Thiago ist fix

Mittwoch, 20:45 Uhr im ZDF: FC Bayern - Celtic Glasgow

Im Gruppenspiel gegen Celtic Glasgow (Mi., 20:45 Uhr im ZDF) wird die personalpolitische Handschrift von Trainer Heynckes noch deutlicher zu erkennen sein. Der 72-Jährige setzt auf eine klare Kernelf seiner Triplegeneration – und hat schon einen Gewinner hervorgebracht.

Bundesligaspiel Bayern München gegen SC Freiburg am 14.10.2017 in München
Bayern München gegen SC Freiburg Quelle: reuters

Als Thiago Alcántara nach seinem ersten Einsatz unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes vergnügt aus der Arena zog, hätte man sich schon gewünscht, dass er seine kleine Belohnung zweckentfremdet. Einen Pizzakarton und einen Apfel führte der Mittelfeldspieler des FC Bayern mit sich, und es wäre eine nette Pointe gewesen, wenn er den Weg in den Feierabend noch mit ein wenig kulinarischer Kleinkunst garniert hätte. Nicht weit entfernt vom sprichwörtlichen schwindelig spielen auf dem Bierdeckel war eine seiner filigranen Aktionen in der zweiten Halbzeit gegen den SC Freiburg ja geraten, als Thiago eine Jongliereinlage in den laufenden Betrieb einstreute. Vermutlich wäre ihm Ähnliches an diesem Tag auch mit einem Apfel auf einem Pizzakarton geglückt.

Thiago als zentraler Gestalter gesetzt

Wie viel Vergnügen dem 26 Jahre alten Spanier der erste Einsatz unter Rückkehrer Heynckes bereitet hatte, war auch seinen Einlassungen zu entnehmen. "Wir haben als Mannschaft gespielt, das war schon lange nicht mehr so", sagte Thiago. Und er selbst hatte in diesem Klima des Gemeinsinns so gespielt, wie man das von ihm zu unregelmäßig gesehen hatte, seit er 2013 für die Ablöse von 25 Millionen Euro vom FC Barcelona übergelaufen war. Nach jener Forderung, die der damalige Nachfolger von Heynckes formuliert hatte. „Thiago oder nix“ lautete Pep Guardiolas Losung damals.

Nun ist Heynckes als Nachfolger von Carlo Ancelotti wieder da, und im Gruppenspiel der Champions League gegen Celtic Glasgow an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) dürfte der Beweis für Heynckes‘ bisher unausgesprochene Losung "Thiago ist fix" erbracht werden. "Beide haben beeindruckend gespielt", hatte er sein Mittelfeldtandem Thiago und Javier Martínez gelobt.

Mit den Freiburg-Besiegern gegen Celtic

Martínez, Schlüsselsechser von Heynckes im Triplejahr 2013, wird nun wegen einer Schulterblessur fehlen. Aber mit dem heimlichen Gewinner des Trainerwechsels, mit dem erst nach dem Triple geholten Thiago, ist fest zu rechnen. Zumal Heynckes bereits angekündigt hat, anders als Ancelotti vorerst auf eine Rotation verzichten und auf eine klare Stammelf setzen zu wollen, die sein Vertrauen spüren und sich einspielen soll. In dieser sieht Heynckes ganz offensichtlich Thiago als weiteren Schlüsselspieler, als zentralen Gestalter. Und das, obwohl die Besetzung seiner Position vor Freiburg als einzige offene Personalie galt. Dann avancierte Thiago, der auch intern kritisch als Ancelottis Liebling beäugt wurde, zum besten Mann und traf nebenbei noch kunstvoll zum 3:0. Nun dürfte er auch stellvertretend stehen für die personalpolitische Handschrift seines neuen Trainers.

Gegen Celtic wird Heynckes auf einen Großteil der Formation aus dem Freiburg-Spiel setzen. Auf Sven Ulreich im Tor, eine Viererkette mit Joshua Kimmich und David Alaba sowie den Innenverteidigern Jérôme Boateng und Mats Hummels, die er als Führungsspieler stärken will. Ebenso wie zentral offensiv Thomas Müller, rechts vorne Arjen Robben und Robert Lewandowski als Spitze. Und wären Torwart Manuel Neuer und Franck Ribéry nicht verletzt, würden sie sich ebenfalls in der Reminiszenz an die Kernelf von 2013 wiederfinden. Wie Boateng, Alaba, Müller, Robben und eigentlich Martínez.

James und Tolisso die Verlierer

Offen ist nun nur die Frage, ob der Ballverteiler Sebastian Rudy oder doch eher der robuste Kämpfer Arturo Vidal die Stelle von Martínez übernehmen wird. Der offensiver ausgerichtete Corentin Tolisso, mit 41,5 Millionen Euro teuerster Zugang der Bundesligageschichte, scheint nicht nur für diese Position in den Überlegungen des Trainers eine eher untergeordnete Rolle einzunehmen. Ebenso wie James Rodríguez, Ancelottis Wunschspieler, der gegen Freiburg 90 Minuten auf der Bank saß und nun allenfalls als Alternative zu Linksaußen Kingsley Coman denkbar wäre. Tolisso und James könnten die vorläufigen Verlierer des Trainerwechsels sein.

Thiago, der bis 2021 gebundene Gewinner neben den 2013er-Helden, kann die nun allenfalls kleinen Modifikationen ebenso gelassen verfolgen wie das angebliche Interesse des FC Barcelona an einer Rückholaktion. Er weiß schon jetzt, was er an Heynckes hat und spürt dessen Vertrauen. "Er zeigt dir, wie Fußball funktioniert. Es ist leicht verständlich, und er kommuniziert viel", sagte Thiago. Und mit der Mentalität und Konzentration wie gegen Freiburg "können wir jeden schlagen", befand er selbstgewiss. Zumindest auch Celtic, wenngleich eher nicht mit einem Apfel auf dem Pizzakarton.

Champios League 2017/18

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