Jährigen abhängt, hatte sich bei seiner Abwesenheit in den vergangenen beiden Partien gezeigt. Im Hinspiel gegen Real und auch am Samstag beim 0:0 in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen, als die Münchner sogar mehr als eine halbe Stunde lang in Überzahl spielten, aber nicht trafen. Auf Lewandowskis Dienstleistungen als zentraler Stürmer sind die Münchner angewiesen.

Ohne den Polen fehlt der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti die Zuspitzung. Ebenso wie die Fähigkeit, den Ball vorne zu halten und ein zielgerichtetes Nachrücken der Kollegen zu erlauben. Thomas Müller hatte sich daran in seinen beiden Vertretungsdiensten gegen Real und in Leverkusen versucht, gelungen war ihm dies nicht. Was Philipp Lahm schon nach der Niederlage gegen Madrid ziemlich unmissverständlich zum Ausdruck gebracht hatte. „Lewy ist so gut wie unser einziger Stürmer, Thomas ist ja mehr so ein hängender Stürmer“, hatte der Kapitän befunden.

Hinten braucht es eine stabile Abwehr

Wichtig wird für die Münchner aber auch sein, ob sie einen stabilen Abwehrverbund zusammenstellen können. So gesehen war es schon eine gute Nachricht, dass Boateng und Hummels die Reise nach Madrid antraten. „Die medizinische Abteilung hat großartig gearbeitet. Ich hoffe, dass alle in bester Verfassung auf dem Platz stehen können. Wir sind nicht so pessimistisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Risiken, dass sich die Blessuren der beiden verschlimmern könnten, würden die Bayern wohl eingehen. Das ließ jedenfalls Rummenigge erahnen, als er sagte: „Das ist sicherlich kein Spiel wie jedes andere, hier geht es um wahnsinnig viel.“

Denkbar und wohl auch wahrscheinlicher ist aber weiterhin, dass nicht Boateng und Hummels die Innenverteidigung der Viererkette bilden werden, sondern womöglich die eigentlich fachfremden Joshua Kimmich und David Alaba, die im Spiel gegen den Ball vom defensiven Mittelfeldakteur Xabi Alonso unterstützt werden könnten. Vielleicht kommt es aber auch zu einer Teillösung, wenn zumindest einer der beiden hauptamtlichen Innenverteidiger Boateng oder Hummels mitwirken kann. „Egal, wer spielt: Jeder wird sich reinknallen. Es kommt nicht auf Namen an“, gab Präsident Uli Hoeneß Leidenschaft in Auftrag. Das könnte stimmen. Mit Ausnahme vom Namen Lewandowski.

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